REWUE: Ein Jahrhundert Würzburg

2gp_0005_20150522_1478413475 (Large)Wusstet Ihr, dass der Unternehmer Josef Neckermann kurz vor Weihnachten 1944 kein freies Lager mehr für seine letzte Bestellung hatte? Es handelte sich um „hygienische Empfängnisverhütungsmittel“, sprich Kondome. Drei Waggons davon waren einfach zu viel für sein Depot. Kurzerhand schickte er zwei Wagenladungen Kondome an die Wehrmachtssoldaten, der überflüssige Rest wurde als Weihnachtsdekoration verwendet. Kerzen, Lametta und Kugeln waren eh rar und Neckermann wusste Rat: Kurzerhand wurden die offiziellen Christbäume in der Stadt mit aufgeblasenen Gummis dekoriert.

Oder wusstet Ihr, dass das Capri Deutschlands älteste Pizzeria ist? Der Grund für ihre Entstehung war der schlichte Wunsch nach Pizza der US-Soldaten, die als Besatzer nach dem Krieg kamen. Für die Würzburger war das natürlich etwas ganz Neues, denn belegte Teigfladen kannten sie damals nicht.

Erinnert Ihr Euch noch an die Invasion der Trabis auf dem Residenzplatz? Die Grenzöffnung der DDR war noch keinen Tag alt, da kamen sie schon gerollt, in Mengen und mit leuchtenden Augen: Die DDR-Bürger aus Sachsen und Thüringen!

Daran und an noch viel mehr erinnert sich die Klofrau Margot (Marianne Kittel) an ihrem letzten Arbeitstag in ihrem geliebten Café. Sie kann viel erzählen und das tut sie auch in dem neuen Stück „Café REWUE“ im Mainfranken Theater Würzburg. Sich aufs Altenteil zurückziehen möchte die „Zuckerpuppe von der Kloputztruppe“ noch längst nicht. Und das sagt sie auch der Wirtin Luise (Barbara Schöller), die ihr geduldig zuhört, mal mehr, mal weniger verständnisvoll. 100 Jahre Ereignisse der Stadt, lustige, traurige, historische, alle gemischt mit der unvergesslichen Musik eines ganzen Jahrhunderts, verführt die Zuschauer zum Nachdenken und Träumen.

Ja, da sind sie, die Erinnerungen an die gute alte und weniger gute alte Zeit, dazu die bekannten Ohrwürmer. All das, gemixt mit viel Würzburg-Flair, führt letztendlich nach gut zwei Stunden, zu Standing Ovations. Viel Applaus also für die Darsteller! Und eine gelungene After-Show-Party rundet den Ausflug in Würzburgs Vergangenheit mit manch sentimentalen Anekdoten ab.

Ein Muss für alle Würzburger, die ihre Stadt lieben und an die, die ihre Heimat mal in einem anderen Licht sehen wollen!

Weitere Vorstellungen hier!

Fotos: Falk von Traubenberg/Mainfranken Theater Würzburg

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2 Antworten zu REWUE: Ein Jahrhundert Würzburg

  1. leonieloewin schreibt:

    Ich war lange nicht mehr in Würzburg und werde es diesen Sommer wohl leider auch nicht schaffen. Doch die Revue hätte ich sicher sehr gerne gesehen. Frohe Pfingsten wünscht Leonie

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