Segeltörn mit der Eye of the Wind: Tag 6 – Auf See

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Nach einer Einweisung geht es hinauf in die Masten.

Wir segeln hinüber nach Marigot, dem französischen Teil der Insel St. Martin bzw. Sint Maarten. Die Brise, das Wasser, den Klang der Wellen hören und spüren. Das erlebe ich heute besonders intensiv, da es mein letzter Tag an Bord ist.

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Ich habe Lust, in die Masten hinauf zu klettern und nach einer Anleitung von einem Crew-Mitglied fasse ich allen Mut. Ich habe eine spezielle Sicherheitsweste mit Karabiner-Haken an, zum Festmachen in schwindelnder Höhe. Langsam steige ich hinauf. Die junge Frau, die mich eingewiesen hat, klettert vor mir und erklärt mir die Schritte. Wahnsinn, von oben hinunter auf das Deck und auf das Meer zu blicken. So schön!

Mein Blick reicht hinüber zur Insel, ein Postkartenmotiv. Später, zur blauen Stunde, gibt es Rum-Punsch für alle. Wir reden, lachen gemeinsam und erinnern uns. Die vorangegangenen Tage auf dem Meer erscheinen mir wie eine Ewigkeit, mein Gefühl ist ganz weit weg von Zeit und Raum.

Segeln auf einem traditionellen Windjammer. Das verspricht, eines der letzten großen Abenteuer zu werden. Dem Alltag davon segeln oder Teil der Crew werden. Anpacken, mitmachen – alles ist möglich. Oder sich einfach zurücklehnen, in den Himmel blicken und Gott und die Kraft der Natur spüren. Eine Erfahrung, die ungewöhnlich ist und das Bewusstsein erweitert.

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Zum anderen gibt es auf der Alten Dame kein WLAN, sondern nur das Geräusch des Windes und der Wellen. Und ein Schaukeln, das mal sanft, mal heftig sein kann, je nach Seegang! Die digitale Welt bleibt draußen, egal, ob auf dem Mast oder in der Kajüte. Crew wie Gäste gehören zusammen, sie sprechen eine Sprache: Die des Segelns, der Erlebnisse auf dem Ozean, der unvergesslichen Momente unter dem Nachthimmel mit den unzähligen Sternschnuppen und der ganz persönlichen Glücksmomente.

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Nicht nur in ihrem realen Leben hat die Eye of the Wind Stürmen getrotzt, ist ausgebrannt, und gestrandet. Als Königin der Meere war sie schon mehrfach in Hollywood-Produktionen dabei. Damals, Anfang der 1980er, in Die blaue Lagune und in dem Piratenabenteuer Savage Island, später aber auch in dem Historien-Epos Tai Pan, in der Geschichte über den berühmten britischen Navigator Matthew Flinders in A Desperate Fortune, in der TV-Doku Der Längengrad und dann in ihrer wohl berühmtesten Rolle im Kinofilm White Sqall mit Jeff Bridges.

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Nach dem Abendessen gehe ich zurück an Deck. Nachts ist es hier besonders schön. Die Augen wandern nach oben, in die tiefschwarze Unendlichkeit, die nur von ein paar Wolken durchbrochen wird oder von einem alles dominierenden Vollmond, der hier draußen auf dem Meer besonders hell leuchtet. Und da oben, irgendwo jenseits unseres Wissens, muss es etwas geben, das größer ist als alles andere. Einen Gott, einen Schöpfer oder einfach eine Macht, die umfassender ist als das uns Bekannte, als das uns Vertraute. Der Mensch fühlt sich ganz klein und zugleich doch als Teil des großen Ganzen, als Rädchen im Getriebe unseres Universums. Die Planken der Eye of the Wind können viel erzählen, wahre Begebenheiten ebenso wie auch Legenden aus einer anderen Zeit.

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Übrigens, Ihr könnt die Eye of the Wind beim Hamburger Hafengeburtstag ab 9. Mai 2018 auch persönlich kennenlernen. Jetzt ist sie noch unterwegs auf dem Atlantik Richtung Europa. Aber so wie ich sie kenne, wird sie pünktlich sein und Euch herzlich an Bord willkommen heißen!

Fotos: Jean Jarreau (4)

Die Reise wird von Forum Media Group unterstützt.

 

 

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Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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