Fische empfinden Schmerz

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Wer daran gezweifelt hat, wird durch die Studien der US-Ozeanografin Sylvia Earle, eines besseren belehrt.

„Ich bin mir ganz sicher, wir alle würden es lieben, ein Fisch zu sein. Sie haben so etwas wie Superkräfte. Diese feine Linie an den Körperseiten, sie schenkt ihnen einen Berührungssinn, der wahrscheinlich so viel ausgeprägter ist als der, den wir haben. Er ermöglicht es ihnen zum Beispiel, im Schwarm nicht aneinander zu stoßen. Und sie haben Chemorezeptoren rund ums Maul, ähnlich unseres Geruchssinnes.

Und: Kein Fisch gleicht dem anderen! Wir wissen heute, dass sie durchaus eine Persönlichkeit haben. Sie pflegen Gemeinschaften, sie sind Teil einer großen Gemeinschaft. Selbst wenn viele Menschen sie als gesichtslose Masse betrachten – wir müssen begreifen, dass Fische keine Sache sind.

Ich selbst esse keinen Fisch mehr. Die Fangmethoden, mit denen gearbeitet wird, sind überproportional ausbeuterisch und zerstörerisch. Speziell seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Langleinen, die teilweise bis zu 40, 50 Kilometer lang sind, alle paar Meter mit einem Köder und Haken ausgestattet … Die nehmen alles mit: Vögel und Wale, Haie und Schildkröten, Delfine, die Tiere verfangen sich darin. Die großen Fisch-Trawler sind wahrscheinlich die zerstörerischsten. Weil sie in 1000 Meter Tiefe über den Meeresboden schrammen. Unverhältnismäßig, als wolle man mit einem Bulldozer Vögel fangen.

Wir müssen das industrielle Abfischen der Gewässer stoppen. Wir müssen. Wir können das nicht mit Nahrungssicherung rechtfertigen. Wir benötigen keinen Thunfisch als Nahrungsquelle. Wir wählen ihn als Nahrungsmittel. Und wir müssen uns unserer Wahlmöglichkeiten bewusst werden und davon Gebrauch machen. Jeder hat die Wahl. Als ich Kind war, gab es diesen riesigen Markt für Thunfisch noch nicht. Und nun gibt es keinen Gelbflossen-Thunfisch mehr, er ist verschwunden. Das ist ein Verlust für den Ozean. Ein Verlust für das gesunde Ökosystem. Und auch ein Verlust für die großen Küchenchefs, die großartiges Sushi gemacht haben. Verstehen Sie mich nicht falsch, viele Spezies konsumieren eine andere. Das ist auch in Ordnung. Das ist Natur. Aber keine zerstört dabei so umfassend ihren eigenen Lebensraum wie der Mensch. Ich denke, wir können mittlerweile viel verantwortungsvoller leben und handeln.“

Sylvia Earle (Auszüge aus einem Interview aus BRIGITTE 15/2018

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Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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