Neue Reportage: Alle Kinder haben Träume

Diese Geschichte erschien am 24. August 2014 im Katholischen Sonntagsblatt: Sobla_Wü_Ritah_0814

Ritah und Isaac mit Familienangehörigen. Von ihnen handelt die Geschichte.

Ritah und Isaac mit Familienangehörigen. Von ihnen handelt die Geschichte.

Viele Kinder und Jugendliche sind in Krisenländern zuhause und werden täglich mit Bürgerkrieg, Armut und Krankheiten konfrontiert. Später werden sie an die Zeit des Heranwachsens mit unterschiedlichen Gefühlen zurückdenken. Ritah und Isaac aus Uganda in Afrika haben Glück, denn sie wachsen im Kreis ihrer Familie behütet auf.

Ritah möchte einmal Bankmanagerin werden.

Ritah möchte einmal Bankmanagerin werden.

Ritah Kabuatto ist 12 Jahre alt und wohnt in der Nähe des Kagando-Krankenhauses in der Region Kasese im Südwesten Ugandas. Dort, am Fuße der Rwenzori-Berge, beginnen viele Touristen ihre Expedition zu den Berggorillas.

Ritah besucht die Kagando-Grundschule, ihr Lieblingsfach ist Englisch. Für den täglichen Unterricht muss sie eine Schuluniform tragen. Ihre Klassenlehrerin heißt Beatrice Muttesi. Heute wird das nahe Krankenhaus besucht. Hier arbeitet ihre Mutter als Pflegerin. Das Würzburger Hilfswerk DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt die Arbeit des Krankenhauses, in dem viele Menschen untersucht werden, die kein Geld haben, um ihre Behandlung bezahlen zu können. Und das in einer Welt, in der doch eigentlich jeder ein Recht darauf haben sollte, eine ärztliche Versorgung zu bekommen. „Deshalb sind die Patienten froh, dass Menschen aus Deutschland diese Ungerechtigkeit erkennen und sie darin unterstützen, wieder gesund werden zu können“, erklärt die Lehrerin.

Ritah mit ihrer Mutter.

Ritah mit ihrer Mutter.

Ritah wohnt mit ihren Eltern, drei Schwestern und einem Bruder auf einem Hügel mit Blick auf die gegenüberliegende Bergkette. Sie spielt am liebsten Netzball und ab und an auch noch mit Puppen. Ihre beste Freundin heißt Eva. Ihr Lieblingsessen ist Hühnchen mit Kassava-Brot. Kassava ist eine Feldfrucht, ähnlich wie unsere Kartoffel. Ritahs Mutter macht daraus Brot. Es schmeckt lecker. Später möchte Ritah Bankmanagerin in der Hauptstadt Kampala werden und vorher an der Universität studieren.

Eva ist Ritahs beste Freundin.

Eva ist Ritahs beste Freundin.

Heute gibt es Reis mit Gemüse.

Heute gibt es Reis mit Tomaten.

Ritah hilft ihrer Mutter beim Waschen.

Ritah hilft ihrer Mutter beim Waschen und …

Aufhängen.

Aufhängen.

Ritahs 12-jähriger Mitschüler Isaac interessiert das Krankenhaus ganz besonders. Denn hier möchte er später einmal als Radiologe arbeiten. Er hat von diesem Beruf gehört, und er fasziniert ihn. Er will unbedingt einmal studieren. Das ist sein Traum. Deshalb lernt er auch fleißig Englisch. Mittlerweile ist das sein Lieblingsfach. „Es fällt mir am leichtesten.“ Er spielt am liebsten Fußball und verehrt den Manchester United-Spieler Robin van Persie. Mit seinen vier Schwestern und einem Bruder lebt er bei den Eltern in der Nähe des Kagando-Krankenhauses. Seine beiden besten Freunde heißen Edwin und Gadson. „Und was isst du am liebsten?“, fragt ihn Ritah. „Reis mit Fleisch!“ Er lacht und macht sich mit Ritah gemeinsam auf den Heimweg. Denn sie beide wohnen oben auf dem Hügel in der gleichen Straße.

Fotos: Enric Boixadós

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