Check in: Weyerhof, Bramberg, Österreich

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

In Bramberg in den Kitzbüheler Alpen liegt der Weyerhof als idealer Ausgangsort für Ausflüge nach Zell am See, auf die Schmittenhöhe, zu den Kapruner Stauseen oder auf das Kitzsteinhorn. Mit fast 900 Jahren zählt das Anwesen zu den ältesten Gebäuden der Gegend. Heute ist es ein Hotel mit Spitzenküche, das Geschichte atmet. Einst war es der Edelsitz von den Bischöfen vom Chiemsee. Die kostbaren Fürstenzimmer aus der Renaissance- und Barockzeit, die sie während ihrer Jagdausflüge bewohnten, fielen 1940 einem Brand zum Opfer. Als Ursache wurde ein defekter Kamin vermutet.

Ein Hauch von Nostalgie in den Bergen

Heute befindet sich das geschichtsträchtige Haus bereits in sechster Generation in Besitz der Familie Meilinger und erhielt als besondere Auszeichnung den Namen „Erbhof“. Seit einigen Jahren steht Franz Meilinger Junior hinter dem heimischen Herd und kocht nach den Rezepten seiner Urgroßmutter Anastasia. Auch der Weinkeller im historischen Gewölbe nebst den alten Kachelöfen und den urigen getäfelten Stuben, Deckengewölben und historischen Steinmauern blieb erhalten. Originalstücke aus den Bischofssälen hängen als Hingucker an den Wänden genau wie kostbare vererbte Gemälde. Schwarzweiß-Fotografien einer längst vergangen Zeit versprühen den Hauch von Nostalgie, den der Weyerhof trotz seines modernen Ambientes immer noch und ganz zu Recht in sich trägt.

Der Weyerhof öffnet seine Tür

Diese Diashow benötigt JavaScript.

„Als Bollwerk gegen die Nazis ließ meine Urgroßmutter von dem bekannten Salzburger Künstler Wilhelm Kaufmann eine Sonnenuhr an das Haus malen“, sagt Elisabeth Meilinger, die gemeinsam mit ihrer Mutter und dem Bruder Franz das Haus führt. „Christliche Symbole waren unter den Nationalsozialisten verboten“, ergänzt Franz Meilinger. Über die Sonnenuhr hält schützend die Madonna mit dem Kind auf dem Arm ihre Hand. Noch heute ist das farbenfrohe Gemälde neben dem Eingang das Wahrzeichen des Hauses.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Altes bewahren und Neues schaffen

„Früher war es meine Pflicht, das Haus zu führen, von Anfang an. Ich bin damit auf die Welt gekommen“, sagt Mutter Elisabeth Meilinger. „Das wurde von mir einfach erwartet.“ Heute ist sie froh, dass sich die beiden Kinder für das Haus begeistern und mitmachen. Der Weyerhof steht damit für den erfolgreichen Generationenwechsel, mit dem es möglich ist, Altes zu bewahren und Neues zu schaffen.

Tochter Elisabeth gibt gerne Tipps für Ausflüge in die Region, zum Beispiel nach Kaprun. Die Stauseen und das Kitzsteinhorn sind für alle Bergfans ein Muss. Hoch über dem Kapruner Tal entstand in der Nachkriegszeit eine Wunderwelt der Technik, die schon damals ihrer Zeit voraus war und noch heute nichts von ihrem Mythos eingebüßt hat. Die beiden Hochgebirgsstauseen in Kaprun wirken fast wie Fjorde. Vor allem bei Schneeschmelze im Frühling, denn dann sind sie prall gefüllt und die Turbinen, hinter mächtigen Staumauern verborgen, laufen auf Hochtouren. Im Gebirge über Kaprun wird seit Jahrzehnten auf 2.040 Meter Höhe Strom erzeugt. Diese Wunderwelt der Technik kann während der Sommermonate besucht werden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hinauf geht es mit Bussen und dem Lärchwand Schrägaufzug als ganz besonderes Highlight. Er ist Europas größter offener Aufzug und überwindet eine Steilstufe von 431 Metern. Beim Bau der Kraftwerksgruppe Kaprun waren neben den bis zu 4.000 Kriegsgefangenen mehr als 6.300 Zwangsarbeiter und zivile ausländische Arbeitskräfte eingesetzt. Über 120 Zwangsarbeiter sind zwischen 1940 und 1945 auf dieser Extrembaustelle ums Leben gekommen. Dem Leid und der Traumatisierung der in der Erfolgsgeschichte Kapruns oft vergessenen Menschen, die das nationalsozialistische Regime auf diese Baustelle verschleppt hatte, wird hier gedacht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die sogenannte Heidnische Kirche am Mooserboden befindet sich unmittelbar neben der Moosersperre. Es handelt sich dabei um ein Ehrenmal für alle Toten, die beim Bau ums Leben gekommen sind. Mit der Inschrift „Aus Arbeit und Opfer ein Werk“ wird auch an die Größe dieses gewaltigen Projektes und an die Naturgewalten in den Hohen Tauern erinnert.

Gefertigt wurde das 14 Meter hohe Kunstwerk nach Plänen des Bildhauers Josef Magnus und besteht aus Beton. Es stellt den schützenden Mantel der Heiligen Barbara über die Kraftwerksanlagen und das Kapruner Tal dar. In den Jahren 1959 und 1960 ist es über einem gespaltenen Felsblock errichtet worden, der im heidnischen Volksglauben als sogenannter Schliefstein galt. Dem Aberglauben nach kann jeder Mensch, der durch den engen Felsspalt kriecht, dabei seine Sünden und Krankheiten ablegen.

Tagestipp Schmittenhöhe

Es ist pure Magie. Die Landschaft, die hinter einem liegt und die noch kommt. Fast geräuschlos gleitet die Seilbahn hinauf auf die Schmittenhöhe auf fast 2.000 Meter. Sanft bedecken Wolkenberge die Gipfel der sich auftürmenden Dreitausender. Man fühlt sich eins mit den Naturgewalten, die hier oben immer wieder aufeinanderprallen, sei es durch Gewitter, strahlendem Sonnenschein oder bei plötzlich auftretendem Starkregen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gondeln im Wandel der Zeit

Die von Porsche im Jahr 2009 gestalteten Gondeln sind nicht nur zeitgenössisch sondern passen sich ideal der Alpenwelt an. Der traditionelle „Kistenlook“ war nicht mehr angesagt, vielmehr haben sich die Seilbahnanlagen in den letzten Jahren mehr und mehr zu Wahrzeichen der Alpenregionen entwickelt. Ergebnis der Porsche-Tüftelei ist eine Kieselstein-ähnliche Form ohne Volumeneffekte und mit großartiger Aussicht auf die Bergwelt.

IMG_2061 (Large)

Oben angekommen fällt der erste Blick auf das Holzkirchlein. Die Elisabethkapelle ist Kaiserin Sissi geweiht. Am 10. September 1908, anlässlich ihres 10. Todestages, segnete das Gotteshaus der damalige Erzbischof Dr. Johannes Baptist Katschtaler. Die junge Sissi weilte am 7. August 1885 in Zell am See und wollte hinauf auf die Schmittenhöhe.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Vor dem Bau der Seilbahn wurden die Gäste mit dem Schmitten-Wagerl, einem Pferdegespann, über einen Reitweg hinauf gebracht. Doch Sissi wollte zu Fuß gehen, was sich damals vor allem für Adelige nicht schickte. Am 9. August 1885 um 1 Uhr morgens setzte sie mit dem Bergführer Anton Ulmann ihr Vorhaben in die Tat um. Rechtzeitig kamen beide oben an, um den traumhaften Sonnenaufgang zu erleben. Über den nur mäßig steilen Reitweg hatte ihr Aufstieg rund drei Stunden gedauert. Sissi schaffte es als begeisterte Bergsteigerin in nur zwei Stunden und 16 Minuten.

Fazit für den Urlauber

Die Seele baumeln lassen und dazu die Magie der Berge spüren. Hier im Bilderbuch-Österreich ist beides möglich. Und der Weyerhof mit seiner Gastlichkeit trägt erheblich dazu bei.

www.weyerhof.at

Infos:

Fotos: Enric Boixadós

Der Aufenthalt wurde vom Hotel Weyerhof unterstützt.

 

 

Werbeanzeigen

Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
Dieser Beitrag wurde unter Austria, Hotels abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s