Räum Dich auf!

simplify-your-home

Der Herbst kommt und damit auch die Wochen, die ich meinem Zuhause widme. Diesmal ist Aufräumen und Ausmisten angesagt.

Neulich, im Freundeskreis, ging es genau um dieses Thema: Sich befreien zu wollen von der Last unendlicher Besitztümer, die sich im Laufe des Lebens angehäuft haben und von denen man sich nicht mehr trennen möchte. Aber doch stören sie dabei, ein aufgeräumtes und unkompliziertes Leben zu führen. Zumindest in den eigenen vier Wänden. „Clean living“ oder „becoming a minimalist“, nennen es meine englischsprachigen Freunde, ist hip!

Auch genau mein Ding! Ich habe mich auf die Suche nach ein bisschen Unterstützung gemacht und bin auf einen praxisorientierten Minimalismus-Guide gestoßen! „Praxisorientierter Minimalismus-Guide“ – was für ein Wort! Und der auch noch Nachhaltigkeit und Interior Design auf wunderbare Weise verbinden soll!

Wer befasst sich denn mit sowas?

Zwei Frauen! Mit ihrer Agentur New Minimalism haben sich eine Psychologin sowie eine Verhaltensforscherin und Interior Designerin dem Ziel verschrieben, ihren Klienten auf dem Weg in ein geordnetes und glückliches Zuhause zu helfen. Mit vier verschiedenen Archetypen erklären sie zunächst, warum wir eigentlich so viele Besitztümer anhäufen und behalten, seien es sentimentale Erinnerungsstücke, Dinge die einmal viel Geld gekostet haben oder eben auch Dinge, die vielleicht noch nützlich sein könnten. Also genau um die Sachen, die auch ich besitze!

In alltagsnahen Tipps zeigen sie, wie man ein dauerhaft schön eingerichtetes und beruhigend ordentliches Zuhause gestaltet. Vom Kleiderschrank über die Küche bis hin zum heimischen Büro und dem Kinderzimmer führen sie Schritt für Schritt zum Loslassen von Überflüssigem. Das darf dann auch gerne gespendet oder anderen sinnvollen Zwecken zugeführt werden, anstatt auf dem Müll zu landen.

Spenden oder sinnvollen Zwecken zuführen! Hört sich gut an! Mein Motto dabei ist jetzt erst einmal: Do it yourself! Mit Hilfe des Guides. Ich bin gespannt, wie mir die Umsetzung gelingt. Werde Euch später darüber berichten!

Cary Fortin und Kyle Quilici: Simplify your Home. Der Minimalismus-Praxisguide. Aussortieren – clever ordnen – leichter leben, 208 Seiten mit 70 farbigen Abbildungen, 22 Euro.

Wollt Ihr gleich loslegen? Hier könnt Ihr das Buch bestellen!

 

 

Advertisements
Veröffentlicht unter Literatur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare

Spaziergang mit Peppone

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Bei einem Aufenthalt im Seehotel Frankenhorst bei Schwerin kommen auch Tierfreunde nicht zu kurz. Und auch die Kleinen werden jubeln. Gerne lässt sich Hotelchefin Charlotte Steffens bei ihren Spaziergängen mit Camillo und Peppone begleiten. Und ganz nebenbei zeigt sie Euch verschlungene Pfade und verwunschene Orte rund um den Ziegelaußensee.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Seehotel Frankenhorst ist ganzjährig geöffnet. Hunde sind willkommen. Mehr Infos hier.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auch Schaf Brunhilde freut sich, wenn Camillo und Peppone mal vorbeikommen.

Fotos: Enric Boixadós

Veröffentlicht unter Germany, Hotels, sl4lifestyle empfiehlt ... | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Check in: Seehotel Frankenhorst, Schwerin

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ein malerisches Kleinod mitten in der bezaubernden Seenlandschaft um Schwerin ist das Seehotel Frankenhorst. Anfang der 1980er Jahre war das spätere Hotel ein Gästehaus der Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Auch Erich Honecker logierte dort.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Zimmer im Landhaus-Stil warten auf den Gast.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Damals war die ganze Gegend weitläufig abgesperrt und militärisches Sperrgebiet. Niemand gelangte auch nur in die Nähe.

Anekdoten und Geheimnisse ranken sich noch heute um den idyllischen Ort am Ziegelaußensee. Ab 1921 war es ein Landgut und Inspirationsquelle für den bekannten DDR-Schriftsteller Hans Franckh.

Ihm ist heute im Seehotel eine Bibliothek gewidmet.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hier logierte einst Erich Honecker in einer Gästesuite. Heute trifft man sich im Restaurant Bootshaus.

„Auch finden Lesungen und kulturelle Veranstaltungen statt“, sagt Geschäftsführerin Petra Schmidt. Für die Schwerinerin ist es doch sehr außergewöhnlich, hier arbeiten zu können. „Ich kenne dieses Stückchen Land nur aus den 1970er Jahren, als es noch ein Ausbildungszentrum der örtlichen Berufsschule war“, ergänzt sie. „Danach war der Zugang verboten.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hotelchefin Charlotte Steffens zieht sich selbst ab und zu gerne in die gemütliche Bibliothek des Hauses zurück. Sie ist dem DDR-Schriftsteller Hans Franck gewidmet.

Auch für Historiker ist das Hotel etwas ganz Besonderes. Es gibt die Honecker-Suite, die jetzt ein Tagungsraum ist.  Das SED-Gästehaus für Mielke und Co. befand sich dort, wo nun Pool und Sauna sind. Im ehemaligen Weinkeller gibt es Massagen und Schönheitsbehandlungen. Und im früheren Abhörraum ziehen sich die Gäste um. Hotelier Hans Gerst kennt die Liste mit Honeckers bevorzugten Speisen. „Er liebte zum Beispiel Rinderfilet und dazu ein Glas Cabernet Sauvignon.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im ehemaligen SED-Gästehaus gibt es heute Wellness und Massagen.

Für Gerst und Charlotte Steffens ist das Frankenhorst ihr liebstes Wochenendziel. „Unsere Gäste ruhen in sich. Die, die Remmidemmi wollen, kommen nicht zu uns“, erklärt Gerst die Eigenschaften der Frankenhorst-Fans. Der gelernte Tischler lebt nach seiner ganz eigenen Unternehmensphilosophie: Junge Leute aus Spanien werden im Rahmen des Programms MobiPro-EU zu Hotelfachangestellten ausgebildet. Initiiert wird es vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Ziel ist die Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit auf der iberischen Halbinsel. Und gestandene Hoteldirektoren werden nach mindestens fünf Jahren am Unternehmenserfolg beteiligt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Balance finden für Körper und Geist.

Doch vieles dreht sich um die Balance zwischen Körper und Geist. „Im Winter bei Pulverschnee auf Schlittschuhen über den See zu fahren. Oder von der Seesauna aus direkt ins kalte Wasser zu springen“, gehört zu Charlotte Steffens persönlichem Wohlfühlprogramm.  Doch das ist noch längst nicht alles, verrät die Tierfreundin.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Alpaka Peppone freut sich auf die Gäste.

Ihre Lieblinge heißen Carlotta, Brunhilde, Lola, Peppone und Camillo. Letztere sind zwei Alpakas, die sich auf einen Spaziergang im nahen Wald freuen. „Das ist meditativ und ganz naturnah“, sagt sie und freut sich, wenn sie auf ihren Streifzügen begleitet wird. Denn sie kennt die Panoramablicke auf den See und die verschlungenen Waldpfade am allerbesten. Und die Schafe Carlotta und Brunhilde blöken aufgeregt, wenn die Alpakas vorbeikommen. Eselin Lola mag es dagegen sehr, von den kleinen Gästen gestriegelt zu werden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Schön ist es in und um Schwerin zu jeder Jahreszeit. Wenn es darum geht, Urlaub in Deutschland zu machen, gehört Mecklenburg-Vorpommern zweifelsohne zu den Lieblingsreisezielen. Und das zu jeder Jahreszeit. Verwunderlich ist das nicht. Das Seehotel Frankenhorst sorgt dafür, dass schon das Ankommen ein Genuss ist.

Info:

Das Best Western Seehotel Frankenhorst am Schweriner Ziegelaußensee bietet Wellness, gehobene Gastronomie im Restaurant Bootshaus und Tagungsräume. Es gibt 59 Gästezimmer, DZ ab 107 Euro, EZ ab 83 Euro inklusive Frühstücksbüfett.

http://www.seehotelfrankenhorst-schwerin.de

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auch Herr Specht logiert im Seehotel Frankenhorst.

Fotos: Enric Boixadós

Der Aufenthalt wurde vom Seehotel Frankenhorst unterstützt.

 

Veröffentlicht unter Germany, Hotels, sl4lifestyle empfiehlt ... | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Mali Fashion

When I am new in a country I like to get into the fashion scene. Mostly I find it in artist markets or boutiques. Mali is famous for tie-dyed textiles and unique colors and prints used in its garments. The culture is lively, and that is reflected in the garments you see throughout the entire nation, no matter which region you are in. Often I saw much of the traditional dress that the Malian people pride themselves on.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Silk skirts, tunics and long dresses are popular choices for Mali women, particularly the pagne, which is a wraparound skirt. Traditionally, women also wear turbans that match their dresses. The boubou, which is a full-length tunic, is a traditional men’s garment.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Vibrant color belongs to the Mali wardrobe, and dressing up in costumes, jewelry and earrings is a popular activity. Colors used for clothing are typically from entirely natural dyes, which allows the craftsperson to develop his or her own specialized colors.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mali is famous for a type of rough-cotton textile called mud cloth, which is often used to make dashikis, a colorful men’s shirt. After the cloth is woven, it is hand-painted in centuries-old patterns, then dipped in dyes made from mud. After it dries, it may be dipped again in a process that may take several weeks to complete.

I’ve got some fashion snap shots during my stay in Bamako. Enjoy!

Veröffentlicht unter Mali, Mode | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Bamako Photo Diary

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im Rahmen einer Reportagereise war ich Ende Juli/Anfang August 2018 in Mali. Ich kam  einen Tag nach den Präsidentschaftswahlen an. Nun, nach einer Stichwahl am 12. August, hat Amtsinhaber Ibrahim Boubacar Keïta die Wahl endgültig gewonnen. Die Sicherheitslage in Mali ist nach wie vor kritisch.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

In dem westafrikanischen Land kämpfen verschiedene Gruppierungen um Einfluss, darunter dschihadistische Rebellen, die 2012 den Norden des Landes unter ihre Kontrolle brachten.

Hier nun ein paar Impressionen aus der Hauptstadt Bamako. Der Alltag verläuft wie immer. Von der Gefahr bekommen wir unmittelbar nichts mit. Allerdings werden wir davor gewarnt, auf eigene Faust etwas zu unternehmen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Für alle, die mehr wissen wollen, hier ein interessanter Radiobeitrag (Podcast) über die Situation vor Ort.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Veröffentlicht unter Mali, Reise, Sabine’s world: A travel diary, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

In Frankreich töten sie Hunde …

IMG_3553

Auch für Brad und seine Freunde kann das neue französische Hundegesetz tödlich enden.

Die Einreise nach Frankreich kann ein tödliches Risiko für Euren Hund sein!

Ich habe mich entschieden, diesen Text zu veröffentliche, da unter meinen Followern viele Tierfreunde und Hundebesitzer sind. Ich wusste bis dato auch nichts von diesem Gesetz und bin verständlicherweise sehr irritiert.

Die in Deutschland veröffentlichten Bestimmungen für die Einreise mit Hunden nach Frankreich sind zumeist unvollständig, oft auch schlicht falsch! Deshalb besteht akute Gefahr, dass die Einfuhr/Einreise eines Hundes nach Frankreich gegen die dortigen Bestimmungen verstößt.

Infolgedessen könnte das Tier in Frankreich sofort beschlagnahmt und getötet werden! Auch bei Reisen mit Tieren in oder durch andere Länder ist dringend zu empfehlen, sich vorher den Original-Gesetzestext der Einreise- und ggf. Rassebestimmungen zu beschaffen, da auch diese Bestimmungen in den in Deutschland veröffentlichten Reiseinformationen meist unvollständig wiedergegeben sind. Ein Irrtum aufgrund falscher Einreiseinformationen kann für das Tier tödlich sein!

Allgemeine Bestimmungen für die Einreise mit Tieren nach Frankreich: 

Hunde, Katzen und Frettchen, die älter als 3 Monate sind, benötigen einen EU-Heimtierpass. Die Einfuhr von Tieren unter 3 Monaten ist nicht erlaubt. Die Tiere müssen gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Katzen zusätzlich gegen Katzenseuche, geimpft sein. Die Impfungen müssen mindestens 30 Tage vor der Einreise erfolgt sein und dürfen nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Die Impfdaten müssen vom Tierarzt im Heimtierpass vermerkt sein.

Dein vierpfotiger Begleiter muss außerdem durch Tätowierung oder Mikrochip identifizierbar sein (auch bei Transit!). Mitnahme von höchstens 3 Tieren ist erlaubt, davon nur 1 Tier zwischen 3 – 6 Monate alt, ansonsten ist eine Sondergenehmigung der französischen Behörden erforderlich.

Hunden der Kategorie 1 (so genannte Kampfhunde) der mutmaßlichen Rassen Pitbull, Boerbull, Mastiff, Doggen und doggenähnlichen mit oder ohne Zuchtbuch sowie allen mutmaßlichen Staffordshire Terrier, American Staffordshire Terrier, Tosa und ähnlichen ohne in Frankreich gültigem Zuchtbuch, ist die Einfuhr/Einreise nach Frankreich ausnahmslos verboten!

In Frankreich lebende Tiere müssen kastriert/sterilisiert sein. Mit diesen Hunden dürfen weder öffentliche Gebäude, Parks oder Gärten, noch öffentliche Verkehrsmittel benützt werden. Illegal eingeführte Hunde werden sofort beschlagnahmt und können getötet werden! Darüber hinaus werden Zuwiderhandlungen mit bis zu 6 Monaten Gefängnis und einer Geldbuße bis Euro 15.000 bestraft.

Für Hunde der Kategorie 2 (Wach- und Schutzhunde) der mutmaßlichen Rassen Rottweiler und deren Mischlinge mit oder ohne Zuchtbuch sowie mutmaßliche Staffordshire Terrier, American Staffordshire Terrier, Tosa und ähnliche mit in Frankreich gültigem Zuchtbuch, benötigen, neben dem Heimtierpass, einen gültigen Abstammungsnachweis, eben das Zuchtbuch, das die Rassezugehörigkeit zur Kategorie 2 als Wach-/Schutzhund bestätigt, gemäß der französischen Gesetzesvorlage.

Für Hunde beider Kategorien gilt: Die Hunde unterliegen in Frankreich absolutem Maulkorb- und Leinenzwang und dürfen nur von Erwachsenen geführt werden. Eine Extrahaftpflichtversicherung ist nachzuweisen. Die Tiere müssen durch Mikrochip oder Tätowierung identifizierbar sein. Die Haltung dieser Hunde ist Jugendlichen unter 18 Jahren, Erwachsenen unter Vormundschaft, Personen mit Tierhaltungsverbot sowie Vorbestraften verboten. Die Hunde müssen bei der Gemeinde angemeldet werden. Fundhunde, die mutmaßlich einer der beiden Kategorien angehören, werden in den städtischen Auffangstationen (Fourrières) getötet, ohne Rücksicht auf ihr Alter!

Daraus ergeben sich folgende Probleme:

Erstes Problem

Die Rassebestimmung geht von französischen Zuchtbüchern (LOF) bzw. deren Rassedefinitionen aus! Die im Heimtierpass eingetragene Rassebezeichnung wird nicht anerkannt!!! Die zusätzlich nachzuweisende Rassezuordnung muss von einem Fachtierarzt oder kynologischen Verein stammen. Doch auch in diesem Fall besteht keine 100%ige Sicherheit, dass französische Behörden diese anerkennen. Schon gar nicht, wenn das Dokument nicht in französischer Sprache abgefasst ist. Eine entsprechende Übersetzung muss von einem vereidigten Übersetzer stammen oder amtlich beglaubigt sein!

AmStaffs und AmStaff-Mischlinge, die nach deutschen Richtlinien unter die Kategorie 2 fallen, werden ohne die oben beschriebenen Rassenachweise in der französischen Praxis automatisch der Kategorie 1 zugeordnet, was die sofortige Beschlagnahmung und Tötung zur Folge hat!

Zweites Problem

In Frankreich müssen alle „Listenhunde“, auch die der Kategorie 2, bei der für den festen Wohnsitz zuständigen Gemeinde angemeldet werden. Ein ausländischer Tourist hat aber keinen Wohnsitz in Frankreich. Er hat lediglich eine Hotel- bzw. Ferienwohnungsadresse, oder er befindet sich auf der Durchreise. Der Tourist kann seinen Hund also nirgendwo anmelden! Selbst wenn an der Grenze die Einreise toleriert wird, können sich Touristen nicht darauf verlassen, dass der Hund nicht andernorts beschlagnahmt und getötet wird!

Die Vorlage deutscher Abstammungspapiere und Genehmigungen kann hilfreich sein, nützt aber wenig, wenn die Dokumente nicht in französischer Sprache abgefasst sind, und zwar von einem vereidigten Übersetzer, bzw. amtlich beglaubigt!

Die Entscheidung und Sanktionen der französischen Behörden erfolgen also willkürlich oder nach Gutdünken, meist zum Nachteil des Hundes.

Drittes Problem

In der französischen Rasseliste stehen bei jeder aufgeführten Rasse die Zusätze „mutmaßliche“ sowie „oder ähnliche“, was die Definition erheblich ausdehnt und die Auslegung vollends beliebig macht.

Viertes Problem

Ein Polizist ist kein Kynologe, selbst Amtstierärzte kennen sich mit Hunderassen oft nicht aus. Zudem kann eine Rassezuordnung bei Hunden ohne Papiere nur aufgrund phänotypischer Merkmale getroffen werden.

Erfahrungen der vergangenen Jahre haben leider bestätigt, dass in Frankreich jeder Hund, der für einen Laien wie ein „Kampfhund“ aussehen mag, im Zweifel der Kategorie 1 zugeordnet wird. Die Folgen können dramatisch sein: Beschlagnahmung und Tötung des Hundes.

Der Arbeitskreis Tierschutz der SPD und die CIFAM/France raten daher dringend ab, mit Hunden nach oder durch Frankreich zu reisen. Es kann zur Katastrophe kommen! Bei Auseinandersetzungen mit den Behörden haben Touristen schon aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse schlechte Karten.

Deutsch- oder Englisch-sprechende Beamte sind zudem in Frankreich eher die Ausnahme. Diese Warnungen gelten nicht nur für Hunde oder Mischlinge der Kat. 1 und 2, sondern für alle Hunde, die eine, wenn auch geringe, Ähnlichkeit mit sogenannten Kampfhunderassen haben. Betroffen sind also nicht nur Kategoriehunde nach deutschen Bestimmungen, sondern sämtliche mittelgroßen und kurzhaarigen Hunde aller Farben, die über einen kräftigen Körperbau, Brustbereich oder Kopf verfügen sowie Hunde mit deutlich sichtbarer Muskulatur!

Weitere Infos hier!

Eine Einreise nach Frankreich ist für solche Hunde ein tödliches Risiko!

Hundehalter werden aufgefordert, aus Solidarität ebenfalls auf Reisen durch oder nach Frankreich zu verzichten. Nur der wirtschaftliche Druck durch ausbleibende Touristen kann den französischen Gesetzgeber zum Einlenken zwingen.

 

Veröffentlicht unter France, Tierschutz | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Geschichten aus dem Schneeland Tibet

Tibet

Von Gastautorin Claudia Seidl

Tibet – ein karges Land, ein unwirtliches, abgeschottetes – umgeben  von den höchsten Bergen der Erde. Dach der Welt, Hochebene mit extremen Wetterbedingungen und weiten Weideflächen. Wer lebt in einem solchen Land?

Menschen, die von einem Affen und einer Bergdämonin abstammen.

Das zumindest erzählen die Tibeter selbst – und ein Grinsen huscht über ihre Gesichter. Denn sie wissen, welche Geschichte sie jetzt zum Besten geben können:

Ein Affe, so wird erzählt, legte vor dem erhabenen Herrn des Vollkommenen Mitgefühls das Gelübde ab, die Lehre des Buddhas zu verwirklichen und erleuchtet zu werden. Dazu musste er meditieren und deshalb schickte der Herr ihn in das Schneeland Tibet.

Dort lebten viele Dämonen. Eine von ihnen, eine Bergdämonin, erfuhr vom meditierenden Affen. Das beeindruckte sie sehr. Im Geist sah sie sich diesen erstaunlichen Affen an und verliebte sich augenblicklich in ihn, und dies in Art der Dämonen, also besonders heftig.

Wie und ob die Dämonin den meditierenden Affen herumkriegt, schrieb Ulli Olvedi im Buch „Hinter den Schneebergen“ auf. Sie erzählt in diesem schmalen Band Märchen, Legenden, Fabeln und Schwänke aus dem tibetischen Kulturraum.

Vieles ist zum Lachen, manches zum Nachdenken, aber alles vermittelt das Lebensgefühl der Tibeter.

Gehört hat sie diese Geschichten von Erzählern – von solchen, die in Tibet selbst von Dorf zu Dorf von Siedlung zu Siedlung ziehen. Ihre Existenz ist ein unbezahlbarer Schatz, besonders seit das Land zur „Autonomen Provinz Chinas“ wurde und das kulturelle Bewusstsein des Landes unter chinesischen Umstrukturierungen zu leiden hat.

Aber Olvedi hörte die Geschichten auch von solchen Menschen, wie dem alten Pemba, der 1959 mit seiner Familie, mit Onkeln, Tanten und mehreren Cousins über den verschneiten Himalaja nach Nepal fliehen musste.

Vom Wert der Geschichten für Tibet

„Es waren die Geschichten, die uns gerettet haben“, erzählt er. „Wenn es hieß, die Chinesen seien uns auf der Spur, oder wenn uns ein Schneesturm überfiel, hatte mein Papa immer eine Geschichte bereit, die uns allen Hoffnung gab.“

Der alte Pemba drückt mit diesen wenigen Sätzen aus, was die von Olvedi aufgeschriebenen Geschichten noch bedeuten: Die alten Fabeln, Märchen und Schwänke stiften Sinn und kulturellen Zusammenhalt in einer Welt, in der alles zusammenzubrechen droht. Sie können Groß und Klein begeistern; die Geschichten begleiten bis die Menschen in Sicherheit sind – und darüber hinaus.

Tibeter gibt es übrigens mehr als die offiziellen chinesischen Statistiken wahrhaben wollen: Sie leben nicht nur in der Autonomen Provinz, sondern auch in Nepal, Bhutan, Myanmar und Indien. Was ihnen gemeinsam ist? Sie tun alles, um ihre Kultur zu bewahren – ihre Sprache, ihre Schrift und ihre Geschichten, die sie gern erzählen und denen sie vor allem immer wieder lauschen wollen.

Geschichtenschatz in Dharamsala

Für Exiltibeter – also für jene, die flüchten und mit dem Dalai Lama versuchen, ihre Kultur und Werte zu bewahren und weiter zu leben – für diese Tibeter Grund genug, möglichst viele der erzählten Geschichten zu sammeln und zu dokumentieren.

Sie bewahren einen Teil dieses Schatzes in ihrer Bibliothek in Dharamsala, Indien, auf – in der Abteilung für orale Erzählungen. Eine Fundgrube für die Leser*innen dieser Welt, die des Tibetischen kundig sind.

Für alle anderen muss es genügen, dass jemand übersetzt. Olvedi ist es mit ihrer Geschichten-Auswahl gelungen, das Lebensgefühl der Tibeter nahe zu bringen. Auch mit ihren Erklärungen zum Schneeland selbst und dessen Bewohnern!

Ich – persönlich – hätte mehr Geschichten und mehr von Olvedis Wissen vertragen können! Wie sieht’s mit dir aus?

Ulli Olvedi: Hinter den Schneebergen. Sagenhafte Geschichten aus dem alten Tibet, 208 Seiten, 18,99 Euro.

claudiaseidl

Schaut mal in Claudia Seidls Blog Märchen für Globetrotter. Claudia ist eine begnadete Geschichtenerzählerin, liebt Märchen, Mythen und Sagen aus aller Welt.

Taucht ein in die Welt Eurer Kindheit, die auch uns Erwachsenen oft so gut tut. Lasst Euch entführen und verzaubern. Es lohnt sich!

 

 

 

Veröffentlicht unter Autoren zu Gast/Guest Authors, Literatur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 2 Kommentare