Weihnachtswünsche aus dem Südsudan

Ich arbeite oft in Krisengebieten und werde konfrontiert mit Vertreibung, Armut und Krankheiten. Trotzdem, ich möchte diese Arbeit nicht missen, denn sie erinnert mich immer wieder an das, was wir haben: An ein Land, das politisch stabil ist und daran, dass die meisten von uns durch ein funktionierendes Sozialversicherungssystem abgesichert sind.

Die Begegnung mit Menschen, oft auch meinen Interviewpartnern, berührt mich einerseits und erdet mich andererseits. Und ich bin froh darüber. Nicht zuletzt dadurch habe ich mein Gleichgewicht gefunden und weiß in etwa auch, was Glück bedeutet oder bedeuten kann.

Doch es gibt noch so viele andere Dinge, die ich zu schätzen gelernt habe. Richtig, ich habe sie erst zu schätzen gelernt, denn früher habe ich vieles als selbstverständlich, als Normalität betrachtet. Gesundheit, Freunde, Familie, Spaß am Leben – all das sind Dinge, die ich wertschätze und als kostbar erachte.

Für die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe war ich im Südsudan und habe Euch ein paar Geschichten mitgebracht, passend zu Weihnachten.

Asceta Milunga, Lepra-Patientin: "Ich hoffe, dass meine Behandlung an Weihnachten abgeschlossen ist und ich nach Hause gehen kann. Schön wäre ein eigener kleiner Laden, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdiene.“

Asceta Milunga, Lepra-Patientin (links): „Ich hoffe, dass meine Behandlung an Weihnachten abgeschlossen ist und ich nach Hause gehen kann. Schön wäre ein eigener kleiner Laden, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdiene.“

Schwester Veronika Rackova, Ärztin und Ordensfrau: "Nie werde ich mein erstes Weihnachten hier mit den Leprapatienten vergessen. Es war einfach, aber wunderschön. Zusammen mit uns erlebten sie ein Gemeinschaft und darüber waren sie sehr froh und glücklich."

Schwester Veronika Rackova, Ärztin und Ordensfrau: „Nie werde ich mein erstes Weihnachten hier mit den Leprapatienten vergessen. Es war einfach, aber wunderschön. Zusammen mit uns erlebten sie eine Gemeinschaft und darüber waren sie sehr froh und glücklich.“

Bismarck Dumba, Lepra-Patient: "Über ein T-Shirt würde ich mich sehr freuen. Auch würde ich gerne mit den Schwestern zu Abend essen und einen Softdrink bekommen."

Bismarck Dumba, Lepra-Patient: „Über ein T-Shirt würde ich mich sehr freuen. Auch würde ich gerne mit den Schwestern zu Abend essen und einen Softdrink bekommen.“

Dr. Hickson Joseph Lasu, Nationaler Koordinator Lepra, TB, Buruli Ulcer: "Wir brauchen Autos, die in der Lage sind, auch zu den entlegensten Regionen zu gelangen, also geländegängige Wagen, wie Toyota Landcruiser, aber auch geländegängige Motorräder."

Dr. Hickson Joseph Lasu, Nationaler Koordinator Lepra, TB, Buruli Ulcer: „Wir brauchen Autos, die in der Lage sind, auch zu den entlegensten Regionen zu gelangen, also geländegängige Wagen, wie Toyota Landcruiser, aber auch geländegängige Motorräder.“

Katharina Kumi, 70 Jahre, ehemalige Leprapatientin: "Ich wünsche mir für mein Haus eine Latrine. Meine Notdurft verrichte ich in der Hütte in Behälter, und die Kinder entsorgen sie dann draußen. Das gefällt mir nicht.“

Katharina Kumi, 70 Jahre, ehemalige Leprapatientin: „Ich wünsche mir für mein Haus eine Latrine. Meine Notdurft verrichte ich in der Hütte in Behälter, und die Kinder entsorgen sie dann draußen. Das gefällt mir nicht.“

Joseph Klani Cirillo, Krankenpfleger und selbst ehemaliger Leprapatient: "Ich wünsche mir einen extra Anbau an die Gesundheitsstation, damit auch das Gesundheitspersonal eine Bleibe hat."

Joseph Klani Cirillo, Krankenpfleger und selbst ehemaliger Leprapatient: „Ich wünsche mir einen extra Anbau an die Gesundheitsstation, damit auch das Gesundheitspersonal eine Bleibe hat.“

Anthony Matere, Schuhmacher: "Ich wünsche mir eine Nähmaschine, um zum Beispiel Klettverschlüsse auf die speziell angefertigten Schuhe der Patienten zu nähen. Denn Schnallen sind unbequem und wenig handlich. Außerdem wünsch ich mir weitere Werkzeuge zur Fertigung von Schuhen für die Leprapatienten.“

Anthony Matere, Schuhmacher: „Ich wünsche mir eine Nähmaschine, um zum Beispiel Klettverschlüsse auf die speziell angefertigten Schuhe der Patienten zu nähen. Denn Schnallen sind unbequem und wenig handlich. Außerdem wünsch ich mir weitere Werkzeuge zur Fertigung von Schuhen für die Leprapatienten.“

Zur aktuellen Situation im Land:

Am 15. Dezember 2014 jährte sich der Ausbruch des Konfliktes im Südsudan. Der jüngste Staat der Welt steht kurz vor dem Kollaps, denn internationale und regionale Friedensbemühungen führten bislang zu keinem dauerhaften Frieden. Im Südsudan sind sämtliche staatliche Wohlfahrtsfunktionen weggefallen. Die Konsequenzen trägt die notleidende Zivilbevölkerung. Seit dem Ausbruch der Kämpfe gibt es etwa 1,44 Millionen Binnenflüchtlinge.

Seit Monaten verhandeln im äthiopischen Addis Abeba die Regierung des Südsudan und die Opposition unter Riek Machar über eine Friedenslösung. Trotz des Ablaufs zahlreicher Ultimaten der internationalen Staatengemeinschaft konnten sich die Konfliktparteien bislang noch nicht auf einen dauerhaften Frieden einigen.

Fotos: Enric Boixadós

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Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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Eine Antwort zu Weihnachtswünsche aus dem Südsudan

  1. leonieloewin schreibt:

    Danke für den interessanten Bericht, der mich sehr bewegt hat. liebe Grüße Leonie

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