Warten auf den Tod …

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… gesehen in Südindien, Januar 2016.

Ich bin allein, es ist schon Nacht
und stille wird’s im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht,
dort ruht mein Herr sich aus.

Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett
bewache seine Ruh’.

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.

Die Hütte, die mein Herr versprach,
erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durchs morsche Dach,
Stroh gab’s schon längst nicht mehr.

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört –
und wüsst’ mein Herr auch, was mir fehlt
er wird nicht gern gestört.

Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal
leck ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt,
den grub ich längst schon aus.

Die Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück,
und nie werd’ ich sie los.

Was Freiheit ist, das lern’ ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg ich, warte auf den Tod,
denn dieser macht mich frei.

Unbekannt

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Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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4 Antworten zu Warten auf den Tod …

  1. Ist tatsächlich ein Hund drin?

  2. JobcoachingBonn schreibt:

    Soo unendlich traurig….

  3. einsiedler schreibt:

    in deutschland hat eine tierschutzpartei keine chance, das zeigten auch die gestrigen landtagswahlen. auch protestwähler geben den parteien keine stimme.
    fast alle deutsche nehmen den tiereschutz im alltag sehr ernst. gesteuert von ihrer hohlen birne, befreien immer mehr tierfreunde, für einen geringen finanziellen aufwand, die armen welpen der welpenmafia. ein krankes tier bringt man dann sehr oft in das nächste tierheim.
    apropos, die hoffnungslos überfüllten tierheime sind auch ein beleg dafür, dass den deutschen der schutz der tiere sehr wichtig ist. unzählige hunde, katzen, kaninchen, meeerschweinchen, hamster und auch vögel landen nicht zuhause in der pfanne, sondern werden, weil auch oft krank, in die obhut eines tierheimes gegeben. fleisch gibt es schliesslich superbillig, und auch schon tot, in jedem superemarkt oder discounter.

    die deutschen wehren sich auch gegen echtpelz-kleidung und deshalb liegt die mit kunstpelz verzierte kleidung momentan voll im trend. man muss ja nicht wissen, dass das kunstfell aus hunde- und katzenfellen hergestellt wurde. statt einer tierfelljacke tragen die deutschen lieber eine daunenjacke und darunter einen angora pullover.
    tierschutz macht auch spass. auf facebook findet man viele mitstreiter und kann sich über missachtete tierrechte in vielen anderen ländern empören. fleissig fordert man die anderen zu spenden auf, auch wenn diese oft bei der spendenmafia landen. so ist es !

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