Spanien: Todeskampf in der Arena

L1180737 (Large)L1180738 (Large)Es ist, wie es ist. Die Mehrheit der Spanier hat das Interesse am Stierkampf verloren. Doch da gibt es die Politiker, die das grausame Spiel um Einfluss, Macht und Tradition weiter verteidigen. Besonders Mariano Rajoy, seines Zeichens immer noch spanischer Ministerpräsident, verteidigt das archaische Spektakel. Bislang sind den Bullenzüchtern in Spanien jährlich etwa 130 Millionen Euro zugekommen. Etwa 1.400 Landwirte profitieren davon. Auf die Zuschüsse ist die Branche angewiesen, denn die Besucherzahlen sinken stetig. Leider kommen heute die meisten Einnahmen aus den Geldbeuteln von Touristen.

In der Tat: Die Europäische Union unterstützt den Stierkampf immer noch mit Agrarsubventionen. „Es muss sichergestellt werden, dass die Stierkampfzucht nicht von diesem Geldern profitieren darf“, sagt Grünen-Bundestagsabgeordner Sven Giegold. Die Mehrheit ist da und diese Hürde könnte eigentlich passiert sein, wäre da nicht die noch fehlende Zustimmung der Mitgliedsstaaten. Und genau das ist der Knackpunkt, in Gestalt von Rajoy, der sich standhaft weigert, der blutigen Tradition ein Ende zu bereiten.L1180733 (Large)

In Spanien gehört das Töten der Stiere sogar zum offiziellen Kulturgut des Landes. Etwa 30.000 Bullen werden jährlich in den Arenen durch Matadore getötet. Die deutsche Übersetzung für Matador: Schlächter.

Nur zwei spanische Regionen haben bislang den Stierkampf in ihren Arenen verboten: Katalonien mit Barcelona als Metropole und die Kanarischen Inseln. Leider nur ein kleiner Anfang. 20 Prozent der Tiere werden vor dem Kampf unter Drogen gesetzt, betont eine Studie der Universität von Salamanca. Illegale Praktiken wie Hörner abschleifen oder absägen, wobei auch immer Nerven freigelegt werden, was den Tieren unsägliche Schmerzen beschert, sind gang und gäbe. Bis zu drei Tage bekommen die Tiere kein Futter mehr, werden in eine dunkle Zelle gesperrt und bevor das Tor zur Arena aufgeht, gequält. In der Arena selbst geht das Quälen weiter mit den Lanzen, Schwertern, Dolchen und Spießen der Schlächter. Dabei wird versucht, den Tod der Tiere so lange wie möglich hinauszuzögern. Schließlich soll das zahlende Publikum unterhalten werden. Leider unterliegt es der spanischen Regierung, den Stierkampf zu verbieten. Und die ist weit davon entfernt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Reportagen, Spain, Tierschutz abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Spanien: Todeskampf in der Arena

  1. dschungelpinguin schreibt:

    Toller Blogpost zu einem grenzwertigen Thema. Gefällt mir zu sagen, könnte jetzt aber den falschen Eindruck abgeben. Ich möchte mich als Anti-Stierkampf Person outen, weil ich das nicht so schön finde. Aber andererseits bin ich auch jemand, der wiederum versteht, dass es einen historischen/geschichtlichen Brauch hat. Schweres Thema. Aber, toll gelöst mit deinem Blogpost.
    Eisig warme Grüße, Andreas
    http://dschungelpinguin.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s