Viel Wert auf Nachhaltigkeit

Gehen wir doch mal zu Kupsch. Dieser Satz gehört zu meiner Kindheit. In den Lebensmittelmärkten in Würzburg und Umgebung gab es alles, was das Herz begehrte. Und wenn ich damals an der Hand meiner Mutter oder Oma durch die langen Reihen wanderte und nicht quengelte, gab es dann ein Eis extra für mich. 5.1Und von der Frau an der Wursttheke bekam ich bei jedem Besuch ein Stückchen Gelbwurst. Man kannte sich, redete sich mit Namen an und tauschte die eine oder andere Alltagsgeschichte aus. All diese Erinnerungen wurden für mich wieder lebendig bei einem Besuch im Kupsch-Markt letzte Woche. Auf Einladung einer Frauengruppe, die sich mit gesunder Ernährung und Lebensweise beschäftigt, kam ich dazu.

Geheimsache Paprika

Marktleiter Peter Braeutigam begrüßte uns am Obst- und Gemüsestand mit den Worten, dass fünf kleine Portionen Obst oder Gemüse am Tag optimal für den menschlichen Organismus sind. Die schmackhaften Apfelschnitze, die für uns auslagen, überzeugten! Als reinste Vitaminbombe pries er die rote Paprika an, mit rund 400 mg Vitamin C. Dagegen werden die gelben und grünen Paprika auf die hinteren Plätze verwiesen. Was gut schmeckt ist der Kopfsalat. „Aber das ist schon alles, denn der hat keinerlei Nährstoffe“, sagt der sympathische Marktleiter. Doch in Verbindung mit Tomaten und Karotten ist auch er gesund. „Unsere Produkte kommen aus der Region, vom fränkischen Bauern direkt vom Acker“, betont Braeutigam.
P1130940 (Medium)Regional bedeute für ihn nicht weiter weg als 30 Kilometer. Wir leben nun mal hier und sollten das Umfeld unterstützen.“ Und wer Kirschen oder Himbeeren am Heiligabend essen möchte, muss halt nicht-regional einkaufen.“

Handbürste als Kochutensil

Wie es sich denn mit Paprika aus Spanien oder Marokko verhalte, fragt eine Mittvierzigerin. „Am besten mit einer Handbürste schrubben, denn dort wird viel mehr gespritzt als bei uns“, rät Braeutigam. Die Gruppe erfährt, dass neuerdings Marokko wie die Niederlande auch einen großen Teil des Obst- und Gemüsemarktes abschöpfen. „Wir fördern den Markt durch unser Verhalten. Zu jeder Jahreszeit wollen wir alle Waren bekommen.“ Braeutigam liebt Lebensmittel und spricht gerne über sie. Er gibt Tipps, kein überlagertes Obst zu kaufen und den Spargel an den Schnittstellen genau zu betrachten. „Wenn sie hell sind, ist er frisch. Das gleiche gilt auch bei Obst, das noch Blättchen trägt.“ Eine Kundin erkundigt sich nach dem Biosiegel und erfährt, dass die europäische Gesetzgebung Richtlinien festlegt. Erst wenn die erfüllt sind, darf eine Ware das Biosiegel tragen. Braeutigam zeigt auf das neue Logo mit Sternen. „Nur das gilt, darauf kann man sich verlassen.“ Natürlich kostet es Geld, ein Biosiegel für seine Waren zu beantragen, doch „heute ist es nicht mehr unerschwinglich“.

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Überraschung Tiefkühlkost

Es überrascht einige der Frauen, dass Braeutigam auf Tiefkühlkost schwört. „Spinat hat zum Beispiel tiefgekühlt mehr Vitamine als frische Blätter. Das gleiche gilt für Erbsen.“ Dann verrät Peter Braeutigam seine Leidenschaft: Das Kochen. Und Fernseherfahrung hat er auch, zum Beispiel in der Kochshow des Regionalsenders TV Touring.

Weiter geht’s zum Öl-Regal.P1130936 (Medium) Drei Öle sollte jeder Haushalt mindestens haben. Zum einen ein ganz normales Sonnenblumenöl, dann noch Raps- und Olivenöl, bevorzugt kaltgepresst. Zum Braten und Erhitzen sollte nur raffiniertes Öl verwendet werden. „Achten Sie auf die Omega 3-Fettsäure, die ist cholesterinsenkend“, rät der Fachmann. Und auch seinen persönlichen Geheimtipp zeigt Braeutigam, als er die Flasche Jordan-Olivenöl in die Hand nimmt. „Den Produzenten kenne ich persönlich. Er ist in die Welt gezogen, um seinen Traum zu verwirklichen.“ In der Tat, der Deutsche lebt jetzt auf der griechischen Insel Lesbos und hat mit einer Ölmühle seinen Lebenstraum verwirklicht. Außerdem sei das günstige Olivenöl von Edeka empfehlenswert. Und fürs Anbraten von Schnitzel nimmt Kochexperte Braeutigam nur Butterschmalz.

Fleisch auf hohem Niveau

Fleisch mit gutem Gewissen anbieten gehört zu seinem Prinzip. „Wenn wir Fleisch verkaufen, dann auf hohem Niveau.“ Hauptproduzent für Kupsch ist die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. In Zukunft möchte der Marktleiter Bustouren für Kunden anbieten. „Sie sollen sehen, dass hier Schweine und andere Tiere mehr Freilauffläche haben als woanders. Also den Erzeuger direkt vor Ort erleben.“ So transparent wie möglich will Braeutigam mit seinen Produkten umgehen. „Lieber ein paar Euro mehr zahlen, um ehrliches Fleisch zu bekommen. Denn die Lebewesen, die wir essen, sollen es auch gut haben“, lautet seine Devise.

P1130947 (Medium)Dann gibt er noch einen Tipp für den Mineralwasserkonsum: Das Gut und Günstig Natürliche Mineralwasser hat alle Mineralstoffe, einschließlich der Hydrogencarbonate, die Magensäurebeschwerden lindern können. Als krasser Gegensatz daneben eine Halbliterflasche Cola, vor der 22 Stück Würfelzucker liegen. Der Wink mit dem Zaunpfahl sozusagen, wenn‘s halt nicht so gut schmecken würde!

P1130945 (Medium)Für alle, die mehr vom Kochexperten Braeutigam erfahren möchten, hier sein Spezialrezept „Lammlachse mit Walnusskruste und Bratkartoffeln“ zum Nachkochen.

http://www.tvtouring.de/mediathek/video/27-oster-hauptspeise-lammlachse-mit-walnusskruste-und-bratkartoffeln/#.UYot9MquqW8

Und hier geht’s zur Kochbuch-Verlosung: Grüner kochen!

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Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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3 Antworten zu Viel Wert auf Nachhaltigkeit

  1. Monika Stroebel schreibt:

    Sabine, hast du echt toll gemacht. Informativ und grad so wie es auch „live“ rüberkam.
    Monika

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