Berg Athos: Das Kloster Zygou

L1170560 (Large) L1170566 (Large)40 Meter entfernt ist schon die Grenze. Hinter der Mauer liegt der Berg Athos. Abweisend, ein wenig düster und gewaltig präsentiert er sich. Der heilige Berg ist eine orthodoxe Mönchsrepublik mit autonomem Status unter griechischer Souveränität. Er befindet sich auf dem gleichnamigen östlichen Finger der Halbinsel Chalkidiki. Das Territorium umfasst rund 336 Quadratkilometer und zählt zurzeit 2262 Mönche. „Es ist strikt verboten, die Mauer zu passieren und über den Landweg zum Berg Athos zu gelangen. Wenn jemand geschnappt wird, der sich ohne Visum auf dem Berg aufhält, wird er verhaftet. Nicht umsonst gibt es dort rund 20 Polizeikontrollen“, sagt Archäologe Stefanos Tsolakis.

Stefanos Tsolakis: "Polizeikontrollen auf dem Berg."

Stefanos Tsolakis: „Polizeikontrollen auf dem Berg.“

Ich treffe Stefanos an der antiken Stätte des Klosters Zygou ganz in der Nähe der Mauer. Die erste bekannte Erwähnung „Zygou“ stammt aus einer Urkunde von 942. Daraus lässt sich entnehmen, dass es sich dabei um einen wichtigen topografischen Bezugspunkt handelte. Jedoch wird nicht klargestellt, ob es ein Ort, ein Dorf oder ein Kloster war. Im Jahre 958 kommt der heilige Athanasios der Athonite zum sogenannten Zygos, wo er, einem älteren Asketen der Gegend untergeordnet, seine Askese begann. Im Jahr 991 scheint das Kloster Zygou bereits gegründet, auch wenn das erste eindeutige Zeugnis erst aus dem Jahre 996 stammt.

Obwohl das Kloster während des 11. Jahrhunderts eines der wichtigsten Athos-Klöster war, wurde es 1199 bereits verlassen und von Kaiser Alexios III. Angelos dem damals neugegründeten Kloster Chelandari als Klostergut überlassen. Um das Jahr 1206 scheint sich in der Klosterfestung Zygou ein fränkischer Fürst niedergelassen zu haben, der von hier aus Überfälle verübte und den Heiligen Berg plünderte, bis er um das Jahr 1211 auf Intervention des Papstes aus der Gegend vertrieben wurde. Seitdem ist das Kloster als „Burg der Franken“ („Frangokastro“) bekannt. Einst war es ein großes Athos-Kloster mit einer Fläche von 5500 Quadratmetern. Seine Festungsmauern sind mit 11 Türmen verstärkt.

Die Kirchenmauern sind bis auf eine Höhe von 2 bis 4 Metern erhalten. Das Innere der Kapelle war mit Wandmalereien versehen. Es handelt sich dabei um die Ältesten des Heiligen Berges aus dem 11. Jahrhundert.

Mir ist bewusst, dass das Kloster Zygou das einzige ist, welches ich als Frau betreten darf. Unwillkürlich fällt mein Blick auf die Bergspitze des Athos. Der Himmel hat sich verändert, mehr Wolken kommen auf. Der Gipfel ist von Nebel umhüllt. Fast feindlich wirkt er jetzt auf mich.

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