Darf ich vorstellen? Fritzle aus Ungarn!

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Zum Wochenbeginn nun die berührende Geschichte einer Hunde-Adoption …

Von Ursula Weidmann

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Herr Kluftinger

Als mein Vizsla Herr Kluftinger in den Himmel ging war ich total fertig. Blockiert und untröstlich! Aber Kluftis Platz sollte so schnell als möglich wieder einem Tierschutz-Vizsla gehören. Da wir ja sowieso schon auf dem Sprung nach Ungarn in die Ferien waren, war das also ein guter Zeitpunkt, damit sich ein neuer Hund an uns gewöhnen kann.

Kluftingers ehemaliger Pflegedaddy Miklos aus Budapest, mit dem ich seit 2012 in Kontakt bin, engagiert sich in der ungarischen Tierschutz-Organisation Vizslamentés.

Ihn bat ich um Hilfe. Er weiß welche Hunde ich mag und stellte mir sechs Hunde von Vizslamentés auf ihrer Website vor. Er versprach, mich dorthin zu begleiten. Vizslamentes unterhält kein Tierheim sondern arbeitet ausschließlich mit Pflegestellen. Das hat, wie ich finde, den unschätzbaren Vorteil, dass man die Hunde anders beobachten und beschreiben kann als im Zwinger.

Ich entschied mich, erst mal zwei von den sechs zu „daten“. Den ca. zehnmonatigen rotgoldenen Vizsla-Mix Báro und einen sportlichen Deutsch Drahthaar, der bei einem Jagdhunde-Ausbilder ist, nicht schussfest sei und daher vom Besitzer nicht mehr abgeholt wurde.

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Fritzle hat das Rennen gemacht!

Wir fuhren mit Miklos und seinem wunderschönen und hervorragend erzogenen Vizsla-Rüden Brownie, der als Assistent zum Austesten der Sozialverträglichkeit immer dabei ist, los. Zuerst 120 Kilometer zu Báro. War der süß, voller Puppy-Charme, einfach ein Wonneproppen. Er kam mir vor wie die Wiedergeburt meines früheren Hundes Lorenz! Wir gingen mit ihm Gassi, er kannte keine Leine, lief aber gerne mit Brownie mit. Mein Mann strahlte mit mir um die Wette und meinte „Müssen wir noch weiter fahren?“ und Miklos fragte „Was meinst Du zu Báro, Uschie?“ Ich: „Mein Herz ist weit offen für ihn! Aber Koma (so hieß der Deutsch Drahthaar) sollte auch die Chance eines Besuches bekommen.“

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Nach weiteren 180 Kilometern bei Koma-Jack-Fritzle angekommen.

Also fuhren wir weitere 180 Kilometer in die Nähe von Eger. Dort besuchten wir Koma, der zusammen mit drei Deutsch Kurzhaar und einem Malinois lebte. Koma bestand nur aus Muskeln und Rippen. Und ich sagte nur: „Das ist mein Hund!“ War ich tatsächlich wahnsinnig geworden?

Ich lief einige Schritte mit ihm im Hof herum und erfuhr schließlich, dass Koma eigentlich Jack hieß und zweifacher Studienabbrecher sei: Weder in der Ausbildung zum Schutz- noch zum Jagdhund sei er talentiert. Dann machte Miklos, der auch ein Hundeflüsterer ist, ein paar Tests mit ihm. Auch Brownie musste ran. Alles Bingo!

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Stolz auf sein neues Halsband.

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Zuhause angekommen mit neuem EU-Heimtierausweis. Willkommen Fritzle!

Als ich ihm das mitgebrachte Halsband umlegte, schaute er mich sehr lange und seltsam intensiv an! Das war der Beginn einer neuen Liebe, kleinflammig noch aber mit der Tendenz zu wachsen! Zuhause stellte sich schnell heraus, dass Koma-Jack eigentlich ein Fritzle ist. Natürlich ist mir klar, dass ich jetzt einen eineinhalbjährigen Drahthaar habe, der erzogen und beschäftigt werden möchte. Das wird noch eine große Aufgabe werden!

Ich kann die Organisation Vizslamentés von ganzem Herzen empfehlen! Sie geben sich unendlich Mühe und betreuen Hund und Mensch rundum hervorragend! Evelin spricht Deutsch und Miklos und Judit sprechen Englisch. Schaut doch einfach mal auf deren Facebookseite (deutsch, englisch und ungarisch) vorbei!

 

Buchtipp: Ursula Weidmann: Magyar Vizsla: Charakter, Erziehung, Gesundheit, Cadmos Verlag, 128 Seiten, 19,90 Euro.

 

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4 Antworten zu Darf ich vorstellen? Fritzle aus Ungarn!

  1. Isabel Block schreibt:

    Tolle Arbeit, die Vizslamentes macht. Habe viele Freunde, die durch diese Organisation gute und liebe Hunde aus ganz Europa erhalten haben.

  2. Uschie schreibt:

    Das freut mich sehr, liebe Isabel Block, dass auch Sue von Vizslamentes überzeugt sind. Bitte helfen Sie mit, dass diese Organisation, die aus einer kleinen Gruppe Freiwilliger besteht, in Deutschland mehr bekannt wird.

  3. tiermenschnatur schreibt:

    Super, dass ihr dem Hübschen noch eine Chance gibt. Ich bin sicher, mit etwas Geduld und Übung wird auch ein „Studienabbrecher“ noch zu einem tollen Weggefährten 🙂 Viel Freude für euren weiteren gemeinsamen Weg, den ich hier bestimmt weiter verfolgen werde 🙂

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