La Dolce Vita

Es gibt kein Ende. Es gibt keinen Anfang. Es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens. 

Federico Fellini

Costa Smeralda, Sardinien, 1965

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Eifersucht und Verrat, Drogen und Wahnsinn

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„Die Leiche einer jungen Frau an einem unzugänglichen Bergsee. Ein Tarot-Zeichen, das vom Bösen kündet. Ein Wanderer, dem keiner entkommt.“

Der neue Südtirol-Thriller von Luca D’Andrea! Den musste ich natürlich lesen!

Letztes Jahr, während meines Retreats in Thailand, hatte ich ihn dabei:
Luca D’Andreas Thriller „Das Böse, es bleibt“. Und ich war begeistert, hatte den Wälzer in ein paar Tagen durch. Umso mehr freute ich mich nun auf den neuen Krimi des Südtirolers, der rechtzeitig zu meiner Reise nach Bali und Flores herauskam. Dieser fesselte mich leider nicht so wie sein Vorgänger. In vielen war er mir zu komisch, so, als ob der Autor versuchte, eine neue, jüngere Sprache zu finden. In der Tat, an seine Vorgänger reichte er nicht heran. Hier nun eine kurze Beschreibung des Inhaltes, die mich fesselte und mich das Buch auch in den Urlaub mitnehmen ließ:

Mit Entsetzen blickt Sibylle auf das Foto ihrer toten Mutter. Es kam in einem Brief ohne Absender. Zwanzig Jahre ist es her, dass man die Leiche der „narrischen Erika“, die aus Tarotkarten die Zukunft las, an einem abgelegenen Bergsee gefunden hat. In Kreuzwirt waren sich alle einig: Selbstmord. Aber das Foto weckt Sibylles Zweifel. Was war damals wirklich geschehen? Zusammen mit dem Schriftsteller Tony, der als junger Lokaljournalist über den Leichenfund berichtet hatte, macht sich Sibylle auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei stoßen sie auf ein dunkles Geflecht aus Lügen, Eifersucht und Verrat, Drogen, Okkultismus und Wahnsinn – und stellen mit Entsetzen fest, dass Erika nicht das einzige Opfer war. Auch sie selbst schweben bald in Lebensgefahr …

Luca D’Andrea: Der Wanderer, 384 Seiten, 15 Euro.

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Die Tote am Bergsee – der neue Südtirol-Thriller

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Vorab durfte ich schon mal den neuen Thriller von Luca d’Andrea lesen. Nachdem mich der Vorgänger vergangenen Winter in Thailand schon mit Spannung erfüllt hatte, beschloss ich, den Neuen mit auf meine Reise nach Bali und Flores zu nehmen. Bevor ich Euch aber jetzt „Der Wanderer“ in aller Ausführlichkeit vorstelle, hier erst mal ein Interview mit dem Schriftsteller. Der Italiener lebt in Bozen und schreibt Krimis, die in Südtirol spielen. Nachdem die Dolomiten zu meinen bevorzugten Reisezielen zählen, bin ich von den Locations eh angetan. Denn was gibt es Schaurigeres, als sich eine Tote an einem Bergsee, der so aussehen könnte, wie der in A oder B, vorzustellen oder sich in wortkarge Bauern hineinzuversetzen, die ich ab und an genau so auf meinen Wanderungen getroffen habe.

Das Buch habe ich schon gelesen. Seine Besprechung erscheint hier in Kürze.

„Meine Hauptinspirationsquelle für meine Thriller sind meine Mitmenschen.“

Im Gespräch mit Thrillerautor Luca d’Andrea.

„Der Wanderer“ ist Ihr dritter Thriller. Was fasziniert Sie so an diesem Genre?

Für mich ist Schreiben wie das Erstellen eines buddhistischen Mandalas. Stück für Stück, ganz geometrisch, konstruiert man einen Spiegel der Welt in Miniaturform – was bedeutet, dass alles deutlicher im Fokus steht und leichter zu begreifen ist. Das Mandala des Thrillers ist selbstverständlich schwarz-grau, wodurch das Dunkel, das wir in uns tragen, wunderbar in Szene gesetzt werden kann.

Wie recherchieren Sie für Ihre Thriller, interviewen Sie Polizisten, Justizbeamte, Gerichtsmediziner?

Ich kenne tolle Polizisten, Carabinieri, Ärzte, Juristen, die sehr gerne meine Fragen beantworten. Und manchmal sind meine Fragen wirklich … merkwürdig. Zumindest in deren Augen. Aber die Realität des Alltags, die wahren Ermittlungen sind oft ganz anders als das, was wir in Thrillern lesen. Eine echte Morduntersuchung besteht aus Akten, die von einem Schreibtisch zum nächsten wandern, aus stundenlangen Beschattungen, Verhören, die zu nichts führen. Bürokratie, Bürokratie und noch mal Bürokratie. Ein Thriller, der hundertprozentig der Realität entspräche, wäre sterbenslangweilig. Zum Glück interessiert sich der Thriller nicht dafür, wie der Justizapparat funktioniert. Er ist schließlich kein Handbuch. Der Thriller will wissen, wie der Mensch sich gegenüber dem Abgrund des Todes verhält. Und zwar geht es dabei meines Erachtens nicht darum, eine Antwort auf die Frage „Warum gibt es das Böse?“ zu finden, sondern um die Beantwortung der entgegengesetzten Frage, die sehr viel komplexer ist. Nämlich um: „Warum gibt es das Gute?“ Mit anderen Worten: Der Thriller selbst ist nur „wahrscheinlich“, während seine Figuren durchaus „wahr“ sein müssen.

Im „Wanderer“ wird die Leiche einer jungen Frau an einem Seeufer gefunden. Erst Jahre später stellt sich heraus, dass sie ermordet wurde. Hat die Geschichte einen wahren Hintergrund?

Ja, aber ich möchte betonen, dass es sich bei meinem Buch nicht um einen True-Crime-Thriller handelt. Jedenfalls nicht im üblichen Sinne. In den neunziger Jahren war der Alltag in Südtirol ganz anders, als man meinen möchte (teilweise sogar heute noch): Überall Drogen, Rassismus, Mord und Totschlag. Zwei Serienmörder, die dort innerhalb weniger Jahre ihr Unwesen trieben. Und dann, 1998, meine Begegnung mit Ulrike … Ich war damals 19 Jahre alt, und das Einzige, was ich halbwegs beherrschte, um mich über Wasser zu halten, war Schreiben. Auf diese Weise bin ich im Sommer 1998 bei einer Lokalzeitung gelandet, die inzwischen längst vom Internet verdrängt worden ist. Ich war kein richtiger Journalist und wurde auch nicht als solcher behandelt. Im August 1998 schließlich wurde dieser bebrillte Knabe, der sich bis dahin nur mit Schachturnieren und Dorffesten befassen durfte, durch ein paar Zufälle und Rangeleien innerhalb der Redaktion auf einmal mitten in die Realität katapultiert. Die Realität hieß Ulrike und lag am Ufer eines Flüsschens im Nordosten Südtirols. Ermordet. Es war nicht das erste Mal, dass ich mit Gewalt in Berührung kam (in den Achtzigern war das Viertel, in dem ich wohne, Zielscheibe der Terrororganisation „Ein Tirol“, und ich kann mich noch gut an Hubschrauber im Tiefflug erinnern, Flugblätter mit irrwitzigen Forderungen, Evakuierungen mitten in der Nacht und massive Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen). Aber ich hatte noch nie eine so sinnlose Grausamkeit mitbekommen. Nicht nur der Anblick dieses armen Körpers, den man weggeworfen hatte wie ein Stück Müll, hat mich bis ins Mark erschüttert, sondern die ganze Art, wie mit dem Tod des Mädchens umgegangen wurde – von der Polizei, von den „echten“ Journalisten oder von den Leuten aus der Gegend. Eine Form der Gewalt, die mich mit Abscheu und Schrecken erfüllt hat. Ich ließ die Zeitung Zeitung sein – diese Lektion hatte ich wahrlich gelernt. Aber seit damals habe ich Ulrikes Fall weiterverfolgt, und vielleicht ist ihr Mörder – der dritte Serial Killer, dem ich in meinem Leben „begegnet“ bin – im Zusammenhang mit anderen Verbrechen sogar gefasst worden, wenngleich ihm diese Tat nicht hundertprozentig nachgewiesen werden konnte. Mit dem „Wanderer“ wollte ich zwei Dinge tun: den ersten Teil meines Schriftstellerdaseins abschließen, der mit „Der Tod so kalt“ begonnen hat und mit „Das Böse, es bleibt“ fortgesetzt wurde, und diese Melange aus Gewalt, Wahnsinn und Paranoia auf Papier bringen, die ich in jenem August vor so vielen Jahren miterlebt habe.

Südtirol spielt in Ihren Romanen eine große Rolle, die Landschaft, die Geschichten, die Mythen, die Mentalität der Bewohner … Warum ist das so wichtig für Sie?

Das ist die Welt, in der ich lebe und in der ich meine Tage verbringe. Südtirol ist ein merkwürdiger Landstrich, in dem anscheinend nicht viel passiert, ein guter Ferienort. Das ist es ganz bestimmt. Aber es ist auch ein Ort, in dem Vorurteile, Gewalt, Korruption und gewisse Verbrechen tief verwurzelt sind. Um es bildhaft auszudrücken: Im Bewusstsein der meisten Leute ist Südtirol einer jener Orte, die früher von den Kartografen mit „Hic sunt dragones“ überschrieben wurden, ein weißer Fleck auf der Landkarte sozusagen. Und als Schriftsteller liebe ich weiße Flecken.

Haben Sie literarische Vorbilder?

Deaver, Fitzek, King, Chandler, Nesbø, Ellroy, Larson, Grangé, Lovecraft … Und Jim Thompson, ein großartiger Autor, der leider viel zu unbekannt ist. Das sind nur einige wenige, die mir sofort in den Sinn kommen. Tatsächlich werde ich von allem, was ich lese, beeinflusst. Ich bin ein leidenschaftlicher Leser. Aber meine Hauptinspirationsquelle für meine Thriller sind meine Mitmenschen. Was mich fasziniert, ist das Theater der Menschheit auf der Bühne, die wir „Welt“ nennen.

Aus dem Italienischen von Susanne Van Volxem, das Gespräch führte Marion Kohler vom Penguin Verlag.

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Bad Gastein: Der Zirbenweg

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Mädelswochenende in Bad Gastein. Der Berg ruft! Wir suchen uns den Zirbenweg auf dem Graukogel aus. Mit dem Sessellift geht es hinauf. Macht Spaß, auch weil wir ein perfektes Spätsommer-Wochenende erwischt haben und die Aussicht fantastisch ist. Unsere Füße baumeln fast schwerelos in der Luft. Unter uns das Stückchen Land, das im Winter wohl als Skiabfahrt herhalten muss. Und dann sind wir endlich oben auf rund 2000 Metern. Bisschen frisch wird es hier nur am Abend. Der Spätsommer-Nachmittag wärmt nicht nur uns sondern auch unsere Gemüter.

In der Tat, klug wurde der Zirbenweg im Bereich der Bergstation Graukogel angelegt.  Rund eine Stunde benötigt man für den Themenweg, der durch uralten Zirbenbestand (manche der Bäume sind fast 400 Jahre alt) führt und mit speziellen Elementen wie Jausenbank, Zirbenbett und Zirbenschaukel zum Rasten und Verweilen einlädt.

Wir genießen die Wanderung, die Ruhe und die speziellen Angebote. Wir schwingen auf der Zirbenschaukel und liegen im Zirbenbett. Das Faulsein haben wir uns verdient! Eine Runde auf dem Zirbenweg ist ein echtes Erlebnis! Probiert es selbst aus, falls Ihr mal in Bad Gastein seid!

Informationen rund um den Sessellift: http://www.skigastein.com

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Check in: Hotel Bellevue, Bad Gastein

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Als ich nachts ankomme und durch den Ortskern laufe, gleicht der Ort einer Geisterstadt. Doch sobald ich den anbrechenden Tag auf meinem Balkon begrüße, sehe ich die prächtige Bergkulisse. Morbider Charme und Aufbruchstimmung lassen grüßen. Und mittendrin am Berghang gelegen das Hotel Bellevue, mein Domizil für die nächsten Tage. Ein Haus aus der Gründerzeit in unmittelbarer Nähe zu Retro-Villen und dem Grand Hotel de l’Europe, das ein Casino sein soll, auch wenn es während meines Besuchs geschlossen ist.

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Doch nun hinunter in den Spa-Bereich, um im Pool eine Runde zu schwimmen. Anschließend beginnt mein Tag am reichhaltigen Frühstücksbüfett. Von meiner Suite aus blicke ich direkt auf den Ort und die Berge. Zu ihr gehört ein „Wohnzimmer“, eine Küchenzeile, das große Bad und ein Schlafzimmer. Perfekt, um am Abend mit meinen Freundinnen zusammen zu sitzen, denn die sind an dem Wochenende auch in Bad Gastein. Unser „Mädels-Wochenende“ planen wir einmal pro Jahr an wechselnden Orten. Heuer fiel unsere Wahl auf Bad Gastein mit seinen Belle-Époque-Hotels. Nachdem wir alle in unterschiedlichen Städte leben, sehen wir uns leider nicht so oft. Deshalb kommen uns die Treffen immer sehr gelegen.

Zu Gast im „Bellevue“ – Impressionen:

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Ich habe mir das „Bellevue“, das zur Mondi-Hotelgruppe gehört, ganz bewusst ausgesucht. Denn ich liebe Hotels, die Geschichten erzählen. Und Geschichten hat das „Bellevue“ reichlich, denn bereits im 19. Jahrhundert war es in aller Munde, nicht nur als Empfehlung im Baedeker und im damals bekannten Mayerschen Reiseführer sondern auch als Geheimtipp unter den ersten europäischen Jetsettern, die entweder die Sommerfrische in den Bergen genießen wollten oder den Wintersport. Beides hatte Bad Gastein zu bieten. Und es waren genau diese Grand-Hotels, in denen man nicht nur logierte, sondern zugleich auch wohnte. „Gast im Bellevue“ zu sein, wurde zum geflügelten Wort für Menschen aus Wirtschaft, Politik, Kultur und dem internationalen Jetset.

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Der Gasteiner Wasserfall mitten im Ort überraschte mich. Er gehört zu den bekanntesten Österreichs, ist das Wahrzeichen von Bad Gastein und auf fast allen Postkarten abgebildet. Seine Besonderheit ist, dass er donnernd durch den Ort rauscht, zwischen zwei Häusern bahnt er sich seinen Weg in drei Stufen in die Tiefe. Die Fallhöhe beträgt immerhin 340 Meter. Dann das Zentrum. Viele Geschäfte im Ortskern haben geschlossen und sind leer, es heißt, ein unbekannter Investor hätte fast alles aufgekauft, was in Zukunft damit passiert wisse man nicht.

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Zurück ins „Bellevue“. Architekt Fred Malik wählte bei der Renovierung des Hotels als Reminiszenz an die Kaiserfarbe Gelb, diesmal in mehreren Nuancen. Heute finden sich in den Korridoren des Hotels geschmackvolle Jugendstil-Bilder. Die Gäste bleiben stehen, gucken und verweilen. So kann die Rückkehr auf das Zimmer auch gerne mal etwas länger dauern. Die früheren Stammgäste hatten wie die heutigen ihre Ansprüche und Wünsche.

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Lady Hamilton aus New York wohnte gerne im Appartement 121/122 und Lady Fitzgerald hatte ihren weißen Cadillac samt Chauffeur im Gepäck. Eduard Zimmermann, Chef von Aktenzeichen XY saß während seiner jährlichen Kur im Speisesaal und das Football-Team „Dallas Cowboys“ kam auch schon mal samt Presse-Entourage. 1992 dann der große Brand, der das alte Gebäude zerstörte. Mit dem Bau des heutigen Hotels begann eine neue Ära, die bis heute anhält.

Mein Aufenthalt wurde vom Hotel Bellevue unterstützt. Meine Meinung ist wie immer meine eigene.

 

 

 

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Horrorautoren in Gefahr

Kill Creek

„Das letzte Mal habe ich mich als Teenager bei der Lektüre von Shining so gefürchtet.“
The Hollywood Reporter

Heute ist Lese-Donnerstag! Gestern abend war ich im Kino – in „Es“. Der neue Stephen King. Naja, so lala! Gefürchtet habe ich mich nicht, ganz im Gegensatz zu einigen jungen Frauen neben mir, die bei jeder Horrorszene aufschrieen. Ich bin also noch ein wenig im Kinomodus und habe eine gute Geschichte für Euch entdeckt.

Was überhaupt macht eine gruselige Horrorgeschichte aus? Laut Horrorautor Sam McGraver sind es vier Aspekte: Die Beschränkung auf einen klar abgegrenzten Ort, ein Geheimnis aus der Vergangenheit, eine Atmosphäre des Verfalls und Verderbens, und: die Verführung der Unschuldigen.

Scott Thomas Neuerscheinung ist „Kill Creek“. Damit gelingt dem Kalifornier ein Horror-Debütroman, der all diese Kriterien erfüllt. Und er kann sich mit Stephen Kings „Shining“ oder Thomas Olde Heuvelts „Hex“ messen. Eine Verfilmung als TV-Serie ist bereits in Planung.

Die Story: Am Ende einer langen Straße mitten im ländlichen Kansas liegt einsam und verlassen das Finch House. Es ist berüchtigt, schließlich ereilte jeden seiner Bewohner einst ein grausames Schicksal. Könnte es eine bessere Kulisse geben, um die vier erfolgreichsten Horrorautoren der USA zu einem Interview zusammenzubringen und das ganze live im Internet zu streamen? Was als harmloser Publicity-Spaß beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum für alle Beteiligten. Denn es kommen nicht nur die dunkelsten Geheimnisse der vier Schriftsteller ans Tageslicht, auch das Finch House selbst hütet ein Geheimnis. Aber anders als die vier Autoren möchte es dieses nicht für sich behalten. Und schon bald gibt es den ersten Todesfall.

Scott Thomas: Kill Creek, 544 Seiten, 14,99 Euro.

 

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The responsibility of a photographer

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„This should be the responsibility of photographers today to free women, and finally everyone, from the terror of youth and perfection.“

Peter Lindbergh (1944 – 2019)

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Liebe und Verrat am Bauhaus

Die goldenen Jahre

Lese-Donnerstag! Das Buch, das ich für Euch gefunden habe, passt hervorragend zum Bauhaus-Hype, der in diesem Jahr unser Land erfasst. Museen werden eröffnet, Ausstellungen widmen sich dem Thema. Doch was ist „Bauhaus“ wirklich?

Kurze Info: 1919 gründete der Architekt Walter Gropius in Weimar das „Staatliche Bauhaus“. Dabei geht es um die neue Gestaltung alltäglicher Dinge sowie um einen neuen modernen Menschen. 1925 zog die Hochschule unter politischem Druck nach Dessau um, 1932 nach Berlin. Dort wurde sie kaum ein Jahr später von den Nazis geschlossen.

Und nun zum Buch: Es ist die Zeit ihres Lebens: 1922 beginnen fünf junge Menschen ihr Studium am neu gegründeten Bauhaus in Weimar. Es sind Jahre voller Glanz, Ekstase und dem Rausch der Freiheit. Sie glühen für die Ideale dieser jungen Kunstwelt und können es kaum erwarten, sich darin zu verlieren. Doch so intensiv die Freundschaft zwischen Paul, Walter, Jenö, Irmi und Charlotte auch scheint, sie ist durchwirkt von Geheimnissen, Intrigen und unglücklicher Liebe.

Und als die goldenen Zwanziger in die düstersten übergehen, bricht all das so sorgsam Verborgene hervor – und zieht die Freunde in einen tiefen Abgrund. In ihrem neuen Roman erzählt Naomi Wood eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, tiefer Freundschaft und dem größten Verrat.

Naomi Wood: Diese goldenen Jahre, 352 Seiten, 22 Euro.

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