La Dolce Vita

Es gibt kein Ende. Es gibt keinen Anfang. Es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens. 

Federico Fellini

Costa Smeralda, Sardinien, 1965

Veröffentlicht unter Notabene | 27 Kommentare

Nichts zu verlieren

IMG_1716

Meine Mutter. Markusplatz, Venedig, Ende 1960.

„Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür,
nichts zu verlieren zu haben.“

Janis Joplin (1943 – 1970)

Veröffentlicht unter Italy, Notabene | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Die Kirchengemeinden trifft es mit aller Härte

Kein Gottesdienst zu Corona-Zeiten: Pfarrer Waldschütz setzt die Monstranz aus. Die wenigen Besucher haben sich weitläufig im Kirchenschiff verteilt. Der Sicherheitsabstand beträgt mindestens eineinhalb Meter.

Corona ist auf dem Vormarsch. Ein Virus, der derzeit die Welt in die Knie zwingt. Auch die Kirchen und ihre Gemeindemitglieder werden aufgefordert, zur Eindämmung der Pandemie beizutragen. Das heißt im Klartext keine Gottesdienste mehr oder nur sehr eingeschränkt. Kirchen bleiben aber offen, um in all dem Trubel ein wenig Ruhe zu finden. Auch die idyllische Urlaubsregion Tegernsee ist mitten drin in der Krise und dem Wirbel um das Virus. Das Erzbistum München und Freising sagt bis Anfang April alle öffentlichen Messen ab. Das ist für viele Gläubige eine schlimme, fast unglaubliche Nachricht, genau so wie für Kardinal Reinhart Marx. Denn wer sonst soll Gläubigen Trost spenden, wenn nicht die Kirche. „Es ist eine schwierige Situation, und die schneidet ein in unser kirchliches Leben“, äußert sich Marx bestürzt.

Der Pfarrer ist auch weiterhin Ansprechpartner

So sieht es auch Pfarrer Walter Waldschütz, der die katholischen Kirchen in Tegernsee, Rottach-Egern und Kreuth betreut. „Unsere Gemeinden trifft es schwer, gerade jetzt in einer Krisenzeit, wo durch den Gottesdienst auch Halt und Hilfe gegeben werden soll. Doch das Gemeinwohl geht vor.“

Auch weiterhin ist der 68-Jährige Ansprechpartner, erhält Fragen, gibt Antworten. Muss die Messe denn wirklich ausgesetzt werden? Wer gibt dringend benötigte Antworten, wer spendet Trost? Waldschütz weist auf die Botschaften und Gebete auf der Homepage des Pfarramtes hin. In diesem Fall muss es digital gehen. „Wir geben Hilfestellungen zum Beten, veröffentlichen entsprechende Texte und wollen sicherstellen, dass die Gemeindemitglieder nicht das Gefühl haben, allein gelassen zu werden.“

Eine Urlaubsregion in der Krise

Ein sonniger Sonntag in Tegernsee. Pünktlich um 10 Uhr morgens läutet die katholische Pfarrkirche St. Quirinus die Glocken. Danach ist es seltsam still. Wenig Geräusche, keiner spricht, die Klinke der Kirchenpforte wird zum Öffnen durch die Jacke gedrückt. Ein einzelner wagt sich hinein, ein anderer kommt nach. Nebenan im Bräustüberl sitzt ein Paar eng beieinander im Freien auf einer Holzbank. Bei Weißwürsten und Bier. Es unterhält sich leise, so als ob es die vorhandene Ruhe nicht stören möchte. Die beiden sind die einzigen Gäste. Die Normalität sieht anders aus. Drinnen im Kirchenschiff ist es ganz ruhig. Die paar Besucher halten Sicherheitsabstand. Mindestens eineinhalb Meter. Hier sogar mehr: Leere Kirchenbänke finden sich zwischen den Besuchern. Mit Absicht.

Die Pfarrkirche St. Quirinus in Tegernsee. Sie gehört zum Wirkungskreis von Pfarrer Waldschütz.

Vor fast zwei Wochen war die letzte Messe, die Pfarrer Waldschütz halten konnte. Die Kirche nun im Ausnahmezustand. Trotz allem stehen der Priester und sein Ministrant am Altar. Die Worte des Pfarrers sprechen von Solidarität und Achtung vor den Mitmenschen. Gerade jetzt, in dieser sehr schwierigen Zeit. Nein, es ist nicht so wie immer. Vor ihm sitzen lediglich fünf Menschen. Auf mehrere Kirchenbänke verteilt, jede und jeder für sich allein. Sicherheitsabstand und Schutz vor dem Unbekannten. Die Kirche in Zeiten der Krise. Weltweit. Unglaublich. Pfarrer Waldschütz setzt das Allerheiligste aus, die Monstranz mit dem heiligen Brot. Er betet: „Für alle, die Angst haben und in ihrer Not hilflos bleiben.“ Trotz allem, die Ansprache schafft Zuversicht, Mut und Hoffnung. Auch wenn nur wenige sie hören.

Zuversicht finden

Seit zehn Jahren dient Waldschütz in den Gemeinden rund um den Tegernsee, die zu den idyllischsten Ferienorten Deutschlands zählen. Doch so eine Situation hat er noch nie erlebt. Wo finden die Menschen Zuversicht? Und Ruhe, vor all den Schlagzeilen, die seit Wochen die Medien beherrschen. In den letzten Wochen hat es im Süden Bayerns noch geschneit. Immer mal wieder. Wenige Kilometer von Tegernsee entfernt liegt Wildbad Kreuth, immer noch unter einer sanften Schneedecke. Vereinzelt suchen Spaziergänger ein wenig Zerstreuung von all den Nachrichten, die die sozialen Netzwerke zurzeit dominieren. Es kann gut tun, die Begegnung mit einem Ort voller Geschichte. Wildbad Kreuth strahlt den Frieden aus, den der Besucher sich wünscht. Der Name kommt nicht von ungefähr, waren es doch Wildtiere, die einst und jetzt aus den Quellen tranken und gesundeten. So die Legende. Den Zweiten Weltkrieg hat der Ort durch seine isolierte Lage in den Wäldern der Voralpen fast unbeschadet überstanden. Das Dorf hat eine reiche Geschichte. Vor dem Jahr 1490 soll hier ein Jäger eine verletzte Hirschkuh beobachtet haben, wie sie an einer Quelle Linderung von ihrem Leiden suchte. Die Hirten und Bauern der Gegend machten es dem Tier nach und wurden gesund. Damals wusste noch keiner, dass das Wasser schwefelhaltig und damit gesundheitsfördernd war. Der Ruf, dass Heilkraft von der Quelle ausging, verbreitete sich in der Region in Windeseile.

Urkundliche Aufzeichnungen darüber gab es erst später. Um 1490 wird das heutige Wildbad Kreuth als „Bad Sankt Leonhard“ erstmals erwähnt. Abt Heinrich V. von Tegernsee errichtete daraufhin im Jahr 1511 ein richtiges Badehaus. Seine Bedingung: Jeder Tegernseer Abt und seine Brüder sollen dort umsonst baden dürfen. Alle anderen müssen Eintritt zahlen. Es entstehen weitere Gebäude. Das Geschäft mit der Gesundheit floriert.

Noch bis vor wenigen Wochen: Spaziergang in der frischen Luft und in einer idyllischen Umgebung hellt das Gemüt auf. Ausflügler, die die Umgebung von Wildbad Kreuth bei einer Kutschfahrt genießen.

Bis zur Säkularisation im Jahr 1803 bleibt das Bad im Besitz der Benediktiner in Tegernsee. Der damalige Bademeister Simon Zahler erwirbt die nahe Kapelle, das Wohn- und Badehaus sowie die umliegenden Wiesen und Wälder. Dafür zahlt er umgerechnet 500 Euro. Er verpflichtet sich jedoch schriftlich, dass auch bei einem Weiterverkauf jeder zukünftige Besitzer das Bad pflegen und bewahren muss.

Historischer Jet Set im Voralpenland

Die Ära der Wittelsbacher im Kreuther Tal beginnt anschließend, im Jahr 1818. König Max I. Joseph von Bayern kauft die Anlage mit den Gebäuden. Die besten Architekten sind für den König gerade gut genug. Der berühmte Baumeister Leo von Lenze bekommt den Auftrag des Königs, den heute noch bestehenden zweiflügeligen Bau samt Nebengebäuden zu errichten. Nun beginnt der Prunk und der Glanz des Ortes. Nicht nur wegen der Quellen kommt die damalige Prominenz.  Russische Zaren, Thomas Mann und seine Familie oder der illustre Kaiser Franz von Österreich besuchen Wildbad Kreuth, weil es zum guten Ton gehört und Beschwerden heilen oder Krankheiten gar nicht erst entstehen lassen soll. Auch die Ziegenmolke-Kuren wurden dort erfunden. Ihnen eilt der Ruf voraus, Gebrechen zu lindern und Gesundheit zu fördern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Bad im Besitz der Wittelsbacher. Den Kurbetrieb in seiner ursprünglichen Form gibt es nicht mehr. Das Bad entspricht nicht mehr dem Zeitgeist. Mitte der 1950er Jahre lassen es die Adligen renovieren. Das Sanatorium kehrt zu altem Ruhm zurück. 1973 schließt Max Emanuel, Herzog in Bayern, das Kurhaus. Eine Ära geht zu Ende. Die Hanns-Seidel-Stiftung übernimmt die maroden Anlagen, erneuert sie und eröffnet ein Bildungszentrum. Der geschichtsträchtige Ort wird noch einmal berühmt. Bis 2016 tagte hier jährlich die CSU-Landesgruppe. Und nun? Das historische Anwesen soll bald mithilfe eines neuen Investors ein Hotel werden. Kategorie Luxus.

Veröffentlicht unter Aktuelles, Germany, Reise, Reportagen, Sabine’s world: A travel diary | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Corona – Die Rache der Tiere

Langsam geht es uns allen auf die Nerven: Die Berichterstattung über den Corona-Virus. Kaum mehr ein Wort davon, was denn überhaupt die Ursache für die mittlerweile weltweite Tragödie war. Da gab es doch diesen Wildtiermarkt in Wuhan, irgendwo in Zentral-China. Und dort soll er herkommen, dieser beängstigende Virus, der in unglaublicher Geschwindigkeit um die Welt eilt. Wenn sich nun jemand vorstellt, dass dieser Markt süße kleine Rehe, Eichhörnchen oder Waschbären als Spielgefährten und Haustiere verkauft, dann hat er sich geirrt. Denn all diese Tiere werden verspeist oder zu Potenzmittel und Arzneien verarbeitet.

Chinesen essen nun mal Tiere. Wie fast alle anderen Völker auch. Die einzige Ausnahme ist, dass sie alle Tiere essen: Das können schon mal süße Koalas sein, Schuppentiere, die Haut von Eseln, die Penise stolzer Tieren, die wir aus dem Urwald oder den Steppen dieser Welt kennen.

Und genau von dort, wo die Tiere normalerweise lebend ankommen, präsentiert werden und bei Bedarf und auf Wunsch des Käufers geschlachtet werden, soll dieser Virus nun herkommen. Bekannt ist auch, dass es Menschen gibt, die Tiere vor der Schlachtung noch quälen, oder sie langsam zu Tode kommen lassen, denn durch den Stress- und Adrenalinausstoß der gequälten Geschöpfe soll das Fleisch immerhin noch besser schmecken. Diese Methode betrifft auch die von uns allen geliebten Haustiere wie Hunde und Katzen, denn die landen auch erst gequält und dann gebraten auf den asiatischen Tellern.

Doch wie kann der Virus entstanden sein? Hat sich ein Tier gewehrt, geschrien, gekratzt oder gebissen, als klar war, dass ihm der Tod bevorstand? Ist der Virus vielleicht so auf den Schlächter übergesprungen, der ihn weiter verbreitet hat? Und der jetzt die ganze Welt verseucht? So oder so ähnlich kann es gewesen sein! Ein absolut logisches Szenario. Aber man spricht nicht mehr darüber, denn man will erstmal die Ausmaße bekämpfen und später vielleicht die Ursache. Wenn es erst mal ein Gegenmittel gibt, sind die Umstände des Ausbruchs dann eher zu vernachlässigen.

Fakt ist, dass China seine Tiermärkte geschlossen hat. Als Reaktion auf den Ausbruch. Doch es gibt zahlreiche Wildtierfarmen im Hinterland, die nur einen Zweck haben: Wildtiere zu züchten, damit Menschen sie auf ihren Speisezettel haben können. Die Farmen beliefern die Märkte, und die Märkte verkaufen an die Konsumenten. Ein Kreislauf, wie wir ihn alle kennen. Seitdem bekannt ist, dass das Virus von einem Wildtier stammt, werden die Farmen nicht mehr betrieben und die darin befindlichen Wildtiere ihrem Schicksal überlassen.

Nicht mal mit viel Fantasie kann sich jeder unschwer vorstellen, wie diese Tiere nun leiden. Und seit irgend jemand behauptet hat, dass Hunde das Virus eventuell übertragen können, steht die Welt abermals Kopf. Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das strikt dementiert, hat es sich in den Köpfen einzelner manifestiert. Mit der Folge, dass nun Haustiere verstärkt in Tierheimen abgegeben werden. Wenn die Tiere Glück haben! Dieses Handeln hat nun wiederum zur Folge, dass die Heime hoffnungslos überfüllt sind. Oder aber sie werden von unter Quarantäne stehenden Menschen, die zuhause bleiben müssen, von Hausdächern geworfen, damit sie ein schneller grausamer Tod ereilt, wie Bilder aus China vor ein paar Wochen zeigten. Oder sie werden in menschenleeren Städten und Wohngebieten ausgesetzt und so ihrem Schicksal überlassen. Wenn sie Pech haben!

Im besten Fall und das heißt im Klartext: Wenn wir alle die Viren heil überstanden haben, wird sich zeigen, ob diese Tragödie letztendlich, zumindest für Tierschützer wie mich, etwas Gutes hatte: Nämlich den achtsamen Umgang mit Tieren zu lernen, zu erhalten und zu schützen.

Veröffentlicht unter Aktuelles, Tierschutz | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

Die einst so glücklichen Tage


Während meiner vierwöchigen Auszeit in Oberbayern habe ich viel gelesen. Für mich ein Traum. Endlich konnte ich mal wieder in Bücher abtauchen, die ich schon lange auf meiner To Do-Liste hatte. Auf ein Werk hatte ich mich dabei besonders gefreut:

Es geht um vier Freundinnen, einen Sommer am Meer und um eine große schicksalhafte Veränderung damals, vor langer Zeit.

Zugegeben, es war nicht leicht, mich in dieses Buch zu vertiefen, denn ich musste es schon sehr genau lesen, um die verschiedenen Nuancen und Charaktere zu erkennen und zu treffen. Es ist ein vielschichtiges Buch, das immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit driftet. Schon deshalb ist die konzentrierte Lektüre wichtig, um nicht den Faden zu verlieren.

Um was es geht? Vier Frauen – sie sind Freundinnen – verbringen einen nicht enden wollenden Sommer an der französischen Atlantikküste. Sie sind jung, unbedarft und wollen dem Leben die Stirn bieten. Wie ein Versprechen liegt die Zukunft vor ihnen, so ausgelassen und unbeschwert. Sie merken gar nicht, wie das Leben seine Weichen stellt. Entschlossen und unabwendbar. Als sie sich viele Jahre später wiedersehen, erkennen sie, dass ihre Träume sie noch immer wie eine schicksalhafte Kraft verbinden. Trotz allem was geschehen ist: Seit jenem Abend, als Lenica ihren Freund Sean mitbrachte. Und die unaufhaltsame Geschichte ihren Lauf nahm und schließlich in einer Tragödie endete.

Julia Holbe: Unsere glücklichen Tage, 320 Seiten, 20 Euro.

Veröffentlicht unter Literatur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Kindheit in Bullerbü

„Ich sagte ja schon, dass ich für das Kind in mir geschrieben habe. Also wirklich für mich. Also für das Kind in mir, das ich selber einmal gewesen bin und das weiß, was andere Kinder lesen wollen.

Ja, was das für ein Kind war, das ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Das interessiert mich selber auch. Eine klare Antwort darauf habe ich auch für mich immer noch nicht.

Eins ist sicher: Das Kind, das ich einmal war, das war keine Pippi Langstrumpf. Aber es war ein Kind mit viel Phantasie, glaube ich. Ein Kind, das mit seiner Phantasie ganz gut spielen konnte. Das Freude daran hatte, mit der Phantasie zu spielen. Sonst weiß ich nicht, wie ich die Bücher fertig gebracht hätte.

Ich kenne mich selber nicht gut genug, aber ich meine, dass ich weiß, wie ich ein Buch haben möchte. Das kommt automatisch, wenn ich anfange zu schreiben. Es wächst mir zu. Und ich denke nicht an die Kinder, die es lesen sollen. Ich schreibe nur für mein eigenes Vergnügen. Und das ist ein großes Vergnügen, das können Sie mir glauben.

Ich möchte nicht mehr in der heutigen Zeit Kind sein. Nein, ich bin froh, dass ich einmal Kind gewesen bin.“

Astrid Lindgren

Veröffentlicht unter Notabene | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Ein Buch für echte Glückskinder


Ich lese gerne Reiseführer über meine Heimatstadt Würzburg. Zugegeben, dabei kann ich noch so vieles selbst entdecken, von dem ich vorher keine Ahnung hatte. Dagmar Wolf, eine befreundete Journalistin, hat mich neugierig gemacht. Denn sie hat ein Würzburg-Buch veröffentlicht und Orte beschrieben, die angeblich glücklich machen. Oder zumindest glücklich machen sollen. Sie oder mich oder andere. Ein interessanter Ansatz! Denn unter dieser Prämisse bin ich noch nie durch meine Stadt getigert. Ist die Perle am Main denn wirklich eine wahre Hochburg des Glücks, wie Dagmar es beschreibt? Ich wollte es von ihr selbst wissen. Sie erzählte mir, wie alles begann.

Kommt mit und reist mit ihr und ihrem Buch in die beeindruckende Vergangenheit von Würzburgs Altstadt oder probiert einen guten Tropfen Frankenwein im glitzernden Schein der Abendsonne am Mainufer. Horcht in Euch und verspürt dabei das einmalige Gefühl, das Kribbeln und die Sehnsucht nach dem Mehr. Dagmar Wolf hat dem Rechnung getragen. 80 besondere Orte stellt sie vor und verrät, in welchen versteckten Gärten man perfekt die Seele baumeln lassen kann oder wo das Glück vom Summen der Bienen getragen wird.

„Die Glücksorte-Reihe gibt es bereits für ein paar Städte. Für Würzburg wurde ich angefragt, weil ich die Karlsruhe-Autorin kenne. Ich fand das Projekt spannend, aber war mir erst nicht sicher, ob ich genug Orte finden würde, die mich ansprechen. Und die den Kriterien des Verlags genügen. Schließlich sollten die großen Sehenswürdigkeiten, die sich in Baedeker & Co. finden, außen vor bleiben – es sei denn, es gibt einen ganz persönlichen Zugang zu diesem Ort, eine andere Perspektive.

So bin ich vor der Zusage zwei Tage auf gut Glück durch Würzburg gestreift. Und da wusste ich: Das mache ich! Es war ganz wunderbar, mit Zeit, Muße und offenen Augen wie Ohren auf Entdeckungstour zu gehen. Und dabei so viele Orte zu entdecken, die mir vorher nicht oder nicht so intensiv aufgefallen waren. Oder mir bei anderen Orten, die mich immer schon angezogen haben, bewusst zu machen, was mich an diesen so fasziniert.

Zu den letzteren zählt zum Beispiel die Alte Mainbrücke, die zwar eine „Große Sehenswürdigkeit“ ist, die ich aber dennoch aufgenommen habe. Denn ich freue mich wirklich jedesmal, wenn ich erst auf sie zukomme und sie dann überqueren darf. Das geht eigentlich gar nicht ohne ein Lächeln, weil da so viel Geschichte drin steckt. Und beim Beobachten der Passanten, Straßenmusikanten, Weingenießer und Jungesell*innen-Teams so viele Geschichten erzählt werden.

Das war für mich bei der Auswahl sowieso ganz wichtig: Der Ort muss mich natürlich ansprechen, vor allem aber erlebt werden können, Spannung versprechen, Neugier und Entdeckerlust entzünden oder befriedigen … und zwar für Erwachsene genauso wie für Familien mit Kindern, für Touristen genauso wie für neu Hinzugezogene oder Eingesessene (und tatsächlich habe ich auch von denen Rückmeldung bekommen, dass das Büchlein Überraschungen für sie bereitgehalten hat!). Die Auswahl der 80 Glücksorte ist deshalb einerseits sehr subjektiv, gleichzeitig habe ich versucht, immer wieder die Perspektive zu wechseln und verschiedene Zielgruppen in den Blick zu nehmen. Und ich wollte ganz verschiedene Themenbereiche abdecken: Kulinarisches, Kulturelles, Geschichtliches, Bewegung und Sport, Natur, Beschauliches. Denn das alles macht doch Würzburg aus: Die Stadt lässt sich so vielfältig und abwechslungsreich erleben!

Weil ich das oft gefragt werde: Ich könnte keinen der 80 beschriebenen Orte als meinen Lieblings-Glücksort erwählen, weil sie so unterschiedlich sind und zu so verschiedenen Stimmungen oder Bedürfnissen  passen. Auf jeden Fall  gehe ich jetzt immer erhobenen Kopfes durch Würzburg, um weitere Hausmadonnen zu erspähen. Ich nehme gerne kleine Umwege in Kauf, um weitere Orte zu entdecken, die mir bisher entgangen sind. Und ich gehe offeneren Auges durch die Stadt (wie durch andere Städte), damit mir nicht mehr so viel entgeht.“

Dagmar Wolf

Dagmar Wolf: Glücksorte in Würzburg, 168 Seiten, 14,99 Euro

Veröffentlicht unter Autoren zu Gast/Guest Authors, Literatur | Kommentar hinterlassen

Design Cakes by Gosha: Valentine Macarons

338D6282-81DC-4931-9021-6B61AFED3F7D_1_105_c

Gosha surprised us again! Her newest creation: Wonderful hand painted Macarons. The ideal present for Valentine’s Day!

FB6E3FC5-82AD-48C2-B06A-F2B17456BFF5_1_105_c6D20AFA5-AFE5-43C1-9C33-C1938CB462F5_1_105_cB69474BA-8734-493D-9FAF-1E13D365986D_1_105_c2C92E7FC-F6EE-48CB-A664-C7E809807577_1_105_c

Veröffentlicht unter Design Cakes by Gosha | Verschlagwortet mit , , , , , , | 5 Kommentare