Kurz nachgebellt: Nach einer wahren Geschichte

Meine Freundin Senta.

Meine Freundin Senta.

Es war einmal Xuxá, eine junge Schäferhündin, die in einem kleinen Dorf im Süden Chinas zur Welt kam. Stundenlang konnte sie mit ihren Geschwistern im Gras toben. Die Kinder der Familie nahmen sie auf den Arm, streichelten und herzten sie. Xuxá wurde immer größer und mit einem Jahr war sie eine ausgewachsene Hündin mit prachtvollem schwarzbraunem Fell. Ihre Brüder hatte man schon längst verkauft. Sie war übrig geblieben. Eines Tages kam ein Händler mit einem Kastenwagen aus der Stadt, bezahlte für sie und nahm sie mit.

Xuxá wurde in einen engen Metallkorb gezwängt, in dem sie sich keinen Millimeter bewegen konnte. Die Fahrt in die Stadt war schmerzhaft, sie versuchte sich abzustützen, doch der Draht bohrte sich in die Ballen ihrer Pfoten. In einer Fabrikhalle wurde sie achtlos in ihrem Käfig in die Ecke geworfen. Auch andere Schäferhunde waren in engen Kästen eingepfercht. Xuxá hatte Hunger und Durst, doch man gab ihr weder Wasser noch zu fressen. Nachts träumte sie vom Grün des Grases, von ausreichend Futter und frischem Wasser. Im Morgengrauen zog man sie aus dem engen Käfig, legte ihr eine Drahtschlinge um den Hals und schlitzte sie bei lebendigem Leib auf. Ihre letzten Lebensmomente waren geprägt von qualvollen Schmerzen. Sie winselte, wälzte sich, vergeblich. Als man sie endlich gehäutet hatte, warf man ihren zuckenden Körper auf die kalten Steinfliesen. Xuxá war tot.

Kein Kommentar. Fotograf unbekannt.

Kein Kommentar. Fotograf unbekannt.

So wie ihr ergeht es Tausenden von Schäferhunden (und anderen Vierbeinern) in China. Begehrt wegen ihres Felles, werden sie geboren, um nach einem Jahr zu sterben. Genau dann, wenn der Junghund sein schönstes Fell hat und lebendig gehäutet deshalb, da der Angstschweiß des Tieres noch für einen besonders schönen Glanz sorgt. „Warum?“, werdet Ihr schockiert fragen. Begehrt sind Schäferhund-Felle vor allem für die mit Pelz besetzten Anorak-Krägen, die China in Massen exportiert. Leider machen sich die wenigsten Trägerinnen und vermehrt auch Träger Gedanken darüber, welcher Pelz wohl ihre Winterjacke, Mützen oder Stiefel ziert. Steht doch auf dem Label meistens „Asian Jackal“ oder „Asiatischer Waschbär“. Unvorstellbar für sie der Gedanke, dass es sich bei dem modischen Accessoire um das Fell von des Menschen treuestem Freund handelt.

Einige von Euch haben Dokumentationen im Fernsehen gesehen. Leider werden sie meist nur im Nachtprogramm gezeigt, da sie an Grausamkeit nicht zu überbieten sind. Katzen werden bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen, um ihnen leichter das Fell über die Ohren ziehen zu können. Doch was könnt Ihr selbst angesichts dieser Grausamkeiten tun? Vor allem nicht wegsehen, sondern reagieren. Beispielsweise bei jedem Kauf eines mit Pelz versehenem Kleidungsstücks oder Schuhen nachfragen, woher das Produkt kommt, um welchen Pelz es sich handelt und sich die Produktpapiere zeigen lassen. Als Kunden habt Ihr das Recht dazu. Eine andere Möglichkeit ist, Petitionen an die politisch Verantwortlichen zu schreiben und mit dem Boykott von Produkten und Reisen drohen.

Mein Frauchen mit Ronja und Senta.

Mein Frauchen mit Ronja und Senta.

Mein Frauchen hat diese Konsequenz getroffen – obwohl sie früher einmal in Hongkong lebte und als Touristin in China unterwegs war.

Hier geht es nicht um Sentimentalitäten sondern um viel mehr: es geht um lebendige Wesen, die keine Lobby haben, die – anders als bei Menschen – nicht auf das ihnen zuteil kommende Unrecht aufmerksam machen können. Sie sind zum Sterben verdammt und zum Schweigen. Und hier zeige ich Euch noch mein Lieblingszitat. Es ist von Mahatma Gandhi.

„Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.“

Wie recht er doch hatte.

Euer Gaston.

Mantel aus Hundepelz. Foto: Vier Pfoten International

Mantel aus Hundepelz. Foto: Vier Pfoten International

Anmerkung:

15 Hunde oder 40 Welpen, 25 Katzen oder 40 Katzenkinder werden für einen Mantel gebraucht. Schmuckstücke, Weihnachtsschmuck, Stiefelbesatz, Bommeln an Mützen, Handschuhbesatz, Taschenverzierungen, Spielsachen (auch für Tiere), Accessoires, etc. werden aus Katzen und Hundefell gefertigt und nicht deklariert bzw. als Kunstpelz verkauft. Katzen und Hunde werden dafür grausamst getötet. Das Unwissen vieler bedeutet die Hölle für diese Tiere. Erzählt es weiter. Danke für Eure Unterstützung.

Nähere Infos: www.gelabelt.de

Text wurde in der Huffington Post Deutschland veröffentlicht.

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Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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8 Antworten zu Kurz nachgebellt: Nach einer wahren Geschichte

  1. leonieloewin schreibt:

    Danke für das Aufmerksam machen auf diese Mißstände – ich hoffe, dass ich den Artikel rebloggen darf. Liebe Grüße.

  2. leonieloewin schreibt:

    Hat dies auf Leonies Leben rebloggt und kommentierte:
    In dem Artikel ist alles gesagt. So unendlich traurig, aber gut, dass Sabine und Gaston klare Worte gefunden haben. Danke.

  3. Elvira schreibt:

    http://www.peta.de/leder-fakten
    Einer der Gründe für meine vegan Lebensweise!

  4. Anna-Lena schreibt:

    Ich bin erschüttert, und doch passiert so etwas immer wieder. Vor ein paar Tagen wurde vor dem Aldi in unserem Ort der Hund einer 74jährigen Frau entführt. Zeugen sahen einen Mann in einem Kastenwagen, in den der Hund unsanft befördert wurde. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was aus dem Hund wird.
    Was gibt es nur für Menschen!!!

    LG Anna-Lena

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