Auch mit Diabetes ins Leben zurück

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Mein Literaturtipp am Donnerstag! Diesmal für eine besonders betroffene Zielgruppe.

Zwar habe ich Diabetes nicht am eigenen Körper erfahren, doch ich habe eine Bekannte, die darunter leidet. Und ich weiß, wie schwer es ist, denn es betrifft alle Formen des Lebens.

Die Autorin Svea Golinske lebt selbst mit Diabetes Typ 1, hat sich aber nicht mit einer reinen Behandlung durch Medikamente abgefunden, sondern ihre Gewohnheiten geprüft und geändert: „Wäre ich Typ-2-Diabetikerin, hätte ich mit hoher Wahrscheinlichkeit bei meinem Lebensstil keinen Diabetes mehr und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: An Lebensqualität und Genuss mangelt es mir mitnichten.“

Diabetes Typ 2 entsteht durch einen ungesunden Lebensstil und wird häufig falsch behandelt. Wer seine Ernährung umstellt und sich mehr bewegt, kann seinen Typ-2-Diabetes aufhalten oder gar rückgängig machen. Svea Golinske hat für ihr Buch mit internationalen Ernährungsexperten wie Dr. Matthias Riedl von Die Ernährungs-Docs gesprochen und wissenschaftliche Beweise zusammengetragen.

Golinske fordert einen Paradigmenwechsel in den Ernährungsempfehlungen für Diabetiker. Bisher lauten diese, hauptsächlich Kohlenhydrate zu essen, Fett und Eiweiß zu reduzieren und mit Fruktose statt Haushaltszucker zu süßen. Die Therapie besteht oft darin, dass sich Betroffene genügend Insulin zuführen, um ihren Blutzuckerspiegel zu senken, statt aktiv ihren Lebensstil zu ändern. Gerade der Kohlenhydratstoffwechsel ist bei Diabetes aber problematisch. Und Insulin fördert Übergewicht.

Das Buch vermittelt Grundlagenwissen zu Ernährung, Makronährstoffen und Diabetes und erläutert anhand von Experteninterviews den aktuellen Stand der Forschung. Abschließend geben beispielhafte Sportübungen und Rezepte Anregungen für den neuen Lebensstil. Dabei ist es lesefreundlich aufgemacht und durch zahlreiche Illustrationen aufgelockert

Svea Golinske: Diabetes* ist heilbar, 208 Seiten, 19,95 Euro. Bestellen könnt Ihr es hier!

 

 

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Hotel Tres, Palma: Ein magischer Ort

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Es ist ein magischer Ort! Ein Stadtpalast aus dem 16. Jahrhundert, hinter einer großen Holzpforte verborgen. Unweigerlich denke ich an das Mallorca früherer Jahrhunderte, als ich in den weiten Patio eintrete.

Aber: Es gibt Sonnenschirme und gemütliche Sitzecken. Ich bin im Hier und Jetzt! Das Hotel Tres in der historischen Altstadt von Palma verbindet mallorquinische Gastlichkeit mit skandinavischen Design. Die Besitzer sind Nordeuropäer und haben ihren Stil mitgebracht. Die Symbiose passt. Es gibt das Einzelzimmer mit Blick auf die Kathedrale und die Suite mit eigener Dachterrasse und Whirlpool.

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Ich kann von meinem Zimmer aus direkt auf die Gartenterrasse des bekannten Lokals Abaco blicken. Und die Möglichkeit, hinter alten Mauern schnell auch mal Sport zu machen ist eh mein Ding. Ein Fitnessraum im Erdgeschoss sowie Sauna und Infinite-Pool (klein aber fein!) auf der Dachterrasse mit Blick auf die Kathedrale runden meine Wunschliste ab.

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Gläserne Treppen verbinden das historische Stadthaus mit einem 1950er Jahre-Gebäude. Auch das ganz im modernen und schnörkellosem Stil. Es gibt sieben unterschiedliche Zimmertypen. Das Frühstücksbüfett ist reichhaltig mit Smoothies, Fruchtsäften und verschiedenen Müslis, doch auch für den herzhaften Geschmack ist reichlich gesorgt.

DSCF1644 (Large)Für Joana Llado ist das Hotel eine Herzensangelegenheit. Sie ist seit der Eröffnung im Jahr 2004 dabei. Als Mallorquinerin kennt sie die Geschichte des Hauses und die früheren Besitzer, ein altes Familiengeschlecht aus Palma. In der Mehrzahl kommen die Gäste aus Deutschland, Schweden, Großbritannien und der Schweiz. „Unser Konzept ist ein dritter Raum. Denn wir wollen, dass sich die Gäste wie zuhause fühlen, also wie in einem dritten Zimmer, das man von daheim mitnimmt“, sagt Llado. Dieser Plan scheint anzukommen, denn allein 2017 gab es im Tres über 10.000 Übernachtungen.

„Unser Hotel ist mitten in der Stadt, doch wir hören den Verkehr nicht. Sondern Vogelstimmen“, sagt sie und deutet auf die Palmen im Innenhof. Und was würde Joana Llano für einen 4-Tages-Aufenthalt im Tres empfehlen: Am besten kein Auto mieten, denn Parkplätze sind in Palma Mangelware. Unbedingt den alten Zug von 1912 nach Soller nehmen, dort den Ort und den Hafen besichtigen. Und wer Wein mag, sollte die Anbauregionen und Orte Binissalem, Connell, Petra und Santa Maria del Cami besuchen. Einschließlich Weinverkostung, versteht sich! Diese sind leicht von Palma aus mit dem Zug zu erreichen.

Und am nächsten Tag den Bus nach Valldemossa nehmen und dort Coca di Patata probieren. Ein süßes mallorquinisches Kartoffelgebäck! Deià als weiteres Entdeckungsziel ist ein alter Künstlerort mit zahlreichen Restaurants. Hier in einem der vielen typischen Restaurants unbedingt das Mittagessen einplanen.

Stadtnahe Strände gibt es in Illetas oder Portixol. Cala Mondragó mit ihren kleinen Buchten liegt rund eine Autostunde entfernt. Den bekannten Strand Es Trenc würde Llado zurzeit nicht empfehlen, da es keine Strandbuden mehr gibt.

Und in Palma selbst ist der Mercado Olivar ein Muss für alle Genießer. Wegen seiner lokalen Produkte. Oder um Austern zu essen und Cava zu trinken. Es ist das Markthallen-Ambiente und das Mittendrin sein zwischen Fremden und Einheimischen. Wer gerne Fisch ist, sollte das Restaurant Ca’n Eduardo in Palma am Meer unbedingt auf seiner Liste haben. Und dann gibt es am Samstagnachmittag noch den Tardeo, dieses Flanieren mit der ganzen Familie im Stadtteil Santa Catalina, bevor es für Nachtschwärmer heißt: Tapas essen in La Boveda, auf einen Cocktail ins Abaco, und den Rest der Nacht zum Abtanzen ins Tito’s.

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Mallorca für ein paar Tage oder ein paar Wochen? Alles ist drin, es gibt immer etwas zu sehen und zu staunen. Und Tipps von Inselbewohnern wie Joana Llado sind immer noch die besten!

www.hoteltres.com

Fotos: Enric Boixadós

Der Aufenthalt wurde vom Hotel Tres unterstützt.

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Venedig – La Serenissima gibt sich die Ehre

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La Serenissima ist die Heimat des ältesten Filmfestivals der Welt. Es begann 1932 …

DSC_1986 (Large)Ich habe mich ein wenig umgesehen. Venedig hat als Romantik-Metropole mittlerweile sogar Paris überrollt. „Der schönste Ort, den ich je gesehen habe“, sagt George Clooney. „Voller Magie, als wäre er Disneyland entsprungen.“ 2014 heiratete er seine Amal im neogotischen Palazzo Cavalli, dem heutigen Rathaus. Ex-Bayern-Spieler Bastian Schweinsteiger und die Tennisspielerin Ana Ivanovic schlossen hier den Bund der Ehe zwei Jahre später.

Erinnert Ihr Euch an „Honig im Kopf“? Til Schweiger drehte auch in Venedig, und der Film war mit 7,3 Millionen Kinobesuchern sein größter Erfolg. Immer wieder dient Venedig als Kulisse für große Filmproduktionen. Auch Hollywood hat das schon erkannt. Wir erinnern uns nur an „The Tourist“ mit Angelina Jolie und Johnny Depp!

Oder an James Bond, als er quer über den Markusplatz sprintet. Er jagt seine Geliebte, die ihn verraten und verlassen hat. Die Suche nach ihr führt ihn in ein Labyrinth aus verwinkelten Gassen, Innenhöfen und Brücken. Überall wimmelt es von Menschen, die sein Vorankommen erschweren. Ein Albtraum für die Filmcrew des 007-Abenteuers „Casino Royale“ mit Daniel Craig in der Hauptrolle. „Wir haben zum Teil direkt zwischen ahnungslosen Touristen gedreht. Man kann die Altstadt nicht einfach tagelang absperren und mit Hunderten Statisten drehen. Also rannten wir mit der Crew einfach quer durch das Getümmel. Diesen Urlaub werden manche von den Passanten bestimmt nicht vergessen“, erinnert sich der Brite.

Warum also dreht man einen Film in einer Kleinstadt, in die Jahr für Jahr rund 30 Millionen Touristen strömen und in der sämtliches Material nur auf dem Wasserweg transportiert werden kann? Weil La Serenissima, wie die Stadt liebevoll genannt wird, einmalig ist und eine Märchenkulisse bietet, die es so auf der ganzen Welt nicht mehr gibt. So einfach ist das!

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Was wäre das Leben ohne gute Freunde?

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Das Schönste am Reisen ist doch, Orte und Leute kennenzulernen, die einem sonst nie begegnet wären. Die Erfahrungen, die ich dadurch gemacht habe, kann mir keiner mehr nehmen. Und es gibt keinen besseren Lehrstoff als das Reisen selbst. Klar, manchmal fühle ich mich erschöpft, durch Jetlag, lange Flüge und unbequeme Flugzeugsitze, aber um Neues zu sehen und zu erfahren nehme ich diese Nachteile meist gerne in Kauf.

Und mein Beruf gibt mir die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, die für die meisten fremd, abenteuerlich und andersartig sind. Die Faszination des Erlebten bleibt dann auch für mich und ist unbezahlbar.

Und immer wieder treffe ich auf meinen Reisen durch die Welt alte Freunde wieder. Freunde, die man Jahre, oft auch Jahrzehnte, nicht gesehen hat. Und es ist fast immer das Gleiche: Man erzählt, man erinnert sich, man lacht, als ob man sich gestern erst gesehen hätte. Das „Sich fremd sein und bleiben“ kenne ich dabei nicht.

Was wäre das Leben und erst das Reisen ohne gute Freunde? Ich auf alle Fälle bin froh, dass ich sie habe.

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Noch nie war Ayurveda so einfach

Ayurveda

Ein paar Ayurveda-Kuren habe ich hinter mir. Sie haben mir immer gut getan und danach habe ich mich rundum wohl gefühlt. Und jetzt bin ich wieder genau an dem Punkt, mich gesünder und besser ernähren zu wollen. Nach diesen Behandlungen war es immer ganz leicht für mich, die guten Vorsätze umzusetzen, aber dann bricht das alte Essverhalten doch wieder durch. Kennen wir alle, nicht wahr? Schokolade, Saures und Süßes sind nicht die gesündesten Lebensmittel. Und welche Jahreszeit scheint besser zu sein als der beginnende Sommer? Ihr wisst schon, Bikini-Figur oder Waschbrett-Bauch sind wieder angesagt!!

„Ayurveda ist die Mutter der Heilsysteme der Welt“, sagt die renommierte Ayurveda-Expertin Dr. Vinod Verma. Anschaulich erklärt sie diese älteste ganzheitliche Lebensart und indische Heilkunst und zeigt, wie sie gezielt zur Förderung der Gesundheit eingesetzt werden kann. In ihrem neuen Ratgeber „Gesund durch Ayurveda“ stellt sie 50 einfache, schnell zuzubereitende und farbenfroh bebilderte Rezepte vor, die allesamt auf regionalen und saisonalen Lebensmitteln wie Apfel, Kürbis, Tomate und Kamille beruhen. Damit bietet Vinod Verma dem Vorurteil die Stirn, dass ein ayurvedischer Lebensstil nach exotischen und teuren Zutaten verlangt:  Bei den hier vorgestellten Rezepten benötigt man nur heimische Lebensmittel.

Daneben gibt die Pionierin der Ayurveda-Forschung einen umfassenden Überblick, in dem sie kurz und praktisch die Grundlagen des Ayurveda vermittelt und die Möglichkeit bietet, die eigene Konstitution (Vata, Pitta oder Kapha) selbst zu bestimmen. Die Rezepte helfen dabei, zu jeder Jahreszeit im eigenen Umfeld und in der Natur im körperlichen und emotionalen Gleichgewicht zu sein.  Ziel ist es, die Verdauung des Körpers optimal zu unterstützen und damit die Organe zu entlasten, was schließlich sogar zu einem Verjüngungseffekt führt.

Praxistipps zu einem gesunden Schlafverhalten, zum richtigen Atmen und zur regelmäßigen Entgiftung als Körperregeneration runden den Ratgeber ab. Daneben sind auch Ayurveda-Anwendungen und gezielte Yoga-Übungen Teil des Buches.

Na, dann mal los: So könnt Ihr aktiv etwas für Euer Wohlbefinden tun, den Körper heilen und auf lange Sicht gesund, in Balance und voller Energie bleiben. Und die Bikini-Figur oder der Waschbrett-Bauch kommen dann ganz von alleine. Bestimmt!

Dr. Vinod Verma: Gesund durch Ayurveda, 208 Seiten, 18,99 Euro. Gleich bestellen und mit den guten Vorsätzen beginnen. Hier!

 

 

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Wiedersehen mit der Alten Dame

Zum Hamburger Hafengeburtstag habe ich sie wieder gesehen: Die Eye of the Wind, mit der ich im Februar durch die Karibik segelte. Es war ein herzliches Wiedersehen mit der Alten Dame.

Die Atlantiküberquerung hat sie reibungslos überstanden, ab den Azoren sei es stürmisch gewesen, sagte mir ein Crew-Mitglied.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnd natürlich hatte ich meine Freundinnen bei der Stippvisite dabei, die die Eye unbedingt mal kennen lernen wollten.

Die eine, sie heißt auch Sabine, hat selbst ein Kapitänspatent und ganz klar, da war Fachsimpeln mit der Crew angesagt.

Der Besuch hat Spaß gemacht. Und dann das Panorama! Denn im Hintergrund war die Elbphilharmonie zu sehen. Also Alt und Neu zusammen. Was für ein toller Kontrast!

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Meine Freundin Sabine hat selbst ein Kapitänspatent und war von der Eye begeistert.

Und hier für Euch zum Lesen meine Reportage über Segeln in der Karibik.

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Der abstrakte Lohengrin in der Elphi

Was will man mehr, wenn man in Hamburg zu Besuch ist? Für mich war es unter vielen anderen schönen Dingen der Besuch der Elbphilharmonie. Und diesmal auch ein Stück, das mich begeisterte. Sehr sogar! Familiär im Kleinen Saal aufgeführt faszinierte es durch die großartige Hauptakteurin Sarah Maria Sun und das kleine aber feine Orchester. Es ging um Lohengrin, diesmal aber ganz abstrakt. Nicht um den Lohengrin nach Richard Wagner, der sich seinerseits ja bei der mittelalterlichen Gralssage bediente, sondern um den nach Salvatore Sciarrino.

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Generalprobe des Lohengrin. Foto: Daniel Dittus

In Wagners Lohengrin geht es um die zu Unrecht des Brudermords beschuldigte Elsa von Brabant. Ihre Ehre wird von einem mysteriösen Ritter gerettet, der auf einem Boot erscheint, das von einem Schwan gezogen wird. Die beiden heiraten – unter der Bedingung, dass sie ihn nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen darf. Als sie es doch tut, gibt er sich als Ritter vom Heiligen Gral zu erkennen und verlässt Elsa wieder, die daraufhin entseelt zu Boden sinkt.

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Sarah Maria Sun als Darstellerin der Elsa im Bann des mythischen Schwans. Foto: Daniel Dittus

Das Gedicht des Dichters Jules Laforgue, das Sciarrino als Vorlage für sein über 35 Jahre altes Werk nutzt, geht davon aus, dass Elsa nicht tot ist, sondern den Verstand verloren hat – und in der Rückschau über ihr Leben und die Begegnung mit dem Ritter sinniert. Dazu schuf Sciarrino eine Musik, die mit Wagner nichts mehr gemein hat, aber ein umso intensiveres psychologisches Porträt der gebrochenen Protagonistin zeichnet.

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Das kleine aber feine Orchester, hier das Österreichische Ensemble für neue Musik, spielt zu Sciarrinos Lohengrin. Foto: Daniel Dittus

Doch um was geht es überhaupt? Laforgue fasste seinen Text in zwei Kapitel an zwei Orten. Erster Ort: Am Meer. Elsa, noch nicht achtzehn, ist eine Vestalin, eine auf Jungfräulichkeit eingeschworene Priesterin der Mondgottheit. In einem Ritual bei Vollmond wird sie der „Unreinheit“ (des Techtelmechtels mit einem Mann) bezichtigt. Ein Ritter auf einem Schwan, von dem sie zuvor träumte, rettet sie vor der angedrohten Blendung, dem Verlust des Augenlichts.

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Die Tragödie um den Brudermord. Foto: Daniel Dittus

Zweiter Ort: Die Villa, die das Kultusministerium Lohengrin und Elsa für die Hochzeitsnacht zur Verfügung stellt, ein verwunschenes, leeres Gebäude. Doch aus der Liebe wird nichts, wohl nicht nur wegen ihrer „mageren Hüften“, die er verabscheut. Am Ende verwandelt sich das Federkissen in das mythische Federvieh, das sinnliche Erotik und Tod symbolisiert, und trägt den Märchenprinzen aus dem Gralsland in die Lüfte davon. Spätestens hier zeigt sich, dass dieser Lohengrin ein Seelendrama ist.

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Lohengrin im Kleinen Saal der Elphi. Eine Tragödie, die mitreißt. Foto: Daniel Dittus

„In meinem Lohengrin entspringt die gesamte Handlung dem Mund der Protagonistin. Der Mund ist ein Zentrum, in dem sich die Realität bündelt und woraus sie ausstrahlt. Wir brauchen nicht mehr zu sehen, sondern nur zu hören“, sagt Sciarrino.

Weitere Aufführungen in der Elbphilharmonie hier!

 

 

 

 

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