Das World Wide Web

L1160827 (Large)Ja klar, finden kann man im Internet alles: Sex, Freunde, Partnerschaft. Sogar ohne große Anstrengungen. Die Frage ist nur, was das World Wide Web so alles mit uns anstellt. Kürzlich habe ich mich unterhalten. Mit einer jungen Frau, die im Netz lebt. Ja, richtig, sie lebt darin. Die Unterhaltung mit ihren Freunden läuft fast zu 100 Prozent virtuell ab.

Ihre Bilder bei Instagram zeigen, was sie macht, was sie anhat, was sie isst, wo sie ist und mit wem. Bei Facebook diskutiert sie mit Freunden, aber auch mit Fremden. Die Dinge sind wichtig oder auch unwichtig, ist eigentlich egal. Wenn jemand Geburtstag hat, den sie nicht gut kennt, wünscht sie ihm über Facebook alles Gute. Die, die sie kennt, bekommen von ihre einen Anruf oder auch mehr, sprich eine persönliche Begegnung.L1160823 (Large)Bei Tinder sucht sie sich Partner für die Nacht, für eine oder auch mehrere. Bei Whats App erzählt sie ihren Freunden davon, wie es war. Meistens sitzt sie alleine zuhause, kriegt Informationen, verarbeitet diese und/oder gibt sie weiter. Je nachdem. Sie ist süchtig nach den schnellen Klicks, den Bestätigungen, den Sex-Dates. Wenn sie telefoniert, dann grundsätzlich nur mit Headset, um währenddessen in Facebook zu liken, Bilder auf Instagram zu laden oder den perfekten Match bei Tinder zu finden. Ab und an liest sie ein Buch. Dabei hat sie ihr Handy stets im Blick, wegen der neuen Nachrichten, die eingehen oder auch nicht!L1160825 (Large)Regelmäßig verlegt sie ihr Handy, vergisst es. Manchmal ist auch der Akku leer. Dann kriecht Panik in ihr hoch. Und es gibt nur den einen Gedanken: Wie komme ich möglichst schnell wieder an mein Handy?

Sie erschrickt über ihr Konsumverhalten und installiert eine App. Die sagt ihr, wie oft sie das Handy am Tag entsperrt und wie oft sie Apps auf ihrem Handy nutzt. Das Ergebnis ist frustrierend: 200 Mal pro Tag Handy entsperrt und für Instagram und Co. gingen meistens mehrere Stunden drauf.

Das ist Suchtverhalten pur. Und sie weiß es. Sie schafft nach langem Anlauf die Entschleunigung. Endlich. Im Klartext heißt das, Tinder löschen, virtuelle Kontakte löschen, wichtige Menschen einfach mal wieder persönlich treffen, Museumsbesuche, Zeitung lesen, in die Kneipe gehen und sich unterhalten. Oder mal wieder telefonieren, richtig telefonieren, ohne das Drumherum! Das Handy mal zuhause liegen lassen, wenn man weggeht. Oder das Handy für ein paar Stunden einfach ausmachen. Als ich so alt war wie sie habe ich Tagebuch geschrieben, stundenlang!!

Echt krass, oder? Was meint Ihr dazu?

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4 Antworten zu Das World Wide Web

  1. Zu recht werden solche Menschen als Smombies bezeichnet, ein nicht zu unterschätzenden Suchtfaktor und schon ist man abhängig und bereit, das eigene Leben nach Facebook, Handy und Co. auszurichten

  2. ODIE schreibt:

    So jemand wohnt auch bei uns im Haus. Er geht nur raus um zum Zigarettenautomaten zu laufen und zurück. Ansonsten verlässt er die Wohnung nie. Würde ihn auf 18/19 schätzen. Man hört wie er mit Headset spielt, manchmal sehr laut, manchmal ist nicht zu hören, die Rollos immer unten. Bekommt keine Sonne ab. Seine Freundin kam am Anfang 1x die Woche und hat bei ihm geputzt. Mittlerweile kommt niemand mehr.
    Es ist so schade, dass jemand so dem Virtuellen Leben verfallen kann. Ob er jemals wieder ins echte Leben zurückfindet bezweifle ich.
    Schade um sein Leben, dass er so verschwendet.
    Ich bin immer gerne draußen. Grass ist meine Leidenschaft, aber auch Erde. Jeden Tage wälze ich mich bei jedem Gassigang in Erde oder Grass, je nachdem wo wir Gassi sind. Die Natur riechen, die Sonne auf meinem Fell genießen. Das ist LEBEN. GLG Odie

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