Heimat

P1140699 (Large)Was für ein seltsamer Begriff. Die einen verklären ihn, die anderen lachen darüber. Wir denken an die Sommer unserer Kindheit, die langen Strände an der Ostsee und an die weiten Felder mit Sonnenblumen. Und an die Reisen mit dem Zug, dem Auto, die Picknickstationen an der Autobahn, die Butterbrote und die Thermoskannen.

Viele von uns reisen nun wieder los, doch die Urlaube von früher sind so weit weg. Es gibt sie nur noch in unserem Gedächtnis, im hintersten Winkel. Da liegen die eigenen, halb verblassten Erinnerungen und die verwunschenen Gärten der Kindheit. Man kann spüren, was einen selbst ausmacht. Das kann wunderschön sein, aber auch beklemmend. Das kommt auf die Gedanken an, die man damit verbindet. Was ist das also, dieses spezielle Gefühl von Heimat?

Ich glaubte lange, überall leben zu können, frei von sentimentalen Stimmungen. Doch bald begriff ich die eigene Beschränkung. Sicher kann ich irgendwo sein, in Asien, in Lateinamerika oder in Afrika. Denn staunen und sich bewegen kann man überall. Doch nach einiger Zeit kommt die Sehnsucht. Nach Menschen, nach Orten, nach Werten, die mir vertraut sind. Ich erinnere mich an einen Sommer, an lange leere Landstraßen, auf denen ich entlang wanderte, weil es keine Autos gab, an Obstbäume, an den See mit dem Bade-Steg aus Holz, an die Sandwege, kleinen Bäche – eher Rinnsale – und alte Holzbrücken. Jetzt daran zu denken gibt mir die Sehnsucht zurück, die ich früher so oft verspürte.P1140650 (Large)

Der Ort, an dem man geboren wurde, ist wie eine Familie. Man kann ihn sich nicht aussuchen, aber man kann sich abwenden und sogar Liebesgeschichten anderswo beginnen, mit anderen Orten. Oder man kann ewig suchen nach diesem einen, diesem ganz bestimmten Empfinden, das man vor vielen Jahren einmal hatte. Ganz kurz nur, aber es war da. Und man weiß gleichzeitig, dass man es nicht mehr finden wird, es nie mehr zu einem zurückkommt. Ist Heimat nur ein Kindheitsempfinden? Der Gedanke an meine Heimat, so wie ich ihn früher verspürte, das ganze Drumherum, das er ausgelöst hatte, vor langer Zeit, ist weg. Wohl für immer.

Was bedeutet für Euch Heimat? Gerne können es auch Stichpunkte sein? Ich bin sehr gespannt.

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Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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12 Antworten zu Heimat

  1. Marianne schreibt:

    für mich bedeutet Heimat der Ort in dem ich geboren bin und in dem ich heute noch lebe und auch nie verlassen werde bis ich irgendwann mal sterbe, auch dann werde ich ihn nicht verlassen sondern nur die Adresse wechseln.

  2. kormoranflug schreibt:

    Meine Heimat ist immer da wo ich mich bewege. Da habe ich viele Orte. Die Heimat des Geburtsortes ist mir fremd geworden.

  3. trina59 schreibt:

    Mit 19 habe ich meine Heimatstadt verlassen, bin für zwei Jahre in die USA gegangen. Ich erinnere mich noch heute, wie ich auf dem Weg zum Flughafen (mein 1. Flug!) auf die satte, grüne, norddeutsche Landschaft blickte und ein wenig wehmütig wurde. Einige Wochen später, in den USA durchlebte ich eine Phase mit heftigem Heimweh. Ich hatte begonnen, mich in der neuen Umgebung zuhause zu fühlen und mir wurde klar, dass egal, wann ich zurück kehre, es nie wieder so sein würde, wie früher. Ich war dabei mich zu verändern und meine Kindheit hinter mir zu lassen. Heimat, das ist für mich die Kindheit, der Ort, an dem ich zu der wurde, die ich heute bin, der Ort, der mich geprägt hat und an dem Erinnerungen hängen an eine Zeit, die es so nie wieder geben wird.

    • sl4lifestyle schreibt:

      Liebe Trina, was für ein schöner Beitrag. Ich war auch für 2 Jahre in USA, habe aber meine Heimat nicht vermisst. Jetzt manchmal schon, wenn ich unterwegs bin! Schönen Sonntag Dir! LG Sabine

  4. toniasdogblog schreibt:

    Für mich bedeutet Heimat. Sich anlegen zu können, die Hunde um mich rum zu haben und einfach mal Ruhe und Entspannung zu haben.☺️🐶

    • sl4lifestyle schreibt:

      Das hört sich schön an. Ja, die Hunde vermitteln Geborgenheit, Wärme, Harmonie. Das trägt viel zu dem Heimatgefühl bei.
      Schönen Abend von Sabine und Gaston.

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