La Dolce Vita

Es gibt kein Ende. Es gibt keinen Anfang. Es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens. 

Federico Fellini

Costa Smeralda, Sardinien, 1965

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Design Cakes by Gosha: Valentine Macarons

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Gosha surprised us again! Her newest creation: Wonderful hand painted Macarons. The ideal present for Valentine’s Day!

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Absurd und barbarisch

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„Ich möchte einem anderen lebenden und fühlenden Wesen keine Schmerzen zufügen. Ich möchte ihm nicht seine Babys wegnehmen. Ich möchte es nicht dazu zwingen, eingeschlossen und gemästet zu werden, nur um geschlachtet zu werden. Das ist absurd und barbarisch.“

Joaquin Phoenix, Schauspieler

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Guyana entdecken und lieben

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Die prächtigen Kaieteur Falls mitten im Dschungel Guyanas. Foto: David di Gregorio

Spitzen-Auszeichnung für eines der letzten Dschungelparadiese der Erde: Ein verdienter Platz Eins in der Kategorie Nachhaltiger Tourismus für den südamerikanischen Kleinstaat. Eine Reise der Superlative erwartet Abenteurer und Individualtouristen.

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Dwayne hat noch einmal Glück gehabt. Genau wie seine Schwester Sandy und Spielkameradin Pat. Das Krokodil lauert zwar immer noch in unmittelbarer Nähe zu den Baby-Otter, doch Melanie McTurk und ihre fleißigen Helfer passen auf die Kleinen auf. Damit auch sie einmal groß werden können. Schon zum zweiten Mal rettet ihnen McTurk damit das Leben. Wilderer hatten sie den Müttern weggenommen, um sie als Haustiere zu verkaufen. Als niemand die Wildtiere wollte, brachten sie sie zur Karanambu Lodge im Landesinneren.

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Hier, im Herzen der Savanne, gründete die 2016 verstorbene Tier- und Umweltschützerin Diane McTurk, auch bekannt als „Otter-Lady“, die Riesenotter-Aufzuchtstation auf ihrer Ranch am Rupununi-Fluss. Melanie McTurk führt heute die Arbeit fort. Ihre jungen Riesenotter watscheln ihr wie Enten hinterher, wenn es zum Toben und Fressen hinunter an den Fluss geht. Hier dürfen sie auch mit den Nachbarskindern spielen. „In zwei Jahren kommt die Auswilderung, bis dahin werden wir sie täglich an ihre natürliche Umgebung gewöhnen“, sagt die Nichte der Verstorbenen. Reisende, die vorbeikommen, dürfen das morgendliche Szenario am Fluss aus der Nähe betrachten und auch mitmachen. Aber Vorsicht, die Zähne der kleinen Otter sind spitz und sie mögen gerne den einen oder anderen barfüßigen Zeh, wenn man sich mit ihnen in Flussnähe begibt.

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Das einzige englischsprachige Land Südamerikas hat neben seiner Tierwelt auch noch 183.000 Quadratkilometer geschlossenen Regenwald zu bieten. Nicht nur für Profi-Filmer ist es ein Paradies. Jaguar, Ameisenbär, Mohrenkaimane, Harpyie, der imponierende Greifvogel mit bis zu zwei Metern Flügelspannweite oder das Capybara, eine Art Wasserschwein, werden auch von Hobbyfotografen begeistert abgelichtet. Obwohl letzteres zu der Familie der Meerschweinchen gehört, hat es mit den putzigen Haustieren wenig zu tun, denn sein Gewicht kann durchaus bis zu 60 Kilo betragen.

„Afrika hat seine ‚Big Five‘, Guyana dagegen seine ‚Giganten'“, betont Brian Mullis, Direktor der nationalen Tourismusbehörde. Und erst recht ist es mit 900 verschiedenen Spezies ein Tummelplatz für Vogelkundler. Schon mal was vom orangefarbenen Felsenhahn gehört? Diesem „Cock of the Rock“ (Rupicola) begegnet man nur im Dschungel Guyanas. Auf die Reisenden warten aber auch noch weitere 225 Säugetierarten und 880 verschiedene Reptilien.

Weder asphaltierte Straßen noch Infrastruktur

Es gibt weder asphaltierte Straßen noch Infrastruktur. Voran kommt man am besten mit kleinen Flugzeugen oder im Kanu entlang der mächtigen Dschungelflüsse. Weniger als 5.000 Touristen jährlich zieht es in den mit 750.000 Bewohnern dünn besiedelten Staat zwischen Venezuela, Surinam und Brasilien. Eine Sandpiste als einzige Fernstraße verläuft quer durch das Land nach Brasilien. Der Küstenbereich rund um die Hauptstadt Georgetown erinnert kulturell stark an die Leichtigkeit der Karibik während im Landesinneren die Ureinwohner, Amerindians genannt, noch mit Pfeil und Bogen jagen. 84 Prozent des Landes sind Natur pur, die Bewohner besiedeln gerade einmal wenige 16 Prozent der Staatsfläche. Tourismus ist nicht ausgeprägt, es gibt nur ein paar Lodges im Landesinneren, die aber alles bieten, was der Reisende braucht. Familienanschluss ist garantiert, das Abendessen wird oft gemeinsam mit den Eigentümern eingenommen, die es sich nicht nehmen lassen, die Geschichten ihres Lebens zu erzählen.

Wie Colin Edwards von der Rock View Lodge. Die kleine Cessna von Trans Guyana Airways landet direkt auf dem Airstrip vor seinem Haus und spuckt die Reisenden aus. Edwards lässt es sich nicht nehmen, selbst am Rollfeld die neuen Gäste zu begrüßen und ihr Gepäck in Handroller zu verladen. Der britische Diplomatensohn, der einen Teil seiner Jugend in Bad Godesberg verbracht hat, lebt seit den 1980er Jahren in Guyana. Der Zufall und eine Frau haben ihn bleiben lassen. Ein Abenteuer sei sein Leben schon immer gewesen, angefangen hätte es 1969 mit dem Straßenbau in Nordbrasilien. Und irgendwann später kam die Rock View Ranch. Auf ihr hatte er schon während seiner Arbeitseinsätze logiert, sich in das Anwesen verliebt und es schließlich gekauft. In der Nähe liegt die rote Sandpiste nach Brasilien, doch die täglichen Autos oder Busse lassen sich an zwei Händen abzählen.

Lange Abende mit Rum und Spionagegeschichten

Heute ist Rock View eine besondere Herberge mit einem von Hand gebauten idyllischen Pool für Reisende „mit einem Fokus„. So beschreibt es Edwards am liebsten, abends bei der Rum-Probe in der Bibliothek. Er fügt hinzu, dass Prinz Charles im Jahr 2000 sein Gast war und „Partytouristen hier ganz fehl am Platz sind“. Es wird geredet und gelacht, und die Besucher lauschen, wenn der Hausherr über die Zeit des Kalten Krieges in Europa erzählt, von Spionen und einer großen unglücklichen Liebe damals in einem osteuropäischen Staat. Und über seinen einst gefassten Entschluss, Europa für immer zu verlassen, in den Weiten Südamerikas eine neue Heimat zu finden, und nicht mehr zurückzukehren. Nie mehr. Bis jetzt hat er sich an diese Entscheidung gehalten und wird sie auch nicht mehr ändern. Er deutet auf zwei Gräber, die in der hintersten Ecke der Farm liegen. „Meine Eltern!“, sagt er, als ob alles da wäre, was für ihn jemals von Bedeutung gewesen sei, hier, in der neuen Heimat.

Auch seine Farm, wie alle anderen auch, hat eigene Führer, egal, ob es Dschungelpfade oder die Tierwelt am Ufer der Flüsse zu entdecken gilt. Oder, wie auf der Karanambu Lodge geschehen, es darum geht, mit den Cowboys per Pferd oder Jeep im Morgengrauen in der Savanne zu sein, um einen Blick auf den nachtaktiven, bis zu 1,40 Meter langen Großen Ameisenbär zu erhaschen, bevor er sich zum Schlafen zurückzieht. Andere ziehen die nächtliche Krokodiljagd per Kanu mit Wildhütern und Rangern vor. Im Vordergrund steht auch hier immer die behutsame und auf Ressourcen achtende Tourismus-Entwicklung der Verantwortlichen.

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Krokodile fangen  

Mohrenkaimane heißen die schwarz glänzenden, bis zu sechs Meter langen und bis zu 300 Kilo schweren Reptile, die als größte Räuber im Amazonas-Ökosystem gelten. Hautnah dabei sein zu können, wenn in der Dunkelheit an den Ufern rote Augenpaare aufleuchten gehört zu den größten Abenteuern der Reise. Blitzschnell werden sie von den Wildhütern mit einer Drahtschlinge gepackt und neben dem Boot hergezogen. Dabei schlagen die Tiere so wild um sich, dass es nicht allzu lange dauert, bis ihre Energie schwindet und sie entkräftet auf einer Sandbank abgesetzt werden können. Das Maul wird mit Klebeband verschlossen und dann beginnt die Arbeit.

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Der Mohrenkaiman wird gemessen, nach seinem Geschlecht bestimmt, gewogen und gechipt. Untersucht wird vor allem, wie viele der Reptilien es noch gibt, denn die Spezie wird immer noch bejagt. Dabei geht es in der Hauptsache nur um die großen Männchen, die wegen ihrer besonders schönen Häute, welche im Gegensatz zu anderen Krokodilen keine kleinen Knochen enthalten, erlegt werden. Die wesentlich kleineren Weibchen haben mehr Glück. Sie sind nicht so leicht zu fangen, denn sie ziehen sich zur Eiablage in abgelegene Seengebiete zurück. Dort wird ihnen kaum nachgestellt. Dadurch konnten sich die Bestände auch immer wieder erholen. Doch auch Fischer stellen ihnen nach, weil sie Fische fressen oder ihre Netze zerstören.

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Um die Schwarzen Kaimane auch weiterhin zu schützen, arbeiten Ranger schon seit Jahren eng mit der nationalen Naturschutzbehörde zusammen. Ziel ist es weiter, die Population zu analysieren und zu dokumentieren. Das geht aber nur, wenn genügend Geld für die Forschung vorhanden ist. Gerade deswegen leisten hier Touristen aktiven Umweltschutz. Denn sie ermöglichen mit ihren finanziellen Beitrag, dass ein Boot betankt werden kann, um eine Nacht lang auf dem Urwaldfluss Kaimane für die Dokumentation zu fangen.

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Das Highlight im Dschungel

Ein weiteres Highlight liegt mitten im Regenwald. Den ersten Blick auf die rund 250 Meter hohen, majestätisch anmutenden Kaieteur Falls bekommen die Reisenden beim Anflug der kleinen Maschine auf die Dschungellandebahn. Nach dem Einchecken ins Kaieteur-Gästehaus, einer einfachen Unterkunft, und einem zehn Minuten Fußweg begeistert der Anblick auf einen der höchsten Wasserfälle Amerikas. Hier stürzt der Potaro-Fluss in einer einzigen Stufe auf einer Breite von fast einhundert Metern über eine 247 Meter hohe Sandstein-Klippe vom Hochland in das etwa auf Meeresniveau liegende Tiefland. Nur kleine Reisegruppen sind erlaubt. Damit wird garantiert, dass der Besucher die tobenden Wassermassen fast für sich alleine hat. Es gibt weder Absperrungen noch Begrenzungen, daher ist der Anblick nur mit Führer erlaubt. Der Legende nach erhielt der Wasserfall seinen Namen nach dem Patamona-Häuptling Kai. Um seinen Stamm gegen die aufständischen Carib-Krieger zu verteidigen und Gott Makonaima gnädig zu stimmen, opferte er sich, indem er sich in einem Kanu in die Tiefe stürzte.

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Angesprochen auf die Auszeichnung des Landes im Bereich nachhaltiger Tourismus betont Mullis: „Wir haben in den vergangenen Jahren beträchtliche Anstrengungen unternommen, innovative und umweltfreundliche Tourismusprodukte als Teil unserer Strategie zu entwickeln. Gleichzeitig wollen wir der Welt klar machen, wie nachhaltig der Tourismus in Guyana ist. Dieser Preis ist die Anerkennung für all unsere Bemühungen.“

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Ähnlich sieht es auch Albert Salman, Präsident der Green Destinations Foundation: „Die Jury war beeindruckt von den Erfolgsgeschichten der sehr individuellen Öko-Lodges, die sich in Besitz und unter der Leitung der lokalen, indigenen Bevölkerung befinden. Dadurch werden nicht nur die Ökosysteme Guyanas, sondern auch die Traditionen des Landes und der verschiedenen Volksgruppen erhalten.“

Für und Wider

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Schuldirektor Terence Brasche

Tatsächlich gibt es nur eine Handvoll Unterkünfte im Landesinneren, die Gäste aufnehmen. Ein gelungenes Beispiel für die Integration von indigenen Tourismusaktivitäten ist das Caiman House als Unterkunft und Forschungsstation für Reptilien. In seinem Umfeld gibt es verschiedene gemeindenahe Projekte wie Schulen, eine Bibliothek mit Kino sowie Handwerksbetriebe, um Einkommen für die Urbevölkerung zu schaffen. Denn längst nicht alle setzen auf Tourismus in ihrer direkten Umgebung. „Unsere Kultur ist für uns immens wichtig. Wir wollen sie nicht von anderen zerstören lassen“, sagt Schuldirektor Terence Brasche aus Yupukari. Er zielt dabei weniger auf internationale Gäste ab, die kommen und die Gepflogenheiten achten. Vielmehr sei es der nationale Tourismus, der ihm Angst mache. „Wenn es erst einmal Straßen gibt, die die jungen Leute aus der Küstenregion mit ihren Jeeps, Gewehren und Alkohol zum Party machen hierher bringen, ist es mit unserer Kultur vorbei.“ Drastisch sieht er den Ausbau des Straßennetzes, denn Infrastruktur wird auch ihr Leben, ihre Traditionen negativ beeinflussen. „Das Erschließen des Landes bringt gute wie auch schlechte Dinge mit sich.“ So wie er denken viele.

Auch Touristenführer Waldyke Prince bezeichnet die Entwicklung seines Landes als eine „bittersüße“ Erfahrung. Gefordert sei nun vor allem Bildung und Aufklärung, damit ein Raubbau verhindert werden könne.

Ankerplatz in der Hurrikan-Saison

Meeresstrände sucht der Besucher Guyanas vergeblich. Dafür gibt es die feinsandigen weißen Ufer des Essequibo-Flusses, die den Karibik-Traumstränden in nichts nachstehen. Das Baganara Resort steht für den perfekten Rückzugsort nach anstrengenden Dschungel-Abenteuern. Hier kann man sprichwörtlich für ein paar Tage die Seele baumeln lassen.

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Wer sein ganz persönliches Abendkonzert wünscht, lässt sich am Spätnachmittag per Kanu zur Parrot-Insel bringen, wo tausende von Papageien im Licht der untergehenden Sonne ihren Gesang anstimmen, bevor sie sich auf den Bäumen zur Nachtruhe zurückziehen. Auch für Yachten aus der Karibik ist der Essequibo-Fluss der ideale Ankerplatz in der Hurrikan-Saison, denn die berüchtigten Stürme gibt es hier nicht.

Manche zieht es ans andere Ufer auf ein paar Drink in den Pubs von Bartica. Die Stadt gilt immer noch als Tor zu den Goldminen des Landes und dient vor allem an den Wochenenden dem Partyvergnügen der Minenarbeiter.

Die Bezeichnung „British-Guyana“ wird nicht mehr verwendet. Denn die knapp 800.000 Einwohner sind stolz auf ihre Unabhängigkeit gegenüber Großbritannien vom 26. Mai 1966. Eines der letzten Dschungelparadiese wartet darauf, entdeckt zu werden. Aber nur Schritt für Schritt. Das kleine Land möchte sich jetzt und in Zukunft als ein sehr individuelles und lohnenswertes Reiseziel hervorheben, fernab von jeglichen Party-Tourismus. Damit Dwayne, Sandy und Pat auch weiterhin stellvertretend für alle Aha-Erlebnisse stehen, die der Reisende hier erwarten kann.

Allgemeine Infos:

Deutsche Staatsangehörige brauchen kein Visum.

Interline-Abkommen zwischen den Fluggesellschaften Condor und LIAT (Zwischenstopp in Antigua oder Barbados, daher ist ein Karibikaufenthalt als perfekte Kombinationsreise möglich). Vorteile: Abgestimmte Umsteigeverbindungen, durchgechecktes Gepäck und günstigere Ticketpreise.

Hotelempfehlungen:

Georgetown: Cara Lodge von 1840 im Kolonialstil, Roraima Residence Inn mit Swimmingpool, Kings Hotel and Residence als neues Stadthotel.

Kaieteur Falls: Kaieteur Guesthouse als einfache Unterkunft, dafür unmittelbar am Wasserfall.

Rock View Lodge im Landesinneren zwischen Savanne und Regenwald mit Pool, tropischem Garten und abenteuerlichen Geschichten.

Caiman House als Forschungszentrum, Gemeindeprojekt und Unterkunft. Von hier aus werden die nächtlichen Touren zu den Mohrenkaimanen organisiert.

Karanambu Lodge mit der Riesenotter-Aufzuchtstation.

Baganara Island Resort zum Relaxen direkt am Ufer des Essequibo-Flusses.

Reiseberatung:

www.guyanatourism.com

www.wilderness-explorers.com

Meinung der Autorin hier!

 

 

 

 

 

 

 

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Guyana – Vertikaler Nervenkitzel

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Der direkte Weg auf den Mount Roraima ist eine große alpine Herausforderung

Vor einem Jahr war ich in Guyana. An das Land, die Natur mit ihrer grandiosen Tierwelt und die Menschen denke ich noch heute gerne zurück. Denn: Die Reise war ein großartiges Abenteuer, weit weg von Pauschaltourismus. Doch echte Abenteuer bietet in Guyana nicht nur der schier unendliche Regenwald, der 80 Prozent des südamerikanischen Landes bedeckt. Adrenalinstöße bewirkt auch die Eroberung des Mount Roraima auf der Grenze zu Brasilien und Venezuela. Über zwei Milliarden Jahre alt soll er sein, und mit anderen so genannten „Tepuis“ im Hochland des Guyana-Schildes ist er der imposante Rest eines einst mächtigen Sandsteinplateaus, aus dem die Erosion riesige Monolithen schnitzte. Selbst geklettert bin ich aber nicht.

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Denn der Weg auf den 2.810 Meter hohen Tafelberg ist nichts für Warmduscher (was nicht heißt, dass ich einer bin!). Vor allem dann nicht, wenn er von Guyana aus erfolgt. Schließlich führt die finale Etappe über 600 Meter nur noch in eine Richtung: Senkrecht nach oben! Doch auch der Einstieg hat es bereits in sich, wie das Beispiel einer Expedition im Dezember 2019 zeigt. Um zum Fuße des Roraima zu gelangen, mühte sich das Team um den britischen Alpinisten Leo Houlding über 50 Kilometer durch den Dschungel. Neben der 21-jährigen Ann Taylor und fünf weiteren Kletterern internationaler Herkunft gehörten auch zwei Guyaner der Gruppe an. Troy Henry (38) und Edward Jameson (56) waren am Ende die ersten Indigenen, die auf diesem Weg das „Dach“ des Mount Roraima betraten.Roraima-MP-Exped-HighRes-191117-09838 (Large)

Bis es soweit war, sollten aber noch weitere zwölf Tage vergehen, in denen die senkrechte, vielfach überhängende Wand (The Prow) auf einer neuen Route bezwungen werden konnte. Hinzu kamen die Nächte, die im Biwak-Zelt auf schmalen Felsvorsprüngen verbracht wurden. Und das bei nahezu anhaltenden Niederschlägen, gilt der Mount Roraima doch als „Mutter des großen Wassers“, der die Ströme Guyanas speist.

So groß die Begeisterung bei den Teilnehmern am Ende der Tour auch war, ein derartiges Kletter-Abenteuer ist nichts für „normale“ Touristen. Ihr könnt das Plateau dieses fantastischen Natur-Monuments allerdings auch auf alternativen Wegen erreichen. Entweder von venezolanischer Seite aus während eines mehrtägigen, ebenfalls recht sportlichen Hikes oder aber ganz bequem per Helikopter …

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Über Guyana

Guyana liegt im Norden Südamerikas am Atlantik, eingerahmt von Venezuela, Surinam und Brasilien. Das englischsprachige Land ist im Küstenbereich kulturell stark von der Karibik geprägt, während man sich im Landesinneren eher in Richtung Amazonasgebiet orientiert. Besuchern garantiert Guyana außergewöhnliche Erlebnisse. Ob im 183.000 qkm umfassenden tropischen Regenwald mit seiner unübertroffenen Pflanzen- und Tierwelt oder mit den Kaieteur Falls, einem der weltweit mächtigsten Wasserfälle.

Dabei spielen die touristischen Angebote der lokalen Gemeinden eine wichtige Rolle. Lohnende Ziele sind auch die historischen Spots in der Hauptstadt Georgetown sowie die endlosen Savannen in der Mitte und im Süden des Landes. Bei den letztjährigen Sustainable Top 100 Destination Awards der Green Destinations Foundation landete das südamerikanische Land in der Kategorie Best of Ecotourism auf dem ersten Rang. Die Green Destinations Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich für nachhaltigen Tourismus stark macht. Sie hat ein Bewertungs- und Berichtssystem entwickelt, das Tourismuspolitik, Tourismus-Management sowie die Nachhaltigkeitsleistung touristisch relevanter Themen bewertet.

www.guyanatourism.com
Facebook: @EntdeckeGuyana

Fotos: Leo Houlding, Matt Pycroft

 

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The Inner and the Outer Life

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„The Outer Life (name, job, family, hobbies), the one the ego identifies with, is important to function in the world, but a deep, rich Inner Life is what will nourish the soul. The most important work we can be doing everyday is the work we do on ourselves. The more self awareness that we have, the closer we come to knowing the Truth of who we really are.“

Summer Dien

Thanks for your wise words, dear Summer.

Summer’s yoga website here!

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Was um Gottes Willen ist Gender Marketing?

Habt Ihr Kinder oder Enkel? Sucht Ihr Weihnachtsgeschenke in den typischen Mädchen- und Bubenfarben. Also Rosa- und Blautöne? Oder habt Ihr Euch davon schon gelöst? Ich finde dieses Geschlechter-Ding ein ganz spannendes Thema. Meine Freundin Evi unterrichtet Marketing an der Fachhochschule der Wirtschaft in Graz und hat mir ein Interview gegeben.

„Dass es signifikante Unterschiede im Kaufverhalten von Frauen und Männern gibt ist mittlerweile unbestritten. Frauen treffen Kaufentscheidungen anders als Männer, bewegen sich anders durch Geschäfte und suchen andere Inhalte auf Social Media oder E-Commerce-Seiten. Daher ist es für Unternehmen auch wichtig, sich für diese Unterschiede zu sensibilieren und aufzuhören nach dem Gießkannenprinzip Kundinnen und Kunden gleichermaßen zu behandeln. Das ist Gender Marketing.

Eigentlich ganz einfach. Aber leider wird Gender Marketing sehr häufig völlig falsch verstanden und auch völlig falsch in der Praxis angewendet. Da geht es dann nicht mehr um das Respektieren von Unterschieden, sondern um ein Hinabrutschen in ein totales Gender-Rollenklischee. Eben nach dem Motto: ‚Shrink it and Pink it‘, wenn Du etwas für die Zielgruppe Frau machen möchtest.

Gerade in Richtung Kinder als Zielgruppe ist dies in den letzten Jahren vermehrt zu beobachten. Hier wird stereotyp agiert und die Mädchen und Buben damit in eine Rolle getrieben, die sie für ihr späteres Leben prägt. Das ist schade. Denn es geht an der positiven Idee des Gender Marketing völlig vorbei.“ 

Eva Koban-Röss

Spielt bei Euch bei der Auswahl der Weihnachtsgeschenke Gender eine Rolle? Freue mich auf Eure Kommentare!

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Die allerschönsten Bücher zum Verschenken

Ich habe mich auf die Suche gemacht. Bücher gehen immer. Besonders als Weihnachtsgeschenke auf die Schnelle. Zwei Nachmittage bin ich dabei versunken in meiner Lieblingsbuchhandlung. Die Entscheidung, welche Werke ich hier vorstelle, fiel mir nicht leicht. Ihr habt Zeit, sie noch rechtzeitig vor Weihnachten zu bestellen. Verratet mir doch in den Kommentaren Eure Buchtipps zum Verschenken!

Lukullus

Süss und happyViele kennen das wohlig-warme Glücksgefühl, das sich beim Verzehr von Süßigkeiten einstellt. Und doch bleibt nach dem Naschen oft ein schweres Gefühl im Magen zurück und Süßes fühlt sich schnell nach Sündigem an. Stefanie Reeb hat dafür eine Lösung parat. Für ihr neues Rezeptbuch Süß & Happy hat die bekannte Ernährungs-Expertin Dessert-Rezepte entwickelt, die Gesundheit und Genuss miteinander verbinden und so das Leben auf allen Ebenen versüßen. Die sinnesfreudige Köchin und Bäckerin lädt dazu ein, mit ihren Desserts das Leben zu feiern. Alle Rezepte verzichten ganz auf Zucker, Weizen und Milchprodukte und fügen eine besondere Prise Achtsamkeit bei der Zube­reitung hinzu. Die 60 raffinierten Kreationen begleiten durch verschiedene Situationen des Alltags: Von kleinen Desserts für zwischendurch bis zu üppigeren Fest­essen mit Freunden und Familie. Auch nostalgische Rezepte in gesunder Wellcuisine-Variante sowie blitzschnelle Last-Minute-Ideen sind mit dabei. Einfach Rezepte für alle Anlässe und für jede Jahreszeit! Die Rezeptfotos von Thomas Leininger lassen schon beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammen laufen. Noch nie haben Schoko-Nuss-Cheesecakes, Erdbeercrumble und Crêpes mit Birnenfüllung schöner ausgesehen.

Stefanie Reeb: Süß & Happy-Wohlfühldesserts, 176 Seiten, 18 Euro

Schon bei dem Weihnachtsgeschenk an die guten Vorsätze für 2020 denken! Abnehmen mit Nudeln – Das erste Kochbuch zur Nudel-Diät – abwechslungsreich, leicht und lecker! Das Nudelregal hat Zuwachs bekommen: Nudeln aus Hülsenfrüchten gibt es mittlerweile in allen Formen und Farben. Nudelprodukte aus Linsen, Erbsen, Bohnen und Co. sind Trendfood 2019 – und man kann mit ihnen ganz leicht und lecker abnehmen. Denn in diesen Nudelprodukten mit einem höheren Proteingehalt und komplexeren Kohlenhydratketten werden die Kalorien quasi ausgehebelt. Sabrina Sue Daniels präsentiert hier 50 Rezepte für Kichererbsen-Fusili, Spaghetti aus gelben Linsen oder Konjaknudeln und kombiniert sie mit leckeren Soßen zu vollwertigen Pastagerichten.

Sabrina Sue Daniels: Abnehmen mit Nudeln. Gesund, leicht und lecker – Mit 50 Pasta-Rezepten zum Wohlfühlgewicht, 128 Seiten, 14,99 Euro

Was ist Lucki Maurers Tipp für das perfekte Steak? Was ist die Geheimzutat für die perfekten Königsberger Klopse nach Zwei-Sterne-Koch Tim Raue? Was darf bei echten Südtiroler Knödeln für Spitzenkoch und Fernsehjuror Roland Trettl nicht fehlen? Und: Wie gelingt ein wirklich saftiger Braten, Sascha Stemberg? Hobby-Gourmets erhalten in diesem Buch Einblicke in die raffinierten Küchengeheimnisse der Spitzenköche Alfons Schuhbeck, Sarah Henke, Alexander Herrmann sowie weiteren Fernsehköchen. 30 Küchenstars aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beantworten 30 Küchen-Fragen, die sich jeder Hobby-Koch schon mal gestellt hat. Natürlich gibt es zu jeder Frage auch das passende Rezept.

Stefanie Hiekmann: Nachgefragt – 30 Spitzenköche verraten ihre Küchengeheimnisse. Mit Alfons Schuhbeck, Tim Raue, Roland Trettl, Sarah Henke, Christian Hümbs und mehr, 208 Seiten, 26 Euro

Das Seelenleben der Tiere

Montgomery_Oktopus_Cover (2) (Medium)Nicht nur für Veganer interessant! Nach Lektüre des Buches wird man künftig auf Seafood verzichten wollen: Er kann 1600 Küsse auf einmal verteilen, er kann mit seiner Haut schmecken, Farbe und Form ändern und sich trotz eines Körpergewichts von 45 Kilogramm durch eine apfelsinengroße Öffnung zwängen: Der Oktopus. Und nicht nur seine körperlichen Superkräfte machen den Achtarmigen zu einem Wunderwesen der Meere. Kraken sind vor allem schlau. Sie können tricksen, spielen, lernen, sie können Menschen erkennen und Kontakt aufnehmen. In ihrem preisgekrönten Buch erzählt die Naturforscherin Sy Montgomery auf berührende, kenntnisreiche, unterhaltsame Weise von ihren Begegnungen mit diesen außergewöhnlichen Tieren und wirft eine bemerkenswerte Frage auf: Haben Kraken ein Bewusstsein? Das Nachwort wurde eigens für die deutsche Ausgabe von einem großen Fan dieses Buches verfasst: Donna Leon.

Sy Montgomery: Rendezvous mit einem Oktopus. Extrem schlau und unglaublich empfindsam: Das erstaunliche Seelenleben der Kraken, 336 Seiten, 28 Euro

Gesundheit

YogaWer kennt das nicht: Die Schultern sind verspannt und der Nacken schmerzt. Kein Wunder, denn die Gründe dafür liegen in den besonderen und einseitigen Belastungen in unser aller Arbeits- oder Privatleben. Ob durch eine angespannte, unkontrollierte Körperhaltung oder gar durch Fehlhaltungen wie dem mittlerweile so weit verbreiteten „Handy-Nacken“ oder einfach nur durch unachtsames Gehen, Stehen oder Sitzen – die Palette der Ursachen ist groß. Die Yoga-Lehrerin und Bestsellerautorin Inge Schöps präsentiert in ihrem neuen Ratgeber ein Übungsprogramm, das Erste Hilfe bei Schulter- und Nackenverspannungen bietet. Sie gibt einen Einblick in die Ursachen und Hintergründe der weit verbreiteten Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich. Illustriert mit vielen Farbfotos, erklärt sie, was wir effektiv gegen den Schmerz tun können. Dabei folgt ihr Konzept zwei Prinzipien; der Stärkung und Stabilisierung der Schulter- und Nackenpartie sowie der Entspannung und Dehnung. Der Ratgeber bietet eine Übersicht über 33 der wirksamsten Asanas zur Selbstbehandlung von chronisch verspannter Muskulatur, Nackenverspannungen, Spannungskopfschmerzen oder Frozen-Shoulder – jeweils nach Symptomen geordnet. Ein kompaktes Einsteigerbuch für Betroffene mit effektiven Übungen, die schnell Linderung bringen und neuen Beschwerden vorbeugen, mit vielen leicht umsetzbaren Tipps aus der Praxis der erfahrenen Yoga-Lehrerin.

Inge Schöps: Yoga for EveryBody – schmerzfrei und entspannt in Schultern und Nacken. Die 33 wirksamsten Übungen, 144 Seiten, 9,99 Euro

Wasser„Wasser ist die beste Medizin“, so der Oberarzt der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin, Dr. med. Thomas Rampp. Wasser kann helfen, den Blutdruck zu senken und das Gewicht zu regulieren, es stärkt das Immunsystem und hilft dabei, den Körper zu entgiften. In seinem unterhaltsam wie informativ erzähltem Sachbuch erklärt der renommierte Mediziner die umfassenden Heilkräfte des Wassers und wie jeder diese für sich selbst anwenden kann. Die Begeisterung für das Heilmittel Wasser ist Dr. med. Thomas Rampp in die Wiege gelegt. Aufgewachsen im „Kneippland Unterallgäu“, sammelte er bereits im Rahmen seiner ärztlichen Ausbildung Erfahrungen im berühmten Kneippianum in Bad Wörishofen. Weiter­bildungen in Traditioneller Indischer und Chinesischer Medizin bestätigten ihn in seiner Überzeugung, dass es an der Zeit ist, die heilende Kraft des Wassers viel mehr zu nutzen. Neben traditionellen Anwendungen der Naturheilkunde geht es in seinem Buch um die Frage, weshalb Wasser so wichtig für Körper und Seele ist, wie Wasser-Spülungen den Körper reinigen, bei welchen Beschwerden Kneipp-Anwen­dungen sinnvoll sind und wie Wasser unser Immunsystem und unsere Gesundheit stärkt. Der erfahrene Arzt stellt die ganze Bandbreite naturheilkundlicher Wasser-Anwendungen mit vielen Anregungen zur Selbstanwendung vor: Was wirklich hilft und wie es praktisch durchgeführt wird. Dabei verbindet er neueste Forschungsergebnisse zur Heilkraft des Wassers mit den reich­haltigen Erfahrungen aus seiner ärztlichen Praxis.

Dr. med. Thomas Rampp: Wie Wasser heilt. Meine besten Tipps aus Forschung und ärztlicher Praxis, 272 Seiten, 19,99 Euro

Belletristik

Die geteilten JahreBerlin 13. August 1961: Der Traum vom „Arbeiter- und Bauernparadies“ ist ausgeträumt, und wie viele andere haben Wolfgang Leipold und seine Frau nur ein Ziel: Die DDR, zusammen mit ihrem kleinen Sohn Marcus, so schnell wie möglich zu verlassen. Doch ihr Entschluss kommt zu spät, denn mit der Errichtung der Mauer ist ihnen der Weg in die Freiheit versperrt und jeder Gedanke an Flucht so gut wie unmöglich. Jahre später träumt Marcus, inzwischen verheiratet und Vater einer Tochter, ebenfalls davon, in den Westen zu gehen, doch zunächst gelingt es nur ihm, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Wie aber soll er es schaffen, seine Frau Imke und die kleine Jessica zu sich zu holen? Neue Hoffnung keimt auf, als im September 1989 Tausende DDR-Flüchtlinge die deutsche Botschaft in Prag stürmen – darunter auch Imke und ihre Tochter … Ein authentischer Roman zum Jahrestag 30 Jahre Mauerfall.

Matthias Lisse: Die geteilten Jahre, 464 Seiten, 19,99 Euro

KussBring ich mich einfach um, wenn mein Leben am Alter scheitert? Neunzig Jahre ist die Dame, die allein in ihrer Wohnung lebt und außer dem Fernseher keinen Freund mehr hat. Sie blättert in alten Briefen, die ihr früherer Bekannter, der berühmte Regisseur Angelotti ihr schrieb – Briefe, in denen er ihr wie eine gute Freundin von seinen Eskapaden berichtet, die – je älter er wird – immer absurdere Formen annehmen. Während die Frau zusehends gebrechlicher wird und kaum noch ihren Haushalt schafft, scheinen Angelottis Briefe direkt aus der Hölle zu kommen. Auch wenn die alte Dame und Angelotti alles trennt, so haben sie doch eins gemeinsam, sie denken beide daran, ihr Leben freiwillig zu verlassen, als es kaum mehr lebenswert ist. Im Fall des Angelotti hat dieses Vorhaben eine düstere Qualität, bei der alten Dame ist es wieder ganz anders.

Olivia Kleinknecht: Der Kuss, 180 Seiten, 19,99 Euro (gebunden), 7,99 Euro (Taschenbuch)

Thriller

Am Ende einer langen Straße mitten im ländlichen Kansas liegt einsam und verlassen das Finch House. Es ist berüchtigt, schließlich ereilte jeden seiner Bewohner einst ein grausames Schicksal. Könnte es eine bessere Kulisse geben, um die vier erfolgreichsten Horrorautoren der USA zu einem Interview zusammenzubringen und das ganze live im Internet zu streamen? Was als harmloser Publicity-Spaß beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum für alle Beteiligten. Denn es kommen nicht nur die dunkelsten Geheimnisse der vier Schriftsteller ans Tageslicht, auch das Finch House selbst hütet ein dunkles Geheimnis. Aber anders als die vier Autoren möchte es dieses nicht für sich behalten. Und schon bald gibt es den ersten Todesfall.

Scott Thomas: Kill Creek, 544 Seiten, 14,99 Euro

Biografien

TherouxNach zehn Jahren kehrt der 72-jährige Paul Theroux zurück in sein geliebtes Afrika – „das Königreich des Lichts“ – und findet ein zerstörtes Paradies. Er will von Kapstadt aus durch Namibia und Angola nach Timbuktu reisen, doch mit jeder Meile nordwärts werden das Elend, die Korruption und seine Frustration über die Entwicklungen des 21. Jahrhunderts und die verheerenden Bemühungen der Hilfsorganisationen größer. Trotz aller Schönheit, der er jenseits der Städte begegnet und von der er mit Liebe und Humor erzählt, bricht er seine Reise ab und macht sich desillusioniert auf den Weg zurück nach Südafrika. Sein Buch erzählt auf sehr persönliche Weise von einem Kontinent im Niedergang und einem empfindsamen Menschen, dessen Erschütterungen sich unmittelbar auf den Leser übertragen. Eine Reise ins Herz der Finsternis.

Paul Theroux: Ein letztes Mal in Afrika, 416 Seiten, 26 Euro

BakhitaSieben Jahre alt ist Bakhita, als sie aus ihrem Dorf im genau wie heute von Gewalt geprägten Sudan entführt wird. Damals heißt sie noch anders, doch die Erinnerung an ihren Namen verblasst mit jedem Jahr, in dem sie verschiedenen Herren dienen muss. Die Freundschaft mit Binah ist ihr in dieser Zeit der größte Halt, obwohl das Mädchen nicht Bakhitas Sprache spricht. Als ein italienischer Konsul Bakhita kauft, erkennt die junge Frau ihre Chance, das Schicksal zu wenden: Sie setzt alles daran, mit ihm nach Italien zu kommen. Hier hört sie erstmals von Jesus Christus und beschließt, dem „gekreuzigten Sklaven“ als einzigem Herrn zu dienen. Doch selbst als die Menschen sich an den Anblick der schwarzen Nonne gewöhnen, stehen die Spuren der Vergangenheit Bakhita ein Leben lang auf den Körper geschrieben und erinnern sie an die Familie, die sie hinter sich lassen musste. Josefine Bakhita (1869–1947) wurde von Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Véronique Olmi: Bakhita, 416 Seiten, 25 Euro.

Columbo„Eine Frage hätte ich noch.“ Nicht nur ins Gedächtnis eingefleischter Columbo-Fans hat sich dieser Satz eingebrannt. Denn in seiner Paraderolle als skurriler Inspektor ist Peter Falk vor allem eines: Ein Mann der vielen Fragen. Mit Liebe zum Detail erzählt Michael Striss die Geschichte der Serie und ihrer Schöpfer. Er untersucht und deutet die kuriosen Marotten des Inspektors und macht seine Leserschaft mit Columbos Welt bekannt. Für seine Analyse der Verhaltensweisen zieht der Autor psychologische und kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse heran und zeigt dabei auch die reichhaltigen kulturellen Bezüge von Columbo auf. So erfahren wir auch, was Columbo mit dem englischen Detektivroman, mit Dostojewski und Wim Wenders verbindet.

Michael Striss: Columbo – Der Mann der vielen Fragen. Analyse und Deutung einer Kultfigur, 512 Seiten, 25 Euro

Boulevard

Knapp 40 Jahre lang hat Rolf Seelmann-Eggebert den Deutschen die europäischen Königshäuser erklärt. Kaum einer kam den Royals so nahe wie er. Dabei begann seine journalistische Karriere ganz anders. Als er Reporter wurde, steckte die Bundesrepublik noch in den Kinderschuhen, Leitmedium war das Radio, die ARD ging gerade erst auf Sendung. Schon früh hatte Rolf Seelmann-Eggebert seine Leidenschaft für Afrika entdeckt: 1968 wurde er schließlich Korrespondent, zunächst in Abidjan, dann in Nairobi. Fremde, anderen verschlossene Welten faszinierten ihn schon immer. Die Königshäuser und die afrikanischen Gesellschaften, die Rolf Seelmann-Eggebert kennenlernen durfte: Beide bieten Einblicke in fremde Welten mit eigenen Sitten und Gebräuchen. Beide legen keinen besonderen Wert auf Publicity – und machten Rolf Seelmann-Eggebert umso neugieriger. Die Lebensgeschichte des beliebten Adelsexperten.

Rolf Seelmann-Eggebert: In Hütten und Palästen. Ein Reporterleben, 208 Seiten, 20 Euro

 

 

 

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