Glamour und Verrat in Cape May

cape may

Heute ist Lese-Donnerstag! Es passt, da an meinem Wohnort ein Feiertag ist. Dank Mariä Himmelfahrt liege ich auf dem Sofa und kann die letzten paar Seiten meines momentanen Lieblingsbuches zu Ende schmökern.

Eine Sommerlektüre, die man auch in den Herbst mit hinüber nehmen kann. Ich bin auf den letzten Seiten. Es hat etwas gedauert, bis ich mich auf den kleinen Ferienort an der Ostküste der USA und seiner Feriengäste einlassen konnte. Doch dann wurde der Wunsch, weiterzulesen, immer intensiver, bis nun die letzten Seiten ein fulminales Ende versprechen. Es ist eine leise Erzählung, die von menschlichen Abgründen handelt, von den Trieben der Lust, von verhängnisvollen Leidenschaften und natürlich von Abschieden.

September 1957: Henry und Effie fahren für die Flitterwochen nach Cape May. Doch das Städtchen ist verlassen, die Saison ist zu Ende. Die beiden jungen Leute aus Georgia fühlen sich fremd, isoliert und in ihrer Schüchternheit gefangen. Gerade als sie beschließen, den Urlaub zu verkürzen, treffen sie zufällig auf Clara, eine Ferienbekanntschaft Effies aus Kindertagen, die eine glamouröse Clique von New Yorkern um sich versammelt. Darunter Max, ein reicher Playboy und ihr Liebhaber, und dessen unnahbare und rätselhafte Schwester Alma.

Der verlassene Ort wird zu ihrem Spielplatz, und während sie in leer stehende Ferienhäuser einsteigen, Segeln gehen, nackt unter dem Sternenhimmel herumwandern, sich lieben und sich betrinken, geraten Henry und Effie in einen Sog, der den Rest ihres Lebens prägen wird. Ein hypnotisierender Roman und auch heute noch aktuell. Tragen wie nicht alle in uns diese Abgründe, die man entweder ignoriert oder auslebt? Ein Buch, das im Spiegel von Sexualität und gesellschaftlicher Realität der Fünfzigerjahre zeitlose Fragen zu Ehe, Liebe und Loyalität behandelt.

Chip Cheek: Tage in Cape May, 336 Seiten, 22 Euro.

Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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