La Dolce Vita

Es gibt kein Ende. Es gibt keinen Anfang. Es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens. 

Federico Fellini

Costa Smeralda, Sardinien, 1965

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Check in: Weyerhof, Bramberg, Österreich

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In Bramberg in den Kitzbüheler Alpen liegt der Weyerhof als idealer Ausgangsort für Ausflüge nach Zell am See, auf die Schmittenhöhe, zu den Kapruner Stauseen oder auf das Kitzsteinhorn. Mit fast 900 Jahren zählt das Anwesen zu den ältesten Gebäuden der Gegend. Heute ist es ein Hotel mit Spitzenküche, das Geschichte atmet. Einst war es der Edelsitz von den Bischöfen vom Chiemsee. Die kostbaren Fürstenzimmer aus der Renaissance- und Barockzeit, die sie während ihrer Jagdausflüge bewohnten, fielen 1940 einem Brand zum Opfer. Als Ursache wurde ein defekter Kamin vermutet.

Ein Hauch von Nostalgie in den Bergen

Heute befindet sich das geschichtsträchtige Haus bereits in sechster Generation in Besitz der Familie Meilinger und erhielt als besondere Auszeichnung den Namen „Erbhof“. Seit einigen Jahren steht Franz Meilinger Junior hinter dem heimischen Herd und kocht nach den Rezepten seiner Urgroßmutter Anastasia. Auch der Weinkeller im historischen Gewölbe nebst den alten Kachelöfen und den urigen getäfelten Stuben, Deckengewölben und historischen Steinmauern blieb erhalten. Originalstücke aus den Bischofssälen hängen als Hingucker an den Wänden genau wie kostbare vererbte Gemälde. Schwarzweiß-Fotografien einer längst vergangen Zeit versprühen den Hauch von Nostalgie, den der Weyerhof trotz seines modernen Ambientes immer noch und ganz zu Recht in sich trägt.

Der Weyerhof öffnet seine Tür

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„Als Bollwerk gegen die Nazis ließ meine Urgroßmutter von dem bekannten Salzburger Künstler Wilhelm Kaufmann eine Sonnenuhr an das Haus malen“, sagt Elisabeth Meilinger, die gemeinsam mit ihrer Mutter und dem Bruder Franz das Haus führt. „Christliche Symbole waren unter den Nationalsozialisten verboten“, ergänzt Franz Meilinger. Über die Sonnenuhr hält schützend die Madonna mit dem Kind auf dem Arm ihre Hand. Noch heute ist das farbenfrohe Gemälde neben dem Eingang das Wahrzeichen des Hauses.

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Altes bewahren und Neues schaffen

„Früher war es meine Pflicht, das Haus zu führen, von Anfang an. Ich bin damit auf die Welt gekommen“, sagt Mutter Elisabeth Meilinger. „Das wurde von mir einfach erwartet.“ Heute ist sie froh, dass sich die beiden Kinder für das Haus begeistern und mitmachen. Der Weyerhof steht damit für den erfolgreichen Generationenwechsel, mit dem es möglich ist, Altes zu bewahren und Neues zu schaffen.

Tochter Elisabeth gibt gerne Tipps für Ausflüge in die Region, zum Beispiel nach Kaprun. Die Stauseen und das Kitzsteinhorn sind für alle Bergfans ein Muss. Hoch über dem Kapruner Tal entstand in der Nachkriegszeit eine Wunderwelt der Technik, die schon damals ihrer Zeit voraus war und noch heute nichts von ihrem Mythos eingebüßt hat. Die beiden Hochgebirgsstauseen in Kaprun wirken fast wie Fjorde. Vor allem bei Schneeschmelze im Frühling, denn dann sind sie prall gefüllt und die Turbinen, hinter mächtigen Staumauern verborgen, laufen auf Hochtouren. Im Gebirge über Kaprun wird seit Jahrzehnten auf 2.040 Meter Höhe Strom erzeugt. Diese Wunderwelt der Technik kann während der Sommermonate besucht werden.

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Hinauf geht es mit Bussen und dem Lärchwand Schrägaufzug als ganz besonderes Highlight. Er ist Europas größter offener Aufzug und überwindet eine Steilstufe von 431 Metern. Beim Bau der Kraftwerksgruppe Kaprun waren neben den bis zu 4.000 Kriegsgefangenen mehr als 6.300 Zwangsarbeiter und zivile ausländische Arbeitskräfte eingesetzt. Über 120 Zwangsarbeiter sind zwischen 1940 und 1945 auf dieser Extrembaustelle ums Leben gekommen. Dem Leid und der Traumatisierung der in der Erfolgsgeschichte Kapruns oft vergessenen Menschen, die das nationalsozialistische Regime auf diese Baustelle verschleppt hatte, wird hier gedacht.

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Die sogenannte Heidnische Kirche am Mooserboden befindet sich unmittelbar neben der Moosersperre. Es handelt sich dabei um ein Ehrenmal für alle Toten, die beim Bau ums Leben gekommen sind. Mit der Inschrift „Aus Arbeit und Opfer ein Werk“ wird auch an die Größe dieses gewaltigen Projektes und an die Naturgewalten in den Hohen Tauern erinnert.

Gefertigt wurde das 14 Meter hohe Kunstwerk nach Plänen des Bildhauers Josef Magnus und besteht aus Beton. Es stellt den schützenden Mantel der Heiligen Barbara über die Kraftwerksanlagen und das Kapruner Tal dar. In den Jahren 1959 und 1960 ist es über einem gespaltenen Felsblock errichtet worden, der im heidnischen Volksglauben als sogenannter Schliefstein galt. Dem Aberglauben nach kann jeder Mensch, der durch den engen Felsspalt kriecht, dabei seine Sünden und Krankheiten ablegen.

Tagestipp Schmittenhöhe

Es ist pure Magie. Die Landschaft, die hinter einem liegt und die noch kommt. Fast geräuschlos gleitet die Seilbahn hinauf auf die Schmittenhöhe auf fast 2.000 Meter. Sanft bedecken Wolkenberge die Gipfel der sich auftürmenden Dreitausender. Man fühlt sich eins mit den Naturgewalten, die hier oben immer wieder aufeinanderprallen, sei es durch Gewitter, strahlendem Sonnenschein oder bei plötzlich auftretendem Starkregen.

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Gondeln im Wandel der Zeit

Die von Porsche im Jahr 2009 gestalteten Gondeln sind nicht nur zeitgenössisch sondern passen sich ideal der Alpenwelt an. Der traditionelle „Kistenlook“ war nicht mehr angesagt, vielmehr haben sich die Seilbahnanlagen in den letzten Jahren mehr und mehr zu Wahrzeichen der Alpenregionen entwickelt. Ergebnis der Porsche-Tüftelei ist eine Kieselstein-ähnliche Form ohne Volumeneffekte und mit großartiger Aussicht auf die Bergwelt.

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Oben angekommen fällt der erste Blick auf das Holzkirchlein. Die Elisabethkapelle ist Kaiserin Sissi geweiht. Am 10. September 1908, anlässlich ihres 10. Todestages, segnete das Gotteshaus der damalige Erzbischof Dr. Johannes Baptist Katschtaler. Die junge Sissi weilte am 7. August 1885 in Zell am See und wollte hinauf auf die Schmittenhöhe.

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Vor dem Bau der Seilbahn wurden die Gäste mit dem Schmitten-Wagerl, einem Pferdegespann, über einen Reitweg hinauf gebracht. Doch Sissi wollte zu Fuß gehen, was sich damals vor allem für Adelige nicht schickte. Am 9. August 1885 um 1 Uhr morgens setzte sie mit dem Bergführer Anton Ulmann ihr Vorhaben in die Tat um. Rechtzeitig kamen beide oben an, um den traumhaften Sonnenaufgang zu erleben. Über den nur mäßig steilen Reitweg hatte ihr Aufstieg rund drei Stunden gedauert. Sissi schaffte es als begeisterte Bergsteigerin in nur zwei Stunden und 16 Minuten.

Fazit für den Urlauber

Die Seele baumeln lassen und dazu die Magie der Berge spüren. Hier im Bilderbuch-Österreich ist beides möglich. Und der Weyerhof mit seiner Gastlichkeit trägt erheblich dazu bei.

www.weyerhof.at

Infos:

Fotos: Enric Boixadós

Der Aufenthalt wurde vom Hotel Weyerhof unterstützt.

 

 

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Kennt Ihr schon den „Büroschnauzenmonat“?

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Brad informiert Euch heute über den „Büroschnauzenmonat“ Juni.

Nein? Dann wird es Zeit! Denn wir sind schon mittendrin.

Save the Date: 22. Juni 2018

Das Haustierregister TASSO, das viele Tierhalter kennen, nimmt den Juni 2018 zum Anlass, um mit dem „Büroschnauzenmonat“ das Thema in den Vordergrund zu rücken. Am 22. Juni wird auch in diesem Jahr erneut weltweit der „Take Your Dog To Work Day“, also der „Nimm-Deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag“ gefeiert.

Zwar sind die gesundheitsfördernden Effekte auf den Menschen durch Hunde längst wissenschaftlich belegt, nur den Rückschluss, dass die Tiere gute Büro-Begleiter sind, haben viele Unternehmen noch nicht gezogen.

Fragt doch mal Euren Arbeitgeber, ob Ihr an diesem Tag Euren Hund testweise mitbringen dürft!

Ein Hund am Arbeitsplatz ist Gold wert. Nicht nur, weil die Vierbeiner eine willkommene Ablenkung bieten. Die Büroschnauzen können viel mehr. Sie lockern die Arbeitsatmosphäre, bieten Gesprächsstoff mit den Kollegen, motivieren dazu, regelmäßig vom Bildschirm aufzublicken. Und in der Mittagspause erholen sich die Hundehalter – und häufig auch hundelose Kollegen – effektiv bei einer gemeinsamen Gassi-Runde. Hunde haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und eine besondere Kommunikationsfähigkeit. Sie unterstützen den Stressabbau, denn beim Streicheln schüttet der Körper das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin aus. Und was hat der Vierbeiner vom Bürojob? Als soziale Tiere sind Hunde am liebsten mit dabei. Ob im Wohnzimmer oder im Büro, häufig lautet die Devise: Hauptsache bei meinem Menschen!

In Deutschland leiden immer mehr Arbeitnehmer unter der Belastung Ihres Arbeitsalltages. Burn-Out ist längst kein Randphänomen mehr. Nach Feierabend erschöpft aufs Sofa fallen: So enden viele Arbeitstage in Deutschland. Nicht jedoch bei denjenigen, die einen Hund halten. Für sie geht es nach der Arbeit erst einmal an die frische Luft. Egal wie das Wetter ist, nun ist Bewegung angesagt. Dabei fällt der Stress des Alltags viel schneller von ihnen ab.

Hundehalter sind häufig gesünder als Menschen ohne Haustier. Noch gesünder und zudem glücklicher sind diejenigen, die ihren Hund auch mit zur Arbeit nehmen dürfen. Deswegen setzt sich TASSO e.V. dafür ein, das Thema Bürohund voranzubringen.

Wer von Euch hat schon Erfahrungen zum Thema „Bürohund“ gemacht?

www.tasso.net

www.bv-bürohund.de

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Was, wenn die große Liebe vorbei ist?

Starnone, Auf immer verbunden

Was ist, wenn die große Liebe längst Vergangenheit ist? Wenn sich alles nur noch auf einen klitzekleinen Punkt reduziert? Was ist wichtig im Leben, was hält Paare wirklich zusammen? Ein schonungslos ehrlicher und zugleich ungemein berührender Roman darüber, was uns eine Ehe abverlangt – und was sie uns schenkt.

Vanda und Aldo können auf ein langes gemeinsames Leben zurückblicken, auch wenn sie nicht immer glücklich waren. Wie bei vielen Paaren erstickte auch ihre Beziehung irgendwann in Routinen. Als Aldo dann die jüngere Lidia kennenlernt, scheint die Ehe endgültig zerbrochen. Doch die neue Liebe kann die Bande, die die Kinder geknüpft haben, nicht lösen, und so kehrt Aldo nach Hause zurück. Inzwischen sind seit dem Bruch Jahrzehnte vergangen, und die Wunden der einstigen Verletzungen scheinen geheilt – bis zu jenem Tag, als die alte Narbe plötzlich schmerzhaft wieder aufbricht …

Domenico Starnone: Auf immer verbunden, 176 Seiten, 18 Euro.

Lesestoff fürs Wochenende? Dann gleich hier bestellen!

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How important is personal style?

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In an age where we are overexposed to a high turnover of trends and fast fashion I want more and more to elaborate my personal style that feels unique and authentic to me. I try not to buy into trends and I often look to vintage stores for original pieces.

I’ve grown to accept and appreciate what works for me and what does not, and I always lean towards clothes that evoke an emotional response in me. And of course I love to get inspired by my travels and by the people I met on the way.

Above all, I like to invest in good quality pieces that withstand the test of time. Personal style should be an outlet for personal expression and creativity. It’s a celebration of, and a way to communicate my own individual personality, and that’s what makes it so important!

How important is personal or signature style for you?

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The story I want to tell …

I’m inspired by the 1970s, and I love to wear Vintage. I mix different styles like streetwear and hippie, pared back with my basics to unify my outfit. I care about what I wear because it is the first thing that people see. It is important for me to reflect myself in my outfit. Clothes should not be a way to hide but instead a way to highlight myself. I love originality, and I don’t like it when everything looks the same.

One of the best things about fashion is the power it gives me to be whoever I want, whenever I want. Style has a significant impact on the way I feel and how people perceive me every day. Life is like a theatre play and clothes are kind of my costume, style defines my character and the story I want to tell the world.

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Ayurveda – Auf den Körper hören

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„Unser Leben ist alles, was wir haben. Und wir sollten es achten und Wert auf das legen, was uns gut tut, entgegen aller Verlockungen. Unser Körper gibt uns Zeichen, auch wenn sie manchmal sehr versteckt sind oder im Verborgenen liegen.“
Dr. Rajmohan

Ayurveda ist uralt, liegt aber voll im Trend. Der indische Bundesstaat Kerala ist „Kernland“ der Heilslehre. Dort habe ich Dr. Rajmohan kennengelernt. Er war mein Ayurveda-Arzt. Jetzt hat er ein Buch herausgebracht.

Ayurveda ist eine Wissenschaft für sich. Denn sie lindert nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch viele psychische Leiden. Darauf hat sich Dr. Rajmohan spezialisiert. Er will den Menschen als Ganzes behandeln.

„Während ich mich früher hauptsächlich mit der reinen Behandlung, also der Linderung körperlicher Schmerzen beschäftigte, befasse ich mich jetzt sehr mit der Psyche meiner Patienten.“ Zu Beginn steht immer eine längere Besprechung. „Es geht um das Kennenlernen, um die Erfassung der tatsächlichen Probleme“, sagt der 33-Jährige, der bei den besten Ayurveda-Ärzten Südindiens studiert hat.

Nicht alle, aber viele seiner westlichen Patienten haben eher psychische als physische Probleme, „was immer gerne auf körperliche Beschwerden geschoben wird“. Unter seinen Patientinnen und Patienten seien viele Workoholics. „Das ist für mich auch immer wieder eine Herausforderung, sie körperlich und seelisch fit für den Arbeitsalltag zu machen.“

Für eine Kur in Indien sprechen mehrere Punkte. So ist der medizinische Standard vom Staat vorgegeben: Nur studierte Ärzte mit dem Titel Dr. ayurved. und staatlicher Prüfung werden als ayurvedische Ärzte zugelassen.

Alle Arzneien werden hauseigen produziert. Die ayurvedischen Zentren haben eigene Kräutergärten mit Hunderten von Heilpflanzen. Daraus werden Medizin und Öle in einem Forschungslabor hergestellt. Ärzte und Wissenschaftler arbeiten gemeinsam an alten Rezepturen und neuen Kombinationen.

„Auch im Alter kann man mit einfachen Mitteln das Beste für den Körper tun. Dazu gehören Yogaübungen auf leeren Magen und eine sanfte Meditation“, sagt Dr. Rajmohan. In einer Ayurveda-Klinik sei eine zwei- bis dreiwöchige Behandlung als Grundlage am besten. „Die meisten Gäste aus westlichen Ländern sind sehr gesundheitsbewusst, ich gebe ihnen konkrete Tipps, auch für zuhause, um diese Prinzipien einzuhalten. Ob sie es auch wirklich tun, liegt dabei an ihnen selbst, an jedem einzelnen“, betont er.

Es sei tatsächlich nicht allzu schwer, ein langes und gesundes Leben zu führen. Wichtig ist dabei nur, auf den Körper zu hören.

Dr. Rajmohan: Sukhayu: The Ayurveda Way to a Healthy Life, 398 Seiten, 18 US-Dollar. Hier könnt Ihr es bestellen!

 

 

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Check in: Hotel Bonsol, Illetas, Mallorca

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Schon die Schriftstellerin George Sand und ihr Geliebter, der polnische Komponist Frédéric Chopin, mochten Mallorca. Die Autorin bezeichnete sie gar „als schönsten Ort der Welt“, als sie den Winter 1838 dort verbrachten. Hundert Jahre später hatte die Insel gerade mal 40.000 Besucher. 1950 hatte sich die Zahl schon verdreifacht.

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Den Touristenboom machten sich auch Rogelia und Antonío Xamena zunutze. Das junge Ehepaar kaufte 1953 ein Haus in Illetas nahe der Hauptstadt Palma, wo Antonío in einem Herrenkonfektionsgeschäft arbeitete. Später sollte es ein Hotel werden, wo 1955 auch der Hollywood-Schauspieler Errol Flynn einen Monat lang logierte. Er verliebte sich in die Gegend, mietete ein Haus ganz in der Nähe und bewohnte es für mehrere Jahre. Die Xamenas und Flynn wurden Freunde, und die Familie erinnert sich noch heute gerne an die illustre Gesellschaft, die der Star aus Hollywood als Hotelgäste mitbrachte.

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Wie alles begann …

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Martín Xamena, Hotelier.

Der Bürgerkrieg tobte immer noch als die kleine Rogelia Toro und ihre Familie 1938 die bitterarme Heimat Extremadura im Süden Spaniens verließen. Im friedvolleren Mallorca wollten sie ein neues Leben beginnen. Schon damals war der 16-Jährigen bewusst, dass sie ihre Madonna immer im Herzen tragen wird. Denn als kleines Mädchen war Roger, so lautete ihr Spitzname, an Meningitis – Hirnhautentzündung – erkrankt und fast gestorben. Es war diese Heilige, zu der ihre Mutter täglich betete und die sie ins Leben zurück brachte. „Außerdem half geweihtes Wasser aus Lourdes, das man dem Mädchen zu trinken gab“, ergänzt ihr Sohn Martín Xamena heute.

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Mit 21 Jahren heiratete Roger ihren Antonío. Fortan lebte sie mit ihrem Mann in der Hauptstadt Palma. Er liebte es, im Meer zu schwimmen, und bald darauf zog das junge Paar nach Illetas. Antonío pendelte jeden Tag zur Arbeit nach Palma. Die junge Frau vermisste das Leben, das sie in Palma geführt hatte. Sie langweilte sich allein in dem großen Haus, denn sie war es immer schon gewohnt, Familie und Freunde um sich zu haben. Spontan entschlossen sich die beiden, aus dem weitläufigen Gebäude eine Pension zu machen.

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Roger genoss es, für die Gäste zu sorgen und auch Antonío gefiel das Leben in Gesellschaft, wenn er abends nach Hause kam.

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Bald darauf gab er seine Arbeit auf und widmete sich fortan den Gästen. Im Laufe der Jahre wurden weitere Häuser hinzugekauft, und das Gästehaus vergrößerte sich. Das Hotel Bonsol entstand.

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Doch nie verlor Roger den Glauben an ihre Schutzheilige. Ihr zu Ehren ließ sie im Hotel eine kleine Kapelle bauen, in der sie täglich betete. Auch die Hotelgäste von heute können sie jederzeit zu einer stillen Andacht besuchen. Hinter dem Altar hängt die goldene Ikone mit dem Abbild der Heiligen. Links daneben steht die Figur der Mutter Gottes. „Als die Kapelle gesegnet wurde, war meine Mutter sehr glücklich“, erinnert sich der 73-Jährige.

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Für die Madonna eine Kapelle

Heute führt er gemeinsam mit seinem Sohn Alejandro die 18.000 Quadratmeter große Anlage mit subtropischem Garten, mehreren Pools und Restaurants. Die einzelnen Gebäude sind durch Tunnel verbunden. Von der Rezeption hinauf führt eine Treppe in die Ahnengalerie mit den Porträts der Gründer. Die junge dunkelhaarige Roger trägt darauf ein langes schwarzes Kleid, ihr Mann Antonío blickt den Betrachter ernst an.

„Mein Vater war sehr gottgläubig“, sagt Martín Xamena heute. Früher hatte jeder mallorquinische Bauernhof eine Kapelle. „Es gab keine Autos, mit denen die Arbeiter zur Messe in die Stadt fahren konnten“, erklärt der Hotelier. „Deshalb wurden die kleinen Gotteshäuser direkt auf das Anwesen gebaut.“ Zudem es in jeder reichen Familie fast immer einen Sohn gab, der Priester werden sollte. Denn das gehörte zum guten Ton und wurde von der Gesellschaft wohlwollend akzeptiert. „Er las dann eine Messe pro Tag in den häuslichen Familienkirchen.“

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Und nachdem das Hotel für die Familie Xamena ein Zuhause wurde, durfte die Kapelle natürlich nicht fehlen. „Früher haben wir hier zu jedem Fest eine Messe gehalten“, sagt der elegante Mittsiebziger. „Mutters Geburtstag, Ostern, Weihnachten, manchmal gab es pro Monat sogar mehrere Anlässe“, schmunzelt er. „Und natürlich haben wir die Andachten auch mit den Gästen zelebriert. Für meine Mutter war das immer etwas ganz Besonderes.“

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The place to be

Das Hotel Bonsol mit über 60.000 Übernachtungen pro Jahr liegt paradiesisch in der Bucht von Illetas mit eigenem Strandzugang. Es gibt drei große Open Air-Pools, einer davon beheizt, tägliche Yoga-Stunden, eine Wellness-Anlage und Fitnessraum. Alle Zimmer und Suiten blicken aufs Meer, die meisten davon mit Terrasse. Beliebt ist das Hotel bei Deutschen, Briten und Franzosen, viele der Gäste sind Stammgäste, die regelmäßig wiederkehren.

Mein Tipp: Ausprobieren und sich wohlfühlen!

www.hotelbonsol.es

Fotos: Enric Boixadós

Der Aufenthalt wurde vom Hotel Bonsol unterstützt.

 

 

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