Die Hölle von Dubrovnik

DubrovnikEs sind leider keine guten Nachrichten, die ich Euch nun mitteile. Ich bin mit den Tierschützern vor Ort in Kontakt und bitte Euch, diese Geschichte bekannt zu machen. Ich kann heute nichts Weihnachtliches posten, zu sehr beschäftigt mich diese Sache und ich versuche, diese Ungeheuerlichkeiten publik zu machen, wo ich nur kann. Aber lest einfach selbst. Der Augenzeugenbericht ganz unten ist in Englisch. Ich habe ihn zudem auf Deutsch zusammengefasst.

25.12.2015: Nun auch in der Huffington Post Deutschland. Es war die Arbeit wert!

Sie kamen bei Nacht. 50 bewaffnete Polizisten stürmten das private Tierheim von Zarkovica in Dubrovnik und nahmen über 75 Hunde in Gewahrsam. Eine entsprechende Gerichtsverfügung hatten sie nicht. Die Tierheimleiterin wurde inhaftiert. Wie sich jetzt herausstellte, wurden die Hunde auf Tötungsstationen im ganzen Land verteilt, zum Beispiel nach Pakrac, Pula and Split. Einige von ihnen waren bereits vermittelt. Die Tierschützer in Dubrovnik sind verzweifelt und protestieren vor dem Rathaus. Vor zwei Tagen wurde zugesagt, die Tiere zurückzubringen. Das ist bis jetzt nicht geschehen. „Wir sind es leid, leere Versprechungen zu hören. Wie oft hieß es schon, uns beim Bau des Tierheims zu unterstützen. Wir glauben sie erst, wenn die Tiere zurück sind und das ist bis jetzt nicht geschehen“, sagt Tierschützerin Jasmina M.

Gestern dann das Dementi: Die Hunde werden nicht zurück gebracht. Maja K. ist Anwältin in Slowenien und gehört zu den Unterstützern. Sie hat bereits erste rechtliche Schritte eingelegt. „Ich kenne die Tötungsstation von Pakrac, weil zwei meiner Hunde von dort sind. Die Bedingungen für die Tiere vor Ort sind furchtbar.“ Majas Welpen waren vollkommen traumatisiert. „Es geht nun darum, die Tiere so schnell wie möglich herauszuholen.“

Tierschützer in Pakrac versuchen nun, die Hunde über Adoptionspapiere zu bekommen. „Die Hunde bleiben“, lautet es offiziell. 2Wir brauchen internationale Unterstützung. Sehr dringend. Touristen müssen erfahren, was vor sich geht. Das ist der einzige Weg, die Behörden zum Umdenken zu bringen“, sagt Maja K.

In Slowenien haben schon mehrere Reisebüros ihre Reiseangebot für Kroatien für 2016 aus dem Programm genommen. „Wir geben nicht auf, bis alle Hunde wieder in Zarkovica sind.“ Die Aussichten sind nicht gut. Weihnachtsfreude wird es für die Tierschützer nicht geben. Ihnen bleiben Bangen, Hoffen und Warten. Dass es den Tieren dort, wo sie jetzt sind, sehr schlecht geht, liegt auf der Hand. „Besonders die Welpen haben keine Chance, zu überleben“, sagt die Anwältin. Die Urlaubsidylle von Dubrovnik hat Risse bekommen.

Hier die Petition.

E-Mail Stadtverwaltung Dubrovnik:

Anmerkung: Vor zwei Jahren hat die Massentötung von rumänischen Straßenhunden weltweit Aufsehen erregt. Tausende von Tierschützern sind auf die Straße gegangen. Die Situation in Kroatien ist nun ähnlich.

„I came home after the hardest 48 hours in my life. The feeling was terrible. Like I was a war veteran, coming home from battle, with empty soul, convinced that no one can understand my feelings and understand my story. How can my husband or my kids understand that I was running through the bush near Zarkovica at 2 am in the morning trying to get to the shelter because police blocked me? How can I explain to the people that dog screams I have heard will stay forever in my mind and I couldn’t go there and help them? All of you know how I always write about love and affection that I get every time when I enter the shelter. This time, Sandra (the head of the shelter) was already arrested, I entered the shelter and what I saw there I will never forget. Dogs were so scared, they didn’t want to come to me, they were barking, crying, running around. Empty dog houses and opened doors and huge emptiness all around me. After few minutes, they started to come to me and every one of them wanted that I hug them, touch them with my hand and promise them that this will never happen again. Can you imagine what they felt? Sandra was not there anymore. Strangers with police were inside catching them with ropes, lifting them up in the air until they almost suffocate and put them into small cages in cars ready to take them away. Every dog which came to them and probably wanted to give a kiss and get a hug – as they greet all people coming to the shelter – was taken away. Like always, the best of them were taken just because they trust people and they coudn’t imagine what people can do to them. Old dogs, friendly dogs, they paid the price. After Sandra came back from prison, I felt like we were on the battle field counting how many victims we have. It was heartbreaking. We cried so much. We all felt like we were cheated because we expected them to come back later in the morning (they told us so after our protests), but the truth is that actually no one expected that this will happen despite the fact that they already did many bad things. Stories like this one do not come from places like Dubrovnik. We are in EU, in center of croatian tourism and culture. I don’t know if I am volunteer or some warrior forced to fight on the first line? Bleeding from my heart which no one can see. Emptiness of my soul, anger, sorrow … it is all mixed up. Feeling that I didn’t do all what I could do will kill me. My dear friends, share all these news. Fact that City council voted for saving the dogs, doesn’t mean a lot. Our new battle just started and we need help. Please, pray for our 65 dogs taken away, pray that they will stay safe until we bring them back.“

Tina Duk, Volunteer Shelter Zarkovica

Zusammenfassung Augenzeugenbericht auf Deutsch:

„Es waren die 48 schrecklichsten Stunden meines Lebens. Ich war dabei, als die Beamten und die Tierfänger die Hunde mitnahmen. Sandra, die Tierheimleiterin, hatten sie bereits verhaftet. Die Hunde waren so verängstigt und in Panik als die Hundfänger sie mit Drahtschlingen, die ihnen die Luft abschnürten, wegbrachten. Es sind vor allem Hunde, die an Menschen gewöhnt sind. Sie liefen geradewegs auf die Fänger zu, wollten nur gestreichelt werden, doch sie packten sie mit voller Härte. Die Schreie der Tiere werden mir für immer im Gedächtnis bleiben. Ich konnte nichts für sie tun. Die, die am freundlichsten waren und am meisten Vertrauen zu Menschen hatten, sie alle wurden mitgenommen. Sandra kam am Morgen zurück. Einige Hunde waren in Panik weggelaufen, andere vermissen wir immer noch. Wir weinten. Dann wurde uns gesagt, die Hunde werden zurückgebracht, doch nichts ist geschehen. Das sind Lügen. Wir gehören zur Europäischen Union, das kann doch nicht sein. Bittet betet für diese Tiere. Die Welt muss davon erfahren.“

Tina Duk, Volunteer Shelter Zarkovica

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15 Antworten zu Die Hölle von Dubrovnik

  1. Iris Feilner schreibt:

    so ein mist. unglaublich! das muss man stoppen.

  2. Ditschi schreibt:

    Ich würde es gerne rebloggen um darauf aufmerksam zu machen…

  3. einsiedler schreibt:

    ist sie nicht schizophren, die beziehung der menschen zu den tieren? zu bestimmten tieren, vor allem katzen, hunde und pferde, entwickeln wir ein sehr inniges verhältnis. sie werden gehegt und gepflegt und sind die besten freunde. die so genannten “nutztiere” dagegen werden gequält und ausgebeutet. wir verdrängen erfolgreich die tatsache, dass fleisch, milch, daunen oder pelz von einem tier mit charakter und eigenen bedürfnissen stammen. die politisch verantwortlichen billigen das sinnlose leid der tiere für wirtschaftlichen profit.

  4. Bernd schreibt:

    Die Moral eines Landes wird immer daran Gemessen, wie sie mit ihren Tieren Umgehen ! Ich lebe in Kroatien und sehe jeden Tag wie hier mit Tieren umgegangen wird. ( es gibt hier Weinbauer die sich im Frühjahr-Sommer junge Hunde holen, sie in der Weinfeldern bis zur Lese anbinden, und dann wenn sie nicht mehr gebraucht werden erschießen ) Gruß und ein Gutes neues Jahr Bernd

    • sl4lifestyle schreibt:

      Unfassbar. Wie Menschen handeln können. Danke für Deinen Beitrag, Bernd.

      • Bernd schreibt:

        Hallo lifestyle, ich habe auch einen kleinen Kroaten hier ( einen ganz lieben und Dankbaren Mischling ) Wenn ich ihn vor 8 Jahren nicht genommen hätte, wäre er auch Eingeschläfert worden. Wir haben hier in Novigrad auch ein Tierheim mit ähnlichen Problemen, ich bringe immer wenn ich in Slo. Einkaufe einen Sack Hundefutter mit. Mir tut die Frau leid, sie betreibt das Private Tierheim ganz alleine ohne eine öffendliche Unterstützung.
        Gruß Bernd

      • sl4lifestyle schreibt:

        Mein Hund ist aus Ungarn. Ähnlicher Fall! Vielleicht solltet Ihr mal die Tierschützer in Dubrovnik kontaktieren. Ich habe sie erst durch diese Aktion kennengelernt. Ich meine, Interessen bündeln. Gemeinsam ist man stärker! Schönen Beginn des Jahres 2016, Bernd!

      • Bernd schreibt:

        Morgen lifestyle, Dobrovnik ist zu weit weg. Ich konzentriere mich hier ein bisschen. http://www.tierhilfe-istrien.org/index.html#tierunterkuenfte Wida steht mit ihren 30-40 Hunden alleine, und das Tierheim wird demnächst wahrscheinlich auch Aufgelöst. Es stand schon ein paarmal auf der Kippe.
        L. Grüße Bernd

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