Panorama-Freibad, Glottertal

Schwimmbad Glottertal (Large)

Ihr wisst ja alle, wie sehr ich Schwimmbäder mag. Kürzlich war ich im Schwarzwald und habe das herrliche Panorama-Freibad im Glottertal entdeckt. Es ist ein historisches Bad, und genau diese Badeanstalten suche ich. Anbei auch ein Foto vom Eröffnungsjahr 1933 (Quelle: Arbeitskreis Ortsgeschichte Glottertal).

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Und das erwartet Euch heute hier:

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• Große Liegewiese mit schönem Baumbestand und Panoramablick auf Wald und Weinberge
• Schwimmer, Nichtschwimmer- und Kinderbecken
• Spielplatz
• Kiosk mit Imbiss
• nahe Bushaltestelle (öffentliche Verkehrsmittel)
• großer Parkplatz
• Minigolf nebenan (Mittwoch und Donnerstag Ruhetag)

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Das Panorama-Freibad ist von 18. Mai bis 15. September 2019 täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Bei schlechter Witterung bis 17.00 Uhr.

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Für alle Frühschwimmer:
Mittwochs schon ab 7.00 Uhr geöffnet!

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Panorama-Freibad
Schiffsweg
79286 Glottertal
Telefon: 07684 / 377

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Viel Spaß beim Baden! Schreibt mal, wie es Euch gefällt!

Hier zur Dia-Show!

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Porto Cervo Tennis Club, Sardinien

Ich erinnere mich, als ich in den 1980er Jahren zum ersten Mal im Porto Cervo Tennis Club war. Nicht zum Tennis spielen, sondern zum Schwimmen. Es war während der Herbstmonate, an den Stränden war nichts mehr los und ich wollte einfach ein paar Runden drehen.

Schon damals beeindruckte mich die besondere Atmosphäre der in den 1970er Jahren gegründeten Anlage. Jetzt habe ich sie wieder besucht. Der Club ist in die Jahre gekommen, strahlt aber immer noch diesen ganz speziellen Flair aus.

Für mich war es ein schönes Déjà Vu-Erlebnis, einen Nachmittag dort zu verbringen. Es waren keine Besucher da und ich genoss, die Anlage für mich alleine zu haben.

Zur Ausstattung gehören:

4 Tennisplätze

2 Schwimmbäder (eines davon wird in den Wintermonaten geheizt)

1 Squash-Platz

Eintritt: 20 Euro
Öffnungszeiten: 10 bis 21 Uhr

Der Club liegt direkt an der Marina in Porto Cervo und ist leicht zu Fuß oder mit dem Auto zu erreichen.

Via Porto Vecchio, 4
07021 Porto Cervo

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Da Mariella: Peperonata

DALL’ ITALIA CON AMOREcover (Large)

FROM ITALY WITH LOVE

Calda, tiepida o anche fredda, la peperonata è il contorno ideale per accompagnare secondi di carne, pesce o formaggi!
I peperoni sono amati in tutta la penisola e il modo di preparare questo piatto estivo varia di regione in regione.
Perfetta anche solo per essere gustata su calde bruschette, la peperonata è davvero ottima anche servita come sugo per condire la pasta.

Ecco la mia ricetta:

Ingredienti (Large)

Ingredienti

INGREDIENTI PER 8 PERSONE:

4 peperoni gialli dolci

4 melanzane lunghe

4 pomodori rossi maturi

2 cipolle bianche

1 spicchio di aglio (facoltativo)

2 cucchiai di concentrato di pomodoro

40 gr di olio extra vergine d’oliva

sale fino

1 pizzico di zucchero

PREPARAZIONE:

Per preparare la peperonata lava asciuga tutta la verdura. Affetta la cipolla abbastanza grossolanamente e versala in un tegame capiente assieme all’olio ed allo spicchio di aglio pulito ma intero (Foto 1).
Fai stufare le cipolle a fuoco medio per circa 15 minuti, nel frattempo fai sbollentare i pomodori per qualche secondo in acqua bollente in modo da poterli pelare facilmente. Taglia a pezzi sempre grossolani tutte le verdure: i peperoni dopo averli puliti dai semi e filamenti bianchi, le melanzane ed i pomodori (Foto 2 e 3).
Unisci tutte le verdure nel tegame con le cipolle (Foto 4 e 5).
In assenza dei pomodori maturi puoi utilizzare 400 gr di passata di pomodoro (Foto 6).
Aggiusta di sale ed aggiungi due cucchiai di concentrato di pomodoro.
Lascia cuocere a fuoco medio basso per un’oretta circa mescolando spesso con delicatezza. (Foto 7 e 8).
A metà cottura circa aggiungi un pizzico di zucchero che servirà per contrastare leggermente l’acidità dei pomodori.

La peperonata è pronta, buon appetito!

 

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Leidenschaftliche Liebe in Havanna

„Ein wundervoller Roman, der von Leidenschaft, Familiengeheimnissen und von Mut und Entbehrung erzählt.“

Reese Witherspoon

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Heute am Lese-Donnerstag nun einen richtig schönen Sommer-Roman für den Urlaub oder fürs Schwimmbad! Lest mal, was ich entdeckt habe!

Miami 2017: Elisa, Marisols Großmutter, verstirbt im Alter von 77 Jahren, nachdem sie vor sechzig Jahren aus Kuba nach Amerika floh. Ihr Wunsch eines Tages in ihr Heimatland zurückzukehren, blieb zu Lebzeiten unerfüllt. So beauftragt sie testamentarisch ihre Enkelin Marisol damit, ihre Asche in ihrer geliebten Heimat zu verstreuen, so dass sie letztendlich doch noch heimkehren kann. Sechs Monate nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter begibt sich Marisol auf die Reise nach Kuba. Unter dem Vorwand als Journalistin über Tourismus schreiben zu wollen, schmuggelt sie die Asche ihrer Oma illegal mit sich.

Marisol kommt in Havanna bei der Familie Rodriguez und Ana, Elisas bester Freundin aus Kindertagen, unter. Dort wohnt sie direkt neben der ehemaligen Villa ihrer eigenen Familie, die sich im reicheren Stadtviertel Miramar befindet. Der Ausflug in die Vergangenheit ihrer Großmutter gestaltet sich schwieriger als gedacht, als Marisol sich immer mehr zu Luis, Anas Enkel, hingezogen fühlt.

Havanna 1958: Die siebzehnjährige Elisa verkehrt in den besseren Kreisen der Stadt. Ihr Vater, Emilio Perez, herrscht als Patriarch über die Zuckerrohplantagen, während die Frauen der Familie nicht arbeiten und stets darauf bedacht sein sollen, den guten Ruf der Familie zu wahren. Trotzdem schleichen sich Elisa und ihre Schwestern des Öfteren aus dem Haus, um heimlich Feste zu besuchen. Auf einer dieser Partys lernt die 19-jährige Elisa den 11 Jahre älteren Pablo Garcia kennen. Doch die Liebesbeziehung der beiden scheint aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft und Pablos politischer Gesinnung zum Scheitern verurteilt. Pablo hat sich, wie auch Elisas verstoßener Bruder, der Bewegung des 26. Juli von Fidel Castro angeschlossen, die sich gegen den Herrscher Batista richtet, dem jedoch Elisas Familie zugeneigt ist. Elisa ist hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen und den familiären Erwartungen, die auf ihr lasten.

Was sagt die Schriftstellerin dazu?

„Beim Verfassen dieses Romans hatte ich Gelegenheit, mich mit meiner Herkunft auseinanderzusetzen, der Vergangenheit ein Denkmal zu setzen und den Blick auf eine bessere Zukunft für Kuba und seine Bevölkerung zu richten.“

Über sie:

Chanel Cleetons Familie stammt ursprünglich aus Kuba, sie selbst wuchs jedoch in Florida auf. Für ihr Studium der Internationen Beziehungen zog sie nach England, wo sie schließlich an der Londoner School of Economics & Political Science ihren Masterabschluss in Internationaler Politik machte.

Mit ihrem Roman gelingt es ihr, das romantische Bild von Kuba mit den realen Ereignissen zu vereinen und eine epische Liebesgeschichte zu erzählen. „Nächstes Jahr in Havanna“ behandelt allgemein gültige Themen wie Flucht, Exil und Heimat und auch die brisante politische Lage um Freiheit, Rebellion und Diktatur, die Kuba lange Zeit prägten, kommen in ihrem Roman zur Sprache. Auf zwei Zeitebenen schreibt die Debütautorin von zwei starken Frauen, die sich mit der Entscheidung zwischen Liebe, Familie und Heimat konfrontiert sehen. Ergreifend verarbeitet sie den Tod der eigenen Großmutter und erweckt die atemberaubende Kulisse Kubas auf den Seiten zum Leben.

Chanel Cleeton: Nächstes Jahr in Havanna, 464 Seiten, 10,99 Euro

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Die blaue Lagune

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Die Blaue Lagune, Südsee. Gezeigt wurde der Film im Jahr 1980. Wer erinnert sich noch an die Teenie-Love-Story mit Brooke Shields und Christopher Atkins? 37 Jahre später habe ich auf Fiji den Ort gefunden, wo der Film gedreht wurde. Ein Paradies.

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Es gibt weder Straßen noch Autos, alles ist nur per Schiff erreichbar. Mit dem Yasawa Flyer, einem Tragflächenboot, das täglich zwischen den Inseln hin- und herfährt, kamen wir an und gönnten uns ein paar Tage im Blue Lagoon-Resort. Relaxen, lesen, schwimmen, tauchen, essen – viel mehr habe ich nicht getan während dieser Auszeit.

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Klar, meinen Laptop hatte ich dabei, und wenn ich ihn benutzte, habe ich mir einen schönen Platz mit Fernsicht gesucht. Und gerade eben habe ich mir noch einmal die Handlung des Films durchgelesen.

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Kam doch tatsächlich im ersten Teil des Films der Zweimaster Eye of the Wind alias „Northumberland“ vor, mit dem ich letztes Jahr in der Karibik unterwegs war. Was für schöne Zufälle, die mir erst im Nachhinein, also nach meiner Südsee-Reise bewusst werden. Ich denke gerne zurück und sehne mich nach ein paar ruhigen Tagen am weißen Strand und unter Palmen.

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Hier nun ein paar Impressionen von diesen schönen, längst gewesenen Tagen. Und nicht zu vergessen das Krebsrennen. Meine Nummer 5 hat sogar gewonnen. Hier zeige ich den Sieger. Er und seine Kameraden wurden natürlich wieder in die Freiheit entlassen.

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Und wenn Ihr Lust auf Fiji habt, dann werdet Ihr mit „Bula“, das soviel wie „Herzlich Willkommen“ heißt, begrüßt. Nicht wundern, das kommt von Herzen!

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In Gedenken an Sinchen

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Kürzlich habe ich meine frühere Kollegin Eyleen wieder gesehen. Wir haben vor über einem Jahrzehnt zusammen in Bonn gearbeitet. Ich erinnerte mich immer an sie als begnadete Dichterin. Sie schrieb Gedichte für Freunde, Verwandte und Kollegen. Und jetzt auch für ihre Katze. Ich bat sie darum, dieses Gedicht auf sl4lifestyle veröffentlichen zu dürfen. Sie sagte Ja!

Diese Zeilen sprechen bestimmt viele von Euch an. Die Bilder dazu sind Originalfotos, noch analog fotografiert und eingescannt.

Viel Freude beim Lesen und vielleicht auch beim Erinnern an Eure verstorbene Katzenseele.

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Zum Jahrestag: Mai 1995 – 20. Februar 2014

Als Du kamst warst Du noch klein
verloren und so ganz allein.
So sollte es nicht immer sein
und was Du suchtest, war ein Heim.

August 96, am 19. Tag
so steht’s im Kalender – da wurd’ ich gefragt:
Ob ich Dich holen könnte zu mir
und binnen ´ner Stunde, da warst Du schon hier.

Erleichtertes Schnurren stellte sich ein.
Ein Fellknäuel im Sessel fühlt sich daheim.
Und ob es für Tage, Wochen oder Stunden,
Du hattest jetzt mich und ich Dich gefunden!

Du liebtest die Sonne und auch den Schnee
Und ich blickte zum Fenster, dass ich Dich seh’
wie glücklich Du schaust in Deinem Revier
und unsere Blicke begegnen sich hier.

Es waren viele Sommer und so viele Tage.
Und gerade heute stellt sich mir die Frage:
Ist lange Zeit ein kurzes Stück?
Gespickt mit Momenten, und die heißen GLÜCK?

Letztlich ist es die Intensität
wie eingemeißelt Erinnerung lebt.
Der Film dieses Lebens schlummert vermessen
und keine Sekunde möcht ich vergessen.

Fünf Jahre sind heut ins Land gegangen
und ich in Gedanken an Dich gefangen.
Das Haus ist so leer, mir fällt es so schwer
und auch Deine Stimme vermiss ich so sehr!

Gedanken werde ich in mir tragen,
Gedanken an Dich und ganz viele Fragen.
Ob es Dir gut geht, wo immer Du bist?
Und ob Du es spürst? Du wirst hier vermisst.

Ich – Ja ich – Ich bin noch hier
und ganz tief im Innern ganz nah bei Dir.
Ich denke an Dich auch in Dankbarkeit,
an uns, an uns’re gemeinsame Zeit.

Ruhe in Frieden, flieg ganz hoch und weit
von irdischen Nöten so ganz befreit.
Die Brücke kennt weder Raum noch Zeit
auch keinen Schmerz, nur Unendlichkeit.

Und ganz viel Liebe möge Dich begleiten
als Grüße von mir aus den weltlichen Zeiten.
Ich seh’ aus dem Fenster und seh’ Dein Gesicht.
Oder war’s nur ein Schatten? Ich weiß es nicht.

Dein Bild, Deine Stimme sind auch ein Teil von mir.
Und so lange ich lebe bleibt dieser Teil hier.
Ich schicke den Hauch einer Brise zu Dir,
wo auch immer Du bist als Zeichen von mir.

Alles Liebe!
Eyleen

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„Für freie Journalisten gibt es keine Unantastbaren“

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Global Media Forum: Anabel Hernández erhält DW Freedom of Speech Award

Für mich definitv eines der Highlights des Global Media Forums 2019 in Bonn! Das bewegende Statement einer mutigen Frau.

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Mit Anabel Hernández in Bonn.

Die mexikanische Journalistin und Autorin Anabel Hernández hat am 27. Mai 2019 in Bonn den Freedom of Speech Award der Deutschen Welle erhalten. DW-Intendant Peter Limbourg überreichte die Auszeichnung am Abend im Rahmen des Global Media Forum im World Conference Center. Hernández erhält den Preis für ihren herausragenden Einsatz für die Meinungsfreiheit und ihren Kampf gegen Korruption, Vertuschung und Straffreiheit in ihrem Heimatland. Die Laudatio hielt der britische Journalist und Buchautor Misha Glenny.

„Ich stehe heute hier, bin unter Ihnen. Aber in den fast zehn Jahren, in denen ich Drohungen ausgesetzt war, sind mehr als 100 Journalisten in meinem Land hingerichtet worden als Folge ihrer Arbeit“, sagte Hernández in ihrer Dankesrede. „Wir Journalisten leben in der gewalttätigsten Zeit der jüngeren Geschichte“, beklagte die Preisträgerin.

In vielen Ländern „ist die Demokratie und sind die Freiheiten bedroht, die wir uns so mühevoll erkämpft haben“. Vielfach seien es „nicht mehr die Bürger, die täglich über ihr Schicksal entscheiden, sondern Gruppen, die Tag für Tag mehr politische, wirtschaftliche, technologische und soziale Macht bündeln. Sie arbeiten im Rahmen des Legalen und des Illegalen“, sagte Hernández. Organisierte Kriminalität gebe es nicht nur in mexikanischen Drogenkartellen, „sondern auch außerhalb Mexikos in Unternehmen, Banken und Börsen“.

Diese Gruppen liebten „die Dunkelheit, das Undurchsichtige“, nur so erreichten sie ihre Ziele. „Es ist unsere Aufgabe als Journalisten, herauszufinden, was sie tun, wie sie es tun, warum sie es tun und wer ihre Komplizen sind“, sagte die Preisträgerin. „Bei unzähligen Gelegenheiten gelangen wir an die Wahrheit, zu der weder Staatsanwälte noch Richter vordringen, denn oft sind diese, vor allem in Ländern wie Mexiko, von diesen Machtgruppen abhängig.“

Die Mächtigen schafften es oft, der Justiz zu entkommen, so Hernández. „Aber nicht entkommen können sie dem unabhängigen, beharrlichen, präzisen Journalismus. Sie wollen unantastbar sein, doch für freie Journalisten, freie Medien gibt es keine Unantastbaren“, so die Preisträgerin. „Deshalb bringen sie uns um. Deshalb diese Jagd auf unabhängige Journalisten und Medien.“

Sie rief dazu auf, die weltweite Zusammenarbeit von Medienschaffenden zu verstärken. Dafür brauche man Regeln, gemeinsame Interessen, flexible Plattformen. „Niemand hier will in Angst leben, aber sich in Schweigen zu hüllen ist auch kein Leben“, sagte Hernández.

Der Preis gelte nicht ihr persönlich, er gelte den ermordeten Journalisten „und all jenen, die Tag für Tag ihren Job machen, mit Moral und Ausdauer“. Die Preisträgerin: „Sie wollen, dass wir tot sind, dass wir zum Schweigen gebracht werden – aber wir stehen noch immer und verschaffen uns Gehör.“

DW-Intendant Peter Limbourg sagte: „Anabel Hernández‘ Berichterstattung über Korruption und die Drogenkartelle ist ein beeindruckendes Beispiel für mutigen investigativen Journalismus. Wir müssen unsere Kolleginnen und Kollegen, die trotz der persönlichen Gefährdung weiter nach der Wahrheit suchen, schützen und unterstützen.“

„Die Preisträgerin ist ein wandelndes Wunder“

Laudator Misha Glenny, Autor des Bestsellers „McMafia“ und ehemaliger Korrespondent von The Guardian und BBC, würdigte Anabel Hernández als „eine jener couragierten Analysten, die aufgedeckt haben, wie sich Staatsbedienstete ebenso illegal am Drogenkrieg bereicherten wie die Kartelle“. Die Preisträgerin habe „diese Verstrickungen und die Gier, die dieses dämonische Netzwerk antreibt“, in unzähligen Artikeln und zahlreichen Bestsellern offengelegt.

Das Schwerwiegendste aber sei, so Glenny, dass „dieses Blutvergießen in Mexiko, das Elend, das sich Anabel Hernández zu dokumentieren gezwungen sieht, vor allem Folge einer gescheiterten Politik ist, maßgeblich gesteuert aus Washington D.C., gewissenhaft umgesetzt von Regierungen in Mittel- und Südamerika“. Angesichts der Gefahren, denen Journalisten gerade hier ausgesetzt seien, sei die Preisträgerin so etwas wie ein „wandelndes Wunder“. Dieses Wunder bestehe schlicht in dem Umstand, „dass sie noch unter uns weilt“, so Glenny.

Abgesehen von der Akribie, mit der sie ihre Recherchen betreibe, pflege Anabel Hernández einen sehr eleganten Schreibstil. „Sie bekämpft Ungerechtigkeit sowohl mit Wahrheit als auch mit Schönheit“, sagte der Laudator im alten Plenarsaal des Deutschen Bundestags.

Anabel Hernández und „Los Señores del Narco“

Anabel Hernández, 1971 in Mexiko geboren, schreibt als anerkannte Investigativjournalistin über Regierungskorruption, Drogenhandel und sexuelle Ausbeutung. Motiviert und angetrieben, wie sie sagt, nicht zuletzt durch das Schicksal ihres Vaters; er wurde im Jahr 2000 in Mexiko-Stadt entführt und ermordet. Der Fall wurde bis heute nicht aufgeklärt.

International bekannt wurde Hernández durch ihren 2010 erschienenen Bestseller „Los Señores del Narco“ (englische Fassung: „Narcoland“) über die Verbindungen hochrangiger mexikanischer Regierungsvertreter und der Drogenkartelle des Landes. Nach Morddrohungen musste sie 2015 Mexiko verlassen. Seither lebt sie im Exil, mittlerweile in Europa.

Im Herbst 2018 erschien ihr Buch über die nicht aufgeklärten Morde an 43 Studenten im mexikanischen Bundesstaat Guerrero im Jahr 2014 in englischer Übersetzung („A massacre in Mexico: The true story behind the missing forty-three students“).

Erste Frau unter den Preisträgern

Anabel Hernández ist die erste Frau unter den Preisträgern. Seit 2015 verleiht die Deutsche Welle den Freedom of Speech Award an eine Person oder Initiative, die sich in herausragender Weise in den Medien für Menschenrechte und Meinungsfreiheit engagiert.

Ausgezeichnet wurden bisher der in Saudi-Arabien weiterhin inhaftierte Blogger Raif Badawi (2015), der ehemalige Chefredakteur der türkischen Zeitung Hürriyet, Sedat Ergin (2016), die US-amerikanische White House Correspondents’ Association (2017) sowie der iranische Politikwissenschaftler Sadegh Zibakalam (2018). Verliehen wird der Freedom of Speech Award jeweils im Rahmen des Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn.

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