Eine Erinnerungskiste voller Schätze

1895-211Habt Ihr zuhause auch eine Erinnerungskiste? Oder mehrere? In meiner sind Liebesbriefe, diverse Poesiealben, kleine Zettel mit krakeligen Notizen, die an vergangene Dates erinnern und ein paar dieser unglaublich tollen Polaroids. Das sind Dinge, die mich früher glücklich gemacht haben. Die Kiste holte ich aus dem Schrank, immer schon mit einer unbändigen Vorfreude, mindestens einmal pro Jahr.

Ich las die Briefe, erinnerte mich, lächelte selbstverloren und dachte in bunten Bildern zurück. Heute habe ich die Kiste seit gefühlt 10 Jahren nicht mehr hervorgeholt. Könnte ich mal wieder machen, zumindest um mich dann mit einem nostalgischen Seufzer zu erinnern. Eigentlich bin ich im Ausmisten ganz gut. Meistens verschenke ich das, was ich nicht mehr nutze. Aber hier geht es um das emotionale Ausmisten. Und das ist schwer. Viel schwerer als ich gedacht habe. So blieb also die Kiste die ganze lange Zeit unberührt. Der Inhalt ist wie eine Türe, die man nicht schließen will. Auszusortieren ist nicht so einfach. Da müsste ich mich selbst überlisten, mit irgendwelchen „Weg damit-Prinzipien“.

Es gibt ja auch schon jede Menge Bücher, die einem  weiterhelfen. Oder zumindest weiterhelfen können, falls man sie lässt. Ich habe auch einige dieser Bücher. Ich bin aber klug genug zu wissen, dass ich ein gutes Gefühl, das nur noch in Form von alten Briefen, unscharfen Fotos oder zerknitterten Notizen besteht, nicht so einfach auferstehen lassen kann. Das ist also mein emotionaler Sperrmüll, der ja doch auch eine gewisse Daseinsberechtigung hat. Soweit so gut!

 

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6 Antworten zu Eine Erinnerungskiste voller Schätze

  1. Deine Christine! schreibt:

    Ich habe auch immer noch eine Kiste… aber sie ist schon leerer geworden. Trotzde ist ist aber auch ein schönes Gefühl, so eine Kiste zu haben…. 😉

  2. 365tageimleben schreibt:

    Ich habe keine Kiste, aber einen Stoffbeutel und darin sind nicht nur die oben beschriebenen Dinge, sondern auch z. B. der erste Strampelanzug meiner Tochter, ihr erstes Schulheft, mein erstes Tagebuch, der erste Ring, den mir eine junge schenkte und ein T-Shirt, dass ein viel zu früh verstorbener Freund gemacht hat.

    Und nein, ich will diesen Beutel nicht ausmisten, es sei denn etwas darin hat seine Bedeutung für mich verloren. Dabei miste ich gerne aus, meinen Kleiderschrank, meine Wohnung, mein Lebe, aber doch nicht, was ich liebe.

    Herzliche Grüße
    Ela

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